Rhein-Pfalz Kreis Mehr Schönheit, mehr Miteinander

Der neue Treffpunkt ist eine Augenweide.
Der neue Treffpunkt ist eine Augenweide.

«Böhl-Iggelheim.» Böhl-Iggelheim hat einen neuen Treffpunkt: Am Dienstag ist der neu gestaltete kleine Platz an der Ecke Jahnstraße/Rosenstraße im Ortsteil Iggelheim, das „Schlewwereck“, mit viel Anteilnahme der Einwohner, nicht nur der unmittelbaren Nachbarn, eingeweiht worden.

Das war mal ein Platz, wie es viele gibt: Ein paar Quadratmeter gepflasterter Boden, wo zwischen den Steinen das Unkraut spross, ein mickriger Baum in einem kleinen Geviert, ein paar Büsche. Keine besonders einladende Ecke. Bis Tina Krauß und die Künstler vom Kreativhaus h6 fanden: Da könnte doch mehr sein, mehr Kunst, mehr Schönheit, mehr Miteinander, mehr Lebensqualität! Als Krauß zu Bürgermeister Peter Christ (CDU) ging und ihn um sein Einverständnis bat, war der leicht zu überzeugen, als er hörte, dass es hier nicht um eine Forderung, sondern um ein Geschenk an die Gemeinde und ihre Einwohner ging, weil alles ehrenamtlich bewältigt werden sollte. Normalerweise kämen Bürger eher mit der Forderung: „Man (nämlich die Gemeindeverwaltung) sollte doch endlich mal was tun!“ Diese kleine Geschichte erzählte Bürgermeister Christ zur Eröffnung. Und er fügte hinzu: „Iggelheim ist um seine engagierten Bürger zu beneiden.“ Krauß erzählte, wie es weiter ging: „Wir haben gemeinsam ein Konzept und einen Plan entwickelt. Das war 2013, und im Frühjahr 2014 ging es los.“ Heute gibt es nur noch wenig Pflaster, dafür viele liebevoll ausgesuchte Pflanzen, eine zum Plaudern einladende sehr lange Holzbank und ganz viel Kunst: Eine Holzplastik fand ebenso Platz wie eine bearbeitete Sandsteinsäule inmitten eines Rondells, das von Steinen eingefasst ist, und neben der Bank stehen nun zwei menschliche Figuren aus Holz, die sich die Hand reichen. Zwischen den Händen hat ein Herz Platz, das Leben trägt, nämlich eingepflanzte Blumen. Das ist die bildhafte Darstellung dessen, was der Platz sein soll: lebendige Begegnungsstätte zwischen den Menschen. Fotos, an die Büsche geklammert, zeigten die fortschreitenden Arbeiten am Platz. „Es war richtig viel Arbeit, aber wir bekamen sehr viel Hilfe“, sagte Krauß. So machten ortsansässige Firmen etwa bei den Pflasterarbeiten mit, und die örtliche Holzbau-Firma sponserte die Bank. Außerdem packten die Nachbarn mit an, die sich künftig um die Pflanzen kümmern, sie gießen und jäten. Auch Bürgermeister Christ und Landrat Clemens Körner (CDU) wollten eigentlich mit Hand anlegen, aber da wurde nichts draus, der Terminkalender war zu voll. „Aber nun sind wir ja wenigstens zum Essen und Trinken da“, meinte Körner. Der Platz wird als Ruhe- und Treffpunkt angenommen, wie die vergangenen Wochen gezeigt haben. Man konnte ihn am Dienstag sogar aufessen – Birgit Müller hatte ihn als Torte gebacken, verziert mit Bäumen und Skulpturen aus farbigem Fondant.

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