Römerberg RHEINPFALZ Plus Artikel Mechtersheimer Umzug: Erfolgreich die Sorgen vertrieben

Spielt die Mechtersheimer „Nationalhymne“: der örtliche Musikverein.
Spielt die Mechtersheimer »Nationalhymne«: der örtliche Musikverein.

Nach den schrecklichen Vorkommnisse von Mannheim gelang es den Narren beim Mechtersheimer Fasnachtsumzug, dunkle Gedanken zeitweise zu vertreiben und das Leben zu feiern.

Der Organisator des Umzugs Markus Weis spricht den Elefanten im Raum bei seiner Begrüßung gleich an: „Wir sind zutiefst betroffen von den tragischen Ereignissen in Mannheim“, sagt er. Doch hätten sich die Mechtersheimer entschieden, den Umzug nicht abzusagen – auch um ein Zeichen gegen solche Taten zu setzen. Im Gespräch mit der RHEINPFALZ bekennt Weis: „Dieses Jahr habe ich arg unruhig geschlafen.“ Nicht nur die Amokfahrten mit Autos, auch Messerangriffe hätten ihm Sorgen bereitet. Strenge gesetzliche Auflagen bereiten zusätzlich Stress. „Aber das Konzept kann nicht sein, gar nichts mehr zu machen“, erklärt Weis trotzig.

Immer dabei: die Eiersammler des MKV.
Immer dabei: die Eiersammler des MKV.
Gruselig: die Altrhoier Holzmaskengruppe.
Gruselig: die Altrhoier Holzmaskengruppe.
Originell: Die Singing People als Spinnen.
Originell: Die Singing People als Spinnen.
Kurzfristig dabei: Guggemusiker aus Altlußheim.
Kurzfristig dabei: Guggemusiker aus Altlußheim.
Alles Banane: der MGV Frohsinn.
Alles Banane: der MGV Frohsinn.
Beim Après Ski: der Närrische Xangverein aus Schwegenheim.
Beim Après Ski: der Närrische Xangverein aus Schwegenheim.
Im Peter-Pan-Land: Grüne Socke aus Westheim.
Im Peter-Pan-Land: Grüne Socke aus Westheim.
Im Steampunk-Kostüm: Lustavia Lustadt.
Im Steampunk-Kostüm: Lustavia Lustadt.
Papagei am Steuer: Schlepperfreunde Römerberg.
Papagei am Steuer: Schlepperfreunde Römerberg.
Bunt: Ponyfarm Haßloch.
Bunt: Ponyfarm Haßloch.
In Uniform: Elferrat und Garde des MKV.
In Uniform: Elferrat und Garde des MKV.
Hoch auf dem blauen Wagen: Narrenchor des MKV.
Hoch auf dem blauen Wagen: Narrenchor des MKV.

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So sehen es anscheinend auch viele Fasnachter. Denn die Massen strömen wie jedes Jahr ins Mechtersheimer Zentrum, wo sich der Umzug hindurchschlängeln soll. Um kurz nach zwei ist es dann bei strahlendem Sonnenschein so weit: Hinter Zugleiter Mathias Müller eröffnen als erste Fußgruppe die Mechtersheimer Eiersammler den Reigen der 34 Zugnummern. Dann folgt die lokale Polit-Prominenz mit einem Wagen der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen: Neben Römerbergs Ortsbürgermeister Matthias Hoffmann (Grüne) begrüßt Weis auch die VG-Bürgermeisterin Silke Schmitt-Makdice und Dudenhofens Ortschef Jürgen Hook (beide SPD). Im weiteren Verlauf des Umzugs sucht man Teilnehmer aus anderen Orten der eigenen Verbandsgemeinde aber dann größtenteils vergeblich – was Markus Weis natürlich nicht unkommentiert lässt.

Kurzfristige Verstärkung

Aus anderen Orten der Region gab es zum Glück für die Organisatoren reichlich Anmeldungen für den Umzug. Die letzten sogar erst am Dienstagmorgen, wie Weis berichtet. Weil ein Umzug, auf dem sie eingeplant waren, abgesagt wurde, hätten sich die Guggemusiker und Karnevalsprinzessin Luxina Kim Stella I. aus Altlußheim kurzfristig telefonisch gemeldet und gefragt, ob sie nicht in Mechtersheim mitmachen dürfen. Und natürlich durften sie: „Gefällt’s euch in Mechtersheim?“, ruft Ortskartellvorsitzender Weis den Gästen aus dem Badischen von seinem Moderatoren-Podest aus zu. Das wird natürlich bejaht und so geht der Wunsch nach einer Wiederholung im kommenden Jahr vielleicht ja in Erfüllung.

Stark vertreten auch der Kreis Germersheim: unter anderem mit einem aufwendigen Monopoly-Festwagen der Loschter Hobbyfasnachter – inklusive Gefängnis –, der Landjugend Lingenfeld als Schlümpfe, dem Närrischen Xangverein aus Schwegenheim mit rollendem Après-Ski-Club oder den Grüne Socke aus Westheim, die ganz in die Peter-Pan-Welt eingetaucht sind. Ein Hingucker auch die Steampunk-Kostüme der Pfläumlis Gruppe des Lustadter Karnevalsverein Lustavia.

„Nationalhymne“ fehlt nicht

Die Römerberger und insbesondere die Mechtersheimer selbst zeigen natürlich ebenfalls Flagge: Die „Nationalhymne“ namens „Mechtersheim am Rheine“ darf, gespielt vom örtlichen Musikverein, nicht fehlen. Die Singing People des MGV Cäcilia glänzen wieder mit tollen Kostümen, dieses Jahr als Spinnen, während der TuS eine Zeitreise in die Hippie-Ära unternimmt und der MGV Frohsinn verkündet: „Uff die (Banane)Bääm, die Affe kumme.“ Und dann gibt’s natürlich noch den Mechtersheimer Karnevalsverein mit seinen verschiedenen Abteilungen und Wagen, die den Umzug erst rund machen.

Nach rund einer Stunde haben dann auch der MKV-Narrenchor und das örtliche DRK als letzte Zugnummern die Kreuzung von Schwegenheimer und Mechtersheimer Straße passiert. Doch bevor nun alles gleich nach Hause oder in die örtlichen Lokale rennt, kündigt Weis an: „Der Umzug ist noch nicht vorbei!“ Denn auf seinem Weg durch den Ort kommt er wenig später ein zweites Mal in der Ortsmitte vorbei.

Als der letzte Wagen durch ist und die Absperrungen wieder abgebaut werden, als die zehn Security-Kräfte, acht ehrenamtlichen Ordner und die knapp ein Dutzend Polizisten nicht mehr gebraucht werden, dann fällt auch bei Organisator Markus Weis die Anspannung ab und er kann auf einen gelungenen und vor allem friedlichen Fasnachtsumzug anstoßen – leider keine Selbstverständlichkeit heutzutage.

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