Rhein-Pfalz Kreis Mechanik vor Elektronik

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MUTTERSTADT. Sicherheit vor Einbrüchen – so lautet das Thema eines Bürgerforums in Mutterstadt, das die Polizei Schifferstadt organisiert hat. Neben der Beratung, welche Fenster nun wirklich sicher sind, bekamen die Bürger einige Erkenntnisse vermittelt, die die Polizei aus Vernehmungen gefasster Einbrecher gewonnen hat.

„Ich habe mich in Mutterstadt noch nie so sicher gefühlt wie heute Abend“, sagte ein Anwohner. Klar: Die Polizeipräsenz war ja auch hoch. Für verschiedene Bereiche waren Experten da, die an Infoständen warteten. Ein einbruchssicheres Fenster war aufgebaut, das man ausprobieren konnte, verschiedene Arten von Verriegelungen und viel Info-Material. Auch speziell für Senioren hatten die Beamten Broschüren parat. Uwe Stein, Leiter der Polizeiinspektion Schifferstadt, erzählte zunächst aus eigener Erfahrung. Man ist bei ihm eingebrochen, es wurde dabei aber nichts entwendet. Was nun? Meist ist der psychische Schaden höher als der materielle. Allein die Vorstellung, dass jemand Fremdes in der eigenen Wohnung gewesen sei, sei schon schlimm. Dass das nun auch dem Polizisten Stein passieren konnte, kam da noch dazu. Und hier kam das Beratungsangebot der Polizei ins Spiel: Jeder Bürger kann sich kostenlos in puncto Sicherheit von der Polizei beraten lassen. Ein Anruf auf der nächsten Polizeidienststelle genügt, um einen Termin auszumachen, bei dem ein zuständiger Beamter vorbeischaut. Das ganze Haus wird dann durchgecheckt und die Anwohner beraten, wo man nachbessern kann. Der stellvertretende Leiter der Schifferstadter Polizei, Kai Giertzsch, präsentierte einige Zahlen und Fakten zu Einbrüchen. So sind die Fallzahlen im Land zunächst gesunken, seit 2007 jedoch wieder drastisch angestiegen. Die Häufigkeit ist in Rheinland-Pfalz im Bundesvergleich relativ niedrig, aber die Steigerung sehr hoch. Schaut man sich die Karte genauer an, ist im Rhein-Pfalz-Kreis die Fallzahl besonders hoch. Doch: 40 bis 50 Prozent der Einbrüche scheiterten beim Versuch. Da will die Polizei mit der Beratung ansetzen. Denn nach zwei bis fünf Minuten, sagte Giertzsch, geben die meisten Einbrecher auf. Man könne das Haus kaum komplett einbruchssicher machen – vielmehr müsse man den Tätern jedoch den Weg so schwer machen, dass sie aufgeben. Joachim Bossek von der Zentralen Prävention erläuterte anschließend im Detail, wie man sein Haus schützen kann. Zunächst ging es um die Schwachstellen. Diese seien weniger die Haustüren, denn die sind es bei lediglich 15 Prozent der Fälle. Welcher Einbrecher geht schon durch die fünffach verriegelte Tür, wenn beispielsweise auf der Rückseite des Hauses eine Terrassentür aus Glas ist? Die sei nämlich nichts anderes als ein großes Fenster, das sich in den meisten Fällen einfach aufhebeln lasse. Auch problematisch: Garagen mit Durchgangstür, Kellertüren und -schächte. Wenn, dann muss man an alles denken, meint Bossek, denn: „Ein bisschen Einbruchsschutz gibt es nicht.“ Von einem Bürger kam die Frage nach einer Alarmanlage. Das sei laut Bossek keine Alternative, aber eine Ergänzung. Sein Grundsatz lautet „Mechanik vor Elektronik“. Er empfiehlt auf alle Fälle, im Urlaub einen Nachbarn oder Verwandten ab und zu die Rollläden öffnen und schließen zu lassen. Auf keinen Fall sollte man sie unten lassen, denn so zeigt man, dass man nicht da ist. Sinnvoll kann es auch sein, das Auto ab und an umparken zu lassen, wenn man es daheim lässt. Bei kurzer Abwesenheit kann es hilfreich sein, das Licht brennen zu lassen. Aber: keinesfalls nur im Flur. Bossek: „Denn wer von Ihnen wohnt schon im Flur?“ |tbss

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