DUDENHOFEN
Marita Detzner ist neue Leiterin der VHS-Außenstelle
Eigentlich hätte Marita Detzner, die in Ludwigshafen zur Welt kam und nach der Heirat in Speyer lebte, das Leben jetzt in vollen Zügen genießen können: Seit Januar 2020 ist die 64-jährige Diplom-Psychologin, die in den letzten zehn Berufsjahren als Sozialpädagogin im Bildungszentrum Müller in Ludwigshafen tätig war, in Rente. Seit März wohnt Detzner mit ihrem Mann in Dudenhofen. Denn das Paar, das zwei erwachsene Söhne hat, wollte „altersgerecht auf einer Ebene wohnen“. Und: „Dudenhofen hat uns gefallen und sehr zugesagt“, sagt Detzner.
Ganz aus der Arbeit auszusteigen, kam für die Neu-Rentnerin aber nicht in Frage. Sie wollte sich ehrenamtlich engagieren. „Als Sozialpädagogin gibt es einiges, was einem nahesteht“, findet sie. Konkret: „Ich hätte mir vorstellen können, in die Bewährungshilfe oder die Flüchtlingsarbeit zu gehen – oder in der Jugendhilfe tätig zu sein.“ Detzner durchforstete „die Ehrenamtsseite des Landes“, stieß im August aber auch auf die Ausschreibung der VHS-Stelle im Amtsblatt. Schnell war ihr klar: „Das ist genau das Richtige für mich.“ Denn als Bildungsbegleiterin beriet sie in ihrem Beruf Menschen, war für Umschulungen zuständig und begleitete betroffene Personen dabei sozialpädagogisch. Zweiter Grund: Detzner war schon selbst als Dozentin an der VHS Speyer tätig – und hat auch schon selbst Kurse besucht. „Ich kenne beide Seiten: Die Sorgen und Nöte der Dozenten, und ich weiß, wie man sich als Hörer fühlt.“
Netzwerke aufbauen
Und so bewarb sich Marita Detzner „ziemlich schnell“ – und hatte nach dem Bewerbungsgespräch im Oktober „ein relativ gutes Gefühl“. Aber es gab auch zwei Unbekannte: Sie wusste nicht, ob ihre Mitbewerberin vielleicht sogar eine alteingesessene Dudenhofenerin ist. Und: Es war unklar, wie der Verbandsgemeinderat entscheidet. Doch der Rat entschied sich im November in geheimer Wahl klar mit 22 zu sechs Stimmen für Detzner. „Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass die Zustimmung doch recht groß war“, sagt sie. „Es ist einfacher, das Amt auszuführen, wenn man einen gewissen Rückhalt hat, als wenn es sehr knapp ausgegangen wäre.“ Im Dezember tauschte sich Detzner mit ihrer Vorgängerin Marliese Goldschmidt, die das Amt 13 Jahre bekleidet hatte, bei einem „Übergabe-Gespräch“ aus. Wie bereits beim Bewerbungsgespräch, waren auch die Aufgaben als neue VHS-Leiterin Thema. Eine Aufgabe: Kurs-Eröffnungen zu besuchen. „Das ist mir auch wichtig – in Kontakt mit Dozenten und Hörern zu kommen, damit sie Erwartungen und Wünsche äußern können“, sagt Detzner dazu.
Die Neue will sich einen Überblick über das bisherige Kursangebot verschaffen und in Gesprächen mit Vereinen sowie der Realschule plus ausloten, ob es Interesse an Zusammenarbeit und Projekten gibt. Aufgefallen ist ihr, dass in Hanhofen keine Kurse stattfinden. Das würde Detzner gerne ändern. Voraussetzung: Es müssen auch Räume zur Verfügung stehen. Klar ist ihr, dass die Digitalisierung nicht vor der VHS haltmacht: Wegen der Pandemie beginnen Kurse online.
Was der neuen VHS-Leiterin fehlt? „Netzwerke“, räumt sie ein. Aber sie betont auch: „Ich nehme gerne und schnell Kontakt zu Leuten auf.“ Ihr ist ebenso bewusst, dass sie „eine andere Person“ als ihre „im kreativ-künstlerischen Bereich sehr stark tätige“ Vorgängerin ist. „Das werde ich sicher nicht in dem Maße sein können. Trotzdem finde ich das gut, was sie gemacht hat.“
So weit liegen Goldschmidt und Detzner aber gar nicht auseinander: Auch Detzner ist künstlerisch tätig, interessiert sich fürs Zeichnen, Malen und Handarbeit, besonders das Sticken. Zudem liebt sie orientalischen Tanz – seit mehr als 20 Jahren: „Und das möchte ich weitermachen, solange die Knochen das noch mitmachen.“