Rhein-Pfalz Kreis „Man muss geil drauf sein“

Ein goldener Schlüssel für den Schulleiter als Symbol für seine Funktion – Mario Geil führt seit diesem Monat die Rudolf-Wihr-Re
Ein goldener Schlüssel für den Schulleiter als Symbol für seine Funktion – Mario Geil führt seit diesem Monat die Rudolf-Wihr-Realschule in Limburgerhof.

«Limburgerhof.» Oh je. Die Frage hat Mario Geil befürchtet. „Also, wenn ich Ihnen das jetzt erzähle, wie das gekommen ist…“, sagt er zweifelnd – und tut’s dann doch: „Ich habe beim Arbeitsamt einen Eignungstest am Computer gemacht und Fragen beantwortet. Das Ergebnis war: Ich sollte Lehrer werden“, erzählt er. So recht hat er der Sache nicht getraut, denn eigentlich hätte er ja mit dem Studium der Sozialpädagogik geliebäugelt. „Ich habe alle Fragen noch einmal durchgemacht und andere Antworten gewählt und es kam wieder Lehrer heraus“, erzählt er. Und als der dritte Versuch immer noch zu keinem anderen Ergebnis führte, hat Geil der Maschine vertraut und sich an der Universität Landau eingeschrieben – für Anglistik und Lehramt für Grund- und Hauptschule. Im Nachhinein die beste Entscheidung, die er treffen konnte, findet der 40-Jährige. Zumal er dadurch auch noch auf die andere Seite der Welt kam. Geil hatte sich bewusst für das Lehramt an Grund- und Hauptschule entschieden, weil dazu eine gute pädagogische Ausbildung gehört. Später hat er die Sekundarstufe I als Arbeitsfeld gewählt. Zum Studium gehörte ein neunmonatiger Aufenthalt in Australien. „Ich habe dort Land und Leute kennengelernt“, erzählt er. Aber da war er schon fast Lehrer. Geboren ist Mario Geil in Speyer, aufgewachsen ist er in Harthausen, wo er noch heute mit seiner Frau und der sieben Monate alten Tochter lebt. Sein Abitur hat er am Hans-Purrmann-Gymnasium Speyer gemacht. In seiner Jugend hat er sich in der Pfarrjugendleitung der KJG Berghausen engagiert. „Der Umgang mit jungen Menschen hat mir schon immer Spaß gemacht“, erzählt Geil. Diese Phase sei schon prägend gewesen, aber auf die Idee, Lehrer zu werden, ist er damals noch nicht von selbst gekommen. Da musste erst der Computer beim Arbeitsamt kommen. Und nun ist er nicht nur Lehrer, sondern auch Schulleiter. Auf einer Schule, die er gut kennt. Nach dem Referendariat in Ludwigshafen und einer befristeten Stelle in Frankenthal bekam er bereis 2007 eine Planstelle an der Rudolf-Wihr-Realschule in Limburgerhof. „Dass ich es so gut erwischt habe, habe ich erst hinterher gemerkt“, sagt er. Dort unterrichtet er Englisch, Informatische Bildung – dafür hat er Weiterbildungen besucht. Und er ist Musiklehrer. Das hat er nicht studiert, aber da es einmal einen Engpass bei den Musiklehrern gab und Mario Geil privat in mehreren Bands Keyboard, Gitarre und Schlagzeug spielt und singt, unterrichtet er nun auch Musik. Seine Schüler erleben ihn bei Veranstaltungen, wie kürzlich bei der Verabschiedung von Vorgänger Heinz Krost, in der Lehrerband. Und wer einmal auf einer Prunksitzung des KV Uno Waldsee war, hat Geil dort schon als Mitglied der Band Mike’s Music gehört. Außerdem engagiert sich Geil im Vorstand des Hundesportvereins in Harthausen. Mit seinen beiden Australian Shepherds Yin und Oakley betreibt er dort selbst aktiv Hundesport. Und beweist das auch kurzerhand. Er zückt das allgegenwärtige Tablet und zeigt einen Video-Clip, wie Hunde longiert werden – ohne Leine, nur auf Kommando. Apropos Tablet: Besonders stolz ist der neue Schulleiter auf das Medienkonzept, das er ab 2009 mit Kollegen ausgearbeitet hat und das dazu führte, dass die Rudolf-Wihr-Realschule Plus 2012 zur „ausgezeichneten Projektschule“ wurde. „Alle Klassenzimmer haben eine digitale Tafel, mit Unterstützung der Hopp Foundation haben wir iPad-Koffer für den Unterricht gekauft, fast alle Lehrer haben inzwischen privat ein iPad angeschafft und sind geschult“, zählt Geil auf. Diesen Weg möchte er weiter voranschreiten. Wichtige Themen seien für ihn als Schulleiter auch die Berufsorientierung der Schüler – damit es für sie so gut läuft wie für ihn. Nachdem er 2007 als Lehrer an die Schule kam, wurde er fünf Jahre später in die erweiterte Schulleitung aufgenommen und organisierte damals die Einführung der Ganztagsschule. 2014 wurde er als pädagogischer Koordinator zum Konrektor. Jetzt ist er Chef und sagt: „Eine Schule, die so gut läuft, übernimmt man gern.“ Und dann hat Geil noch einen Vorteil. Dass Schule auch sein Hobby ist. „Hobby ist doch schließlich das, was man gerne macht, was einem Spaß macht“, sagt er. Nach drei Wochen Sommerferien beginne er immer mit den Füßen zu scharren und sehne sich nach der Schule, gibt er zu. „Es gab noch nicht einen Tag, an dem ich nicht gerne in die Schule gegangen bin, nicht mal als ich selbst Schüler war.“ „Wegen des Geldes macht man jedenfalls keine Schulleiterfunktion. Man muss geil darauf sein“, sagt Geil, der die vielen Wortspiele um seinen Nachnamen mit Humor nimmt. Wenn man Spaß daran habe und die Kollegen hinter einem stünden, so wie das bei ihm der Fall sei, sei das ein genialer Job. Einziger Wermutstropfen ist für ihn, dass er in seiner neuen Funktion nicht mehr so viele Unterrichtsstunden zu halten hat.

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