Dudenhofen Mönchsbusch: Warum eine Durchforstung hier schwierig ist

Begutachten die Arbeit von Peter Becker (rechts), der den Harvaster bedient: (von links) Peter Eberhard, Jürgen Render, Alexande
Begutachten die Arbeit von Peter Becker (rechts), der den Harvaster bedient: (von links) Peter Eberhard, Jürgen Render, Alexander Mayer und Ernst Hellmann.

Zwischen Dudenhofen und Hanhofen werden derzeit Bäume gefällt. Weil der Wald zum großen Teil in Privatbesitz ist, haben die Arbeiten viel Vorbereitung erfordert.

Mehr als 50 Hektar groß ist der Wald südlich der Bundesstraße 39 zwischen Dudenhofen und Hanhofen. Gearbeitet wird seit dem 10. März aber nur in rund 20 Hektar davon – obwohl es eigentlich auch an anderen Stellen nicht schaden würde, wie Förster Jürgen Render, Peter Eberhard und Ernst Hellmann vom Waldbauverein Ganerb sowie Alexander Mayer von der Firma Schmitz Waldwirtschaft bei einem Ortstermin verdeutlichen. Das Problem: Nicht wenige Bäume sind krank oder abgestorben und bilden insbesondere in der Nähe der Wege eine Gefahrenquelle. „Hier sind viele Leute unterwegs, zum Beispiel Reiter und Pilzsucher“, weiß Förster Render.

Außerdem müssten angeschlagene Kiefern eigentlich weichen, um Platz zu schaffen für Bäume, die dem Klimawandel besser standhalten können. Doch der Mönchsbusch besteht zum Großteil aus Privatwald. Der Gemeinde gehört nur ein kleiner Teil, andere Waldbesitzer haben ihre Flächen an den Waldbauverein verpachtet. Im restlichen Wald braucht es das Einverständnis der Besitzer, um aktiv werden zu können. „Es sind alle angeschrieben worden“, berichtet Hellmann, doch von vielen habe es keine Rückmeldung gegeben. Das liegt auch an den komplizierten Besitzverhältnissen, denn oftmals gehören die Parzellen Eigentumsgemeinschaften.

Gelände vermessen

Alexander Mayer hat im Vorfeld der Durchforstungsaktion das Gelände genau vermessen, damit auch nur in den Parzellen, in denen dies genehmigt ist, Bäume gefällt werden. Dank GPS konnte er die Flächen bis auf den Zentimeter genau bestimmen. Die Parzellen sind meist zirka 200 Meter lang, aber nur vier bis fünf Meter breit – ein Flickenteppich an Grundstücken. Das hat historische Gründe: „Durch den Wunsch, das Erbe gerecht aufzuteilen, ist der Waldbesitz atomisiert worden“, erklärt Förster Jürgen Render, der den anderen Akteuren beratend zur Seite steht. Für Meyer ging es dann daran, Rückegassen sowie Bäume, die gefällt werden sollen, zu markieren. Wie aufwendig das alles war, zeigt sich schon daran, dass die ersten Vorbereitungen für die jetzt laufenden Arbeiten bereits vor rund zwei Jahren begonnen haben.

Die markierten Bäume sollen gefällt werden.
Die markierten Bäume sollen gefällt werden.

Rote Markierungen zeigen Peter Becker, der den Harvester fährt, welche Bäume er mit dem bis zu 15 Meter weit ausfahrbaren Arm seiner Maschine fällen, entasten und zerlegen soll. Dass der Harvester auf Ketten fährt, sei schonender für den Waldboden, als wenn er Räder hätte, erklären die Experten. Zwei Striche übereinander an den Bäumen signalisieren die Begrenzung der Rückegasse, über die ein sogenannter Forwarder die Holzstämme dann aus dem Wald holt und zu Holzpoltern aufschichtet. Die Gassen liegen mindestens 40 Meter auseinander. Mayer rechnet mit zirka 1000 Festmeter Holz, die bei der Aktion, die bis Anfang April abgeschlossen sein soll, eingeschlagen werden. Dabei handle es sich zu rund 60 Prozent um geschädigte Bäume, deren Holz nur für die Energieerzeugung genutzt werden könne, erklärt er. Das bessere Holz werde in ein Sägewerk transportiert und zu Bauholz weiterverarbeitet. „Für jeden Waldbesitzer kommt ein Plus raus, obwohl die Maßnahme eigentlich nur auf Verkehrssicherheit ausgerichtet ist“, sagt Mayer. Bei künftigen Durchforstungsaktionen, wie sie in einigen Jahren wieder stattfinden sollen, rechnet er dann mit besserer Holzqualität und noch höheren Erlösen.

Pflege statt Gewinn wichtig

Der Waldbauverein Ganerb kümmert sich um Privatwald in den Gemarkungen Dudenhofen, Hanhofen und Harthausen. Rund 300 Hektar Privatwald verteilen sich dabei laut Eberhard und Hellmann auf mehr als 1000 Besitzer. Die aktuelle Durchforstungsaktion sei die sechste seit 2012. Während im Privatwald nur hin und wieder Arbeiten wie jetzt laufen, lässt der Förster den Gemeindewald regelmäßig durchforsten. „Der Hauptgrund ist die Pflege und nicht, den größtmöglichen Gewinn rauszuholen“, sagt er. Das eingeschlagene Holz falle sozusagen als Verzinsung an. Zwingen kann man die Waldeigentümer nur schwer, sich um ihre Parzellen zu kümmern. Manche werden auch in Eigenregie aktiv, aber tun das Falsche – zum Beispiel zukunftsträchtige Laubbäume entfernen und geschädigte Kiefern stehen lassen.

Dass Bürger die Sperrung des Mönchsbuschs missachtet hätten, sei übrigens kaum vorgekommen, berichtet Peter Eberhard. „Die Leute sind sehr diszipliniert“, lobt er. Voraussichtlich ab der zweiten Aprilwoche darf der Wald wieder betreten werden. Das gilt übrigens auch für die Teile in Privatbesitz. Auch Pilze sammeln ist dort erlaubt, wie Förster Render berichtet. Das Holz gehört allerdings den Eigentümern.

Noch bis in den April bleibt das Waldgebiet gesperrt.
Noch bis in den April bleibt das Waldgebiet gesperrt.
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