Dannstadt-Schauernheim RHEINPFALZ Plus Artikel Lkw-Verbot gefordert: Kampf dem Laster-Lärm

Lastwagen und möglichst auch Traktoren aus anderen Orten sollen um Dannstadt-Schauernheim herumfahren. Die Ortspolitiker wollen
Lastwagen und möglichst auch Traktoren aus anderen Orten sollen um Dannstadt-Schauernheim herumfahren. Die Ortspolitiker wollen ein Durchfahrtsverbot durchsetzen.

Die Dannstadt-Schauernheimer wollen prüfen lassen, ob in ihrer Ortsgemeinde ein Durchfahrtsverbot für Lkw verhängt werden kann – Anlieger ausgenommen. Es soll die Anwohner der Hauptverkehrsrouten entlasten, so das Ziel des Bauausschusses.

Den Prüfauftrag haben die Fraktionen von FDP, Grünen und SPD gemeinsam gestellt. Darin weisen sie auf die erhebliche Belastung der Hauptstraße im Ortsteil Dannstadt und der Speyerer Straße im Ortsteil Schauernheim durch den Schwerlastverkehr und landwirtschaftliche Großmaschinen hin. Dabei geht es ihnen nicht um die Lastwagen und Traktoren mit Start und/oder Ziel im Dorf selbst, sondern vor allem um diejenigen, die von anderen Kommunen kommend auf dem Weg zur Autobahn lediglich durch Dannstadt-Schauernheim fahren. „Obwohl das heutzutage niemand mehr tun muss, denn aufgrund der vielen Autobahnanschlüsse ringsum könnten sie den Ort problemlos umfahren“, hob Andreas Pfeiffer (Grüne) in der Ausschusssitzung am Mittwoch hervor.

Stattdessen ist laut SPD-Fraktionschef Uwe Schölles aber stets aufs Neue Folgendes zu beobachten: Lastwagen, die von Schifferstadt kommend durch Dannstadt rollen, um auf die A 65 zu fahren. Im Falle eines Durchfahrtsverbots bestehe nicht die Gefahr, dass Lastwagenfahrer in benachbarte Gemeinden wie Mutterstadt, Schifferstadt oder Böhl-Iggelheim ausweichen, da sie über deren Umgehungsstraßen auf die A 61 gelangen könnten, meinte er. „Oder über den Pfalzmarkt-Anschluss“, ergänzte Pfeiffer. Die Lastwagen wiederum, die regelmäßig von Fußgönheim kommend durch Schauernheim auf die A 65 fahren, könnten ebenso gut auf die A 650 auffahren, argumentierte Schölles weiter. Neben dem landwirtschaftlichen Verkehr, der sich in den vergangenen 40 Jahren verdoppelt bis verdreifacht habe, sei es vor allem dieser reine Schwerlastdurchgangsverkehr, der die Anwohner der Hauptverkehrsrouten im Dorf belaste. Ein Durchfahrtsverbot würde diese Belastung deutlich verringern und zugleich die Sicherheit innerorts erhöhen.

Antrag chancenlos?

Elmar Burkhardt (CDU) erklärte, dass es auch Ziel seiner Fraktion sei, Anwohner zu entlasten, mit dem Antrag der drei anderen Fraktionen hatte er trotzdem einige Schwierigkeiten. Denn in diesem fehlten die Ludwigshafener und die Böhler Straße, bei denen es sich ebenfalls um stark belastete Hauptverkehrswege mit entsprechend leidenden Anwohnern handle. Außerdem räumte er dem Antrag auf ein Lkw-Durchfahrtsverbot keine Chance ein. „Das wird die Kreisverwaltung nicht genehmigen, weil die Voraussetzungen nicht erfüllt sind“, war er überzeugt. Und einen Antrag zu stellen, von dem klar sei, dass er abgelehnt wird, bringe nichts. „Wir wecken damit bei den Bürgern nur Hoffnungen, die wir nicht erfüllen können“, beschrieb er seine Bedenken.

Eine wichtige Voraussetzung sei, dass Lkw Ausweichrouten haben. Eine solche entstehe mit der Erschließungsstraße für die neuen Gewerbeflächen in Dannstadt-Ost. „Sobald die fertig ist, können wir die Hauptstraße umwidmen und die Erschließungsstraße zur neuen Hauptverkehrsroute machen“, erklärte Burkhardt. Zweite wichtige Grundlage sei, dass durch das Verbot in Dannstadt-Schauernheim kein Nachbardorf benachteiligt wird. „Die sollten wir mit ins Boot nehmen und so etwas nicht alleine versuchen, das führt zu nichts außer bösem Blut“, warnte er. Statt einem Antrag halte er eine Resolution an den Kreistag für zielführender.

Nur konstanter Druck hilft

SPD, Grüne und FDP beharrten jedoch auf einem Antrag und sahen die von Burkhardt genannten Gefahren nicht, da es mittlerweile mehr Umfahrmöglichkeiten gebe als damals. Uwe Schölles und Marc Hauck (FDP) sagten, nur konstanter Druck führe auf Dauer zu einem Ziel. Das sei bei den im Frühjahr endlich genehmigten Tempo-30-Abschnitten auch so gewesen. Die seien aber auch durch ein geändertes Gesetz ermöglicht worden, merkte Ortsbürgermeisterin Manuela Winkelmann (CDU) an. Nach einer Beratungspause bot die CDU an, sich dem Antrag der anderen Parteien anzuschließen, wenn sie diesen um Ludwigshafener und Böhler Straße ergänzen. Damit konnten sie leben.

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