Rhein-Pfalz Kreis Links abbiegen ja, Lkw-Parkplätze nein

Die Einmündung in die Böhler Straße wird nicht verbreitert. Der Platz reicht nicht aus.
Die Einmündung in die Böhler Straße wird nicht verbreitert. Der Platz reicht nicht aus.

«Hochdorf-Assenheim.» Die L 530 führt als Haupt- und Ludwigshafener Straße durch Hochdorf-Assenheim. Sie ist in die Jahre gekommen und soll deshalb erneuert werden. Die Vorbereitungen für das Projekt laufen seit mehreren Jahren. Am Mittwoch hat sich der Ortsgemeinderat erneut mit dem Thema befasst und einem neuen Entwurf zugestimmt, in dem die zuletzt vorgetragenen Änderungswünsche der Kommune berücksichtigt sind.

Zu diesen ausdrücklichen Wünschen der Ortsgemeinde zählte, dass zumindest einer der beiden Gehwege durchgehend eine Mindestbreite von 1,50 Meter bekommt. Damit sollte die Sicherheit für Fußgänger erhöht werden. Die Wahl ist letztlich auf die Südseite gefallen. Das hat im Umkehrschluss die Folge, dass die Breite des Gehwegs auf der Nordseite mitunter stark variiert. „An der schmalsten Stelle ist er nur 90 Zentimeter breit“, informierte Tobias Rink vom Planungsbüro Schmihing in Grünstadt. Alternativ hätte die Fahrbahn entsprechend verengt werden müssen, was die Ratsmehrheit nicht wollte. Denn ein weiteres Ziel bestand in einem geschmeidigeren Verkehrsfluss. Der aktuell häufig stockende Verkehr belaste die Anwohner nämlich, so die überwiegende Meinung im Rat. Zur Erinnerung: Beim Ausbau einer Landesstraße übernimmt das Land die Kosten für die Erneuerung der Fahrbahn sowie des Untergrunds. Üblicherweise sanieren Kommunen bei dieser Gelegenheit gleich ihre maroden Gehwege, was sie selbst bezahlen müssen. Allerdings gibt es dafür unter Umständen Zuschüsse. Als das Thema im Mai 2013 zuletzt im Rat behandelt wurde, sah die Planung keine Linksabbiegespuren zwischen der Oberstraße und der Straße Im Einolf mehr vor. Die Begründung damals: Das lasse der Landesbetrieb Mobilität (LBM) innerorts nicht mehr zu, unter anderem, da solche Spuren viele Fahrer zu gefährlichen Überholmanövern verleiteten. Damit waren die Hochdorf-Assenheimer nicht einverstanden. Und siehe da: Bei weiteren Abstimmungsgesprächen ließ der LBM anscheinend mit sich reden. In der neuesten Planung, die Rink erläuterte, bleiben die Linksabbiegespuren erhalten. Zusätzliche Anpassungen: Am Ortsausgang in Richtung Meckenheim ist nun eine Rampe vorgesehen, die Radlern, die aus der Dorfmitte kommen, das Auffahren von der Hauptstraße auf den Fahrradweg entlang der Landesstraße nach Meckenheim erleichtern soll. An der Einmündung in den Mutterstadter Weg soll eine Querungshilfe errichtet werden. Vor der katholischen Kirche St. Peter im Ortsteil Hochdorf sind auf Wunsch der Kommune Ranktore eingeplant worden. Außerdem sollen der gesamte Bereich durch farbiges Pflaster optisch hervorgehoben und ein zwei behindertengerechte Parkplätze eingerichtet werden. Darüber hinaus werden manche Bushaltestellen ein Stück verschoben, zum Beispiel vor dem Verkehrskreisel an der Friedhofstraße. Einen Wunsch konnten die Planer den Hochdorf-Assenheimern jedoch nicht erfüllen: Die Einmündung in die Böhler-Straße so zu verbreitern, dass dort Landwirte mit ihren Gespannen sowie Lkw leichter um die Kurve kommen, vor allem aber, ohne durch die Spur des Gegenverkehrs fahren zu müssen. Dafür reiche der vorhandene Platz beim besten Willen einfach nicht aus, lautete das Argument. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Thorsten Clemens war mit der Gehwegbreite auf der Nordseite im westlichen Teil der L 530 nicht einverstanden. In der Planung vom Mai 2013 sei dieser insgesamt breiter gewesen, weshalb er beantragte, in diesem Punkt zu der alten Planung zurückzukehren. Zudem beantragte er Lkw-Stellplätze entlang der Ludwigshafener Straße zwischen Johannes-Büber- und Oberstraße. „Sonst finden wir die Planung gut“, sagte er. Für die beiden Anträge fand er jedoch keine Mehrheit. „Lkw-Parkplätze würden die Anwohner dort beeinträchtigen“, erklärte CDU-Fraktionssprecher Karlheinz Wimmer. „Mit der vorliegenden Planung sind zu einem Optimum gekommen. Wir haben schmalere Gehwege verhindert und einen besseren Verkehrsdurchsatz erreicht“, fand er. FWG-Fraktionssprecherin Monika Schönbucher sah das ähnlich. Die Ziele seien mehr Sicherheit für Fußgänger und ein weniger belastender Verkehr gewesen. Dazu würden Lkw-Parkplätze nicht passen, da sie eine zusätzliche Belastung für die betroffenen Anwohner wären. Am Ende nahm der Rat die überarbeitete Planung einstimmig an. Damit soll nun die Entwurfsplanung erstellt und der Zuschussantrag für den Ausbau der Gehwege gestellt werden.„Halleluja, damit sind wir einen Riesenschritt weiter“, kommentierte Ortsbürgermeisterin Gabriele Böhle (CDU) die Entscheidung.

x