Rhein-Pfalz Kreis
Limburgerhofer Schlösschen: Seit 20 Jahren hegt und pflegt der Förderverein das Schmuckstück
Das historische Schlösschen im Park war einst ein verwahrloster und heruntergekommener Grafensitz, heute ist es das Prunkstück der Gemeinde. Das alles wäre ohne den Förderverein Schlösschen im Park Limburgerhof nicht möglich geworden – der feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen.
Das historische Schlösschen im Park hat eine lange und bewegte Geschichte. Das einzige Adelspalais dieser Art im Rhein-Pfalz-Kreis wurde zwischen 1825 und 1830 von der Grafenfamilie Waldner von Freundstein gebaut und hatte mehrere Besitzer, bis es 1899 schließlich von der BASF erworben wurde. Die Gemeinde Limburgerhof wuchs stetig, es wurde Platz für eine Schule benötigt, ist in der Chronik nachzulesen. Darum wurde das zweigeschossige, im klassizistischen Putzbaustil errichtete Gebäude 1902 zu einer Bildungsanstalt umgebaut. Manch älterer Limburgerhofer erinnert sich vielleicht noch an den strengen Lehrer Gutwein. Der größte Saal im Erdgeschoss diente gleichzeitig als Betsaal für beide Konfessionen. Nach 1955 wurde das Schlösschen zur Ausbildungsstätte der BASF umfunktioniert. Als dann das Gebäude den Ansprüchen einer modernen technischen Ausbildung nicht mehr entsprochen und die BASF diesen Zweig in das Werk in Ludwigshafen verlagert hatte, stand das Schlösschen leer und verfiel zusehends.
Wie soll alles bezahlt werden?
1985 bot die BASF das Schlösschen mit Park der Gemeinde Limburgerhof zum Kauf an. Die Preis von einer Million Mark für das „Paket“ Schlösschen, Park und Berliner Platz war angesichts der damaligen Haushaltslage kein Pappenstiel. Hinzu kamen Aufwendungen, die durch die grundlegende Sanierung entstehen würden. Wie sollten diese Kosten und die Unterhaltung des Gebäudes gestemmt werden? Für die Befürworter des Kaufs, allen voran der damalige Bürgermeister Heinrich Zier, galt es da, viel Überzeugungsarbeit zu leisten und ein sinnvolles Nutzungskonzept zu erarbeiten. Etwa 25 engagierte Limburgerhofer machten schließlich am 25. November 1999 im Rathaus Nägel mit Köpfen und gründeten den Förderverein Schlösschen im Park Limburgerhof. Erster Vorsitzender wurde der Kopf der ganzen Aktion, Heinrich Zier.
Modernes Ambiente im Palais
Kauf und Sanierung des Schlösschens mit Park konnten mit Zuschüssen und dank Spenden und Sponsoren realisiert werden. Äußerlich wurde der ursprüngliche Zustand erhalten, aber aufgefrischt; im Inneren ist das einstige Adelspalais heute modern gestaltet und wieder mit Leben erfüllt. In Sanierung, Instandsetzung, Modernisierung flossen in all den Jahren rund zwei Millionen Euro. Nun steht die komplette Dachsanierung nach Vorgaben des Denkmalschutzes an, das Naturschieferdach wird laut Zier wohl rund 120.000 Euro kosten.
Das damals beschlossene Nutzungskonzept wird vom Förderverein, der heute rund 130 Mitglieder hat, umgesetzt: Demnach soll das Schlösschen ein Ort der Begegnung, der Geselligkeit, der Freizeit, der Bildung und der Kultur für alle Generationen und Kreise sein und erhalten werden. So werden zum Beispiel vier Konzerte für den „Kultursommer Rheinland-Pfalz“ angeboten. Auch kulturell engagierten Gruppen ermöglicht der Förderverein so einiges. So nutzen etwa das Kammerorchester unter Leitung von Felicitas Laxa, der MGV-Chor No Limits mit Chorleiter Matthias Eschli und das Ensemble Palazzo Swingtett die Räume kostenlos für ihre Proben. Dafür geben sie dann jährlich ein Konzert. Dauermieter ist zum Beispiel auch der Bridge-Club.
Finanziert durch Mieten
Seit der Sanierung können auch mobil eingeschränkte Besucher das Haus problemlos nutzen: es gibt eine Rampe mit Zugang zum Fahrstuhl und eine zusätzliche Behindertentoilette.
Im Erdgeschoss befindet sich heute der Festsaal mit Küche, der für Musikveranstaltungen, Vorträge und größere Familienfeiern wie Hochzeiten, Taufen, Jubiläen oder Ähnliches genutzt werden kann. Die „Gute Stube“ im ersten Obergeschoss eignet sich für Trauungen, Vorträge oder Seminare. Dort befindet sich auch das Büro des Fördervereins. Und das im Dachgeschoss eingerichtete „Vetter-Kabinett“ ist ideal für Vorträge und Seminare mit bis zu bis 40 Personen. Alle Räume können gemietet werden – und das wird nach Angaben von Heinrich Zier auch rege genutzt. Darum wird Interessierten geraten, rechtzeitig zu buchen. Wie der „Schlossherr“ Zier weiter erläutert, finanzieren sich die Belange des Schlösschens hauptsächlich aus Mieteinnahmen.
Termin
Wer sich das Schmuckstück der Gemeinde in der Parkstraße 43 mal anschauen möchte, kann dies am kommenden Samstag. Am 26. Oktober feiert der Förderverein Schlösschen im Park Limburgerhof seinen Geburtstag ab 15 Uhr mit einem Konzert junger Künstler der Musikschule des Rhein-Pfalz-Kreises und einem Tag der offenen Tür.
Noch Fragen?
Infos zum Schlösschen und zur Vermietung gibt es montags, 10 bis 12 Uhr, und donnerstags, 19 bis 20 Uhr, im 1. OG des Schlösschens, Telefon 06236/ 489098, E-Mail: schloesschen@online.de.