Waldsee Lesesommer-Tipp: Buch über Vorurteile und Rassismus

Liv Renkwitz aus Waldsee empfiehlt das Buch „Die Yetis sind los – Verflixt und zugeschneit“ .
Liv Renkwitz aus Waldsee empfiehlt das Buch »Die Yetis sind los – Verflixt und zugeschneit« .

Ohne ein Buch, das geht für Liv Renkwitz nicht. Die Achtjährige liest in der Schule, im Garten, im Urlaub, auf dem Sofa und im Bett. Für den Lesesommer-Tipp hat sie Stefan Gemmels „Die Yetis sind los – Verflixt und zugeschneit“ ausgesucht. Den Autor des Buchs über Vorurteile und Rassismus hat Liv persönlich kennengelernt.

In der Gemeindebücherei gleich neben der Grundschule in Waldsee ist Liv bekannt. „Mit meiner Klasse gehe ich jeden Mittwoch hierher“, erzählt die Drittklässlerin vom regelmäßigen Ausflug in die Welt der Kinder- und Jugend-Literatur. Hier hat sie das Buch über die Yetis kennengelernt und gleich zu ihrem „Bankbuch“ in der Schule gemacht. „Darin dürfen wir zehn Minuten lesen“, erzählt sie von ihrer Lieblingsbeschäftigung, aber auch von denen, für die Lesen lästige Pflicht ist. „Sie mogeln oft und blättern nur im Buch rum“, sagt Liv, begleitet von einem nachsichtigen Blick. Lehrerin wolle sie werden. Der Berufswunsch passe, meinen auch die Eltern. Sie erzählen, dass Liv ihre jüngere Schwester (5) regelmäßig unterrichtet und ihr vorliest.

Autor war in der Schule

Das Waldseer Lesesommer-Kind schlägt das von Stefanie Reich illustrierte Buch über Vorurteile und Rassismus auf. „Der Autor war in unserer Schule“, erklärt Liv die Widmung, die deutlich sichtbar auf der Rückseite des Buchdeckels steht.

„Alle sind weiß, nur ein Yeti ist rosa und heißt auch so“, sagt Liv. „Erst als sie zu den Menschen gehen, stellen sie fest, dass es viele Farben gibt.“ Yeti „Bibber“ glaubt, dass in Rosa ein Feuer lodert und sie deshalb außen rosa ist. „Das Buch ist sehr lustig geschrieben und etwas ganz Besonderes.“ Liv kennt es in- und auswendig und gerät beim Durchblättern aufs Neue ins Schwärmen. Zudem habe „Die Yetis sind los“ einen realen Bezug in ihrem Alltag, berichtet Liv von einem Mädchen in ihrer Klasse, das häufig wegen ihrer Hautfarbe gehänselt worden sei. „Manche Kinder haben ihr nicht so tolle Sachen nachgerufen.“ Konkret will Liv nicht werden, zu schlimm findet sie die Äußerungen. Die Mitschülerin sei oft ausgegrenzt worden, sagt sie.

Aufgehört hätten die Hänseleien nicht ganz nachdem der Autor das Buch in ihrer Klasse vorgestellt habe, bedauert Liv. „Jene, die immer noch über das Mädchen lachen und sie ärgern, sollten das Buch unbedingt noch einmal lesen“, empfiehlt die Achtjährige. Es sei jedoch für alle interessant. „Wir können viel von den Yetis lernen“, betont Liv.

„Lasse mir gerne vorlesen“

Liv konnte bereits lesen, bevor sie Schulkind wurde. Die Eltern hätten ihr regelmäßig vorgelesen, erzählt sie. „Das war schön.“ An „Der kleine Mondbär sucht die Sonne“ erinnert sie sich besonders gerne. „Wenn ich müde bin, lasse ich mir heute noch gerne vorlesen“, sagt Liv. Drei Bücher verschlingt sie in der Woche. Das Regal im Kinderzimmer ist gut gefüllt. Täglich eine Viertelstunde lesen ist für sie normal. Deutsch ist ihr Lieblingsfach, Rechnen, und alles, was damit zu tun hat, „geht so“. Aufsätze schreibt sie indes nicht so gerne wie Geschichten, die sie sich selbst ausdenkt. In den Ferien hat sie einige zu Papier gebracht.

„Ich mag es zu lernen, in mein Tagebuch zu schreiben und in der Natur zu sein“, zählt Liv weitere Lieblingsbeschäftigungen auf. Schon heute freue sie sich darauf, dass ihre eigenen Kinder einmal lesen könnten, was sie so alles erlebt hat in Waldsee, in ihrer Fantasie, mit den Yetis und anderen Bücherhelden ihrer Kindheit.

Lesezeichen

Stefan Gemmel: „Die Yetis sind los – Verflixt und zugeschneit“, Illustrationen von Stefanie Reich, Herausgeber: Baumhaus, Altersempfehlung: ab 5 Jahre, 112 Seiten.

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