Rhein-Pfalz Kreis
Leiningerland sucht zusätzliche Standorte für Altglascontainer
Ab dem kommendem Jahr wird Altglas im Kreis Bad Dürkheim nicht mehr vor den Haustüren abgeholt, sondern muss zu einer Sammelstelle gebracht werden. In der Verbandsgemeinde Leiningerland gibt es schon 22 Standorte für Container. Wo die zusätzlichen Behälter aufgestellt werden, ist noch unklar. Und nicht jeder Bürgermeister begrüßt die Abschaffung der Glassäcke.
„Ich bin nicht glücklich darüber, dass der Kreis das beschlossen hat“, sagt der Dirmsteiner Ortsbürgermeister Bernd Eberle (FWG). „Vor zwei Jahren erst haben wir nach einem Ratsbeschluss die Container zurückgegeben.“ Zu oft sei anderer Abfall an der Sammelstelle in der Bleichstraße abgeladen worden, „zum Teil auch Gefahrstoffe“, berichtet Eberle. Herumliegenden Müll kenne er auch von Laumersheim, wo sich die Container für weißes, grünes und braunes Glas auf einem Platz vor der Autobahn befänden.
Während die Großkarlbacher Beigeordnete Jutta Frischknecht (SPD) die Sammelstelle in ihrem Dorf am Parkplatz beim Bäckerlädchen für relativ unproblematisch und gut genutzt hält, bedrückt es den Gerolsheimer Ortsbürgermeister Erich Weyer (FWG), dass noch mehr Glascontainer aufgestellt werden sollen. Auch er beobachtet am jetzigen Platz an der Weet einen Missbrauch: „Da werden gefüllte Marmeladengläser abgestellt und die Kartons stehen gelassen, in denen die Flaschen transportiert wurden“, sagt Weyer. „Das müssen unsere Gemeindebediensteten dann wegmachen.“
Bis zum Jahresende sollen im Kreis 150 Sammelbehälter stehen
Im gesamten Landkreis sind derzeit 73 Container aufgestellt. Bis November/Dezember sollen es rund 150 sein. Deshalb sucht der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) nun nach geeigneten Plätzen. „Wir schreiben die Gemeinden und Bürgermeister an, um gemeinsam nach Möglichkeiten zu suchen“, sagt AWB-Leiter Klaus Pabst. Bisher liefen die Gespräche, konkrete Ergebnisse für die VG Leiningerland oder die Stadt Grünstadt gebe es noch nicht. Vermutlich werden die meisten Ortschefs abwarten, bis sich die neu gewählten Räte und Ausschüsse gebildet haben, in denen dann über mögliche Sammelstellen gesprochen wird.
Geeignete Standorte seien zentrale Areale, beispielsweise auf Supermarktparkplätzen, meint Klaus Pabst. Für deren Kunden sei es praktisch, ihr Altglas beim Einkauf zu entsorgen. Aktuell stellten größtenteils die Gemeinden die Standorte zur Verfügung, aber auch auf Sportvereinsgrundstücken stünden Container. Die Stellen sollten so gewählt werden, dass es zu keiner Lärmbelästigung der Anwohner komme.
Ob die geplante Anzahl von neuen Containern ausreichend ist, vermag der Werkleiter noch nicht zu beurteilen. „Falls nicht, kommen noch welche hinzu. Momentan haben wir ja noch keine Erfahrungswerte.“ Die Leerung erfolge, wie bei der bisherigen Abholung vor der Haustür, im Zwei-Wochen-Rhythmus. Auch da könne man sich an den Bedarf anpassen, versichert Klaus Pabst. Bürgermeister Weyer aus Gerolsheim weiß jetzt schon, dass er häufigere Leerungen der bestehenden Container vorschlagen will. „Das wäre mir lieber, als zusätzliche Behälter aufstellen zu müssen.“
Die Umstellung ist eine Entscheidung des Dualen Systems
Bislang zahlt der Landkreis den Grundstückseigentümern pro Standortplatz 725 Euro, künftig werden es 910 Euro jährlich sein. Das sei vielleicht ein kleiner Anreiz für Betreiber von Supermärkten oder für Einzelhändler, Sammelstellen auf ihrem Gelände zu erlauben.
2,2 Millionen Kunststoffsäcke für Altglas im Jahr gibt der Kreis Bad Dürkheim bislang an seine Bürger aus. Dieses Plastik kann nun vermieden werden. Doch die Umstellung beim Einsammeln des Wertstoffs Glas hat andere Gründe. Das Duale System Deutschland, das unter anderem für die Altglassammlung zuständig ist, hat so entschieden. Denn die bisherige Sammlung in Säcken machte es unmöglich, die verschiedenen Glasfarben zu trennen. Damit sank der Wert des Sammelguts.
Teurer für die Bürger wird die Umstellung nicht. Die Glasentsorgung habe keinen Einfluss auf die Höhe der Müllgebühren, sagt AWB-Leiter Pabst. Endverbraucher bezahlten nämlich beim Kauf von in Gläsern verpackten Produkten das Entsorgen gleich mit.