Rhein-Pfalz Kreis Leichter Anstieg von Straftaten verzeichnet

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Mutterstadt. Trotz des Anti-Terror-Einsatzes, der vor einigen Wochen viel Aufsehen in der Gemeinde erregt hat, müssen sich die Mutterstadter Bürger offenbar keine übermäßigen Sorgen um ihre Sicherheit machen. Zwar gibt es durchaus Straftaten, doch die Kriminalität in ihrem Dorf ist laut Polizei insgesamt unauffällig.

Das ist zugleich die wichtigste Botschaft, die der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion (PI) Schifferstadt, Kai Giertzsch, dem Mutterstadter Rat für Kriminalprävention mit einer Präsentation vermittelt hat. Die PI ist neben Mutterstadt auch für Altrip, Böhl-Iggelheim, Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim, Limburgerhof, Neuhofen, Schifferstadt und Waldsee zuständig. In ihrem gesamten Bezirk haben die Beamten im vergangenen Jahr 4690 Straftaten erfasst, davon 698 in Mutterstadt. Das sind zwar 72 mehr als im Vorjahr. „Aber 2012 waren es mehr als 800, 2013 noch um die 750“, relativiert der Experte. Aufgeklärt wurden mit 53,2 Prozent etwas mehr als die Hälfte der Fälle – nämlich 371. Die Anzahl der Betrugs- und Vermögensdelikte sank nach Giertzschs Angaben von 93 auf 78. Sogenannte Rohheitsdelikte wie Raub, Körperverletzung, Bedrohung und Nötigung gab es etwas mehr (125 statt 105). Die Anzahl der Diebstähle nahm ebenfalls zu, wobei die Polizei hier zwischen Taten ohne erschwerende und mit erschwerenden Umständen unterscheidet. „Ist ein Gegenstand nicht gesichert, handelt es sich um einfachen Diebstahl. Hängt ein Schloss daran, ist es schwerer Diebstahl“, erläutert Giertzsch an einem Beispiel. Seine Kollegen verzeichneten 160 leichte (2014: 140) und 115 schwere Diebstähle (2014: 105). Dabei fallen sowohl der Anstieg der Ladendiebstähle von 27 auf 48 als auch der Wohnungseinbrüche von 19 auf 48 auf. „Bei den Ladendiebstählen muss man beachten, dass es in Mutterstadt mehrere große Einkaufsmärkte gibt, in denen die Täter fast ausnahmslos von Ladendetektiven erwischt wurden“, sagt Giertzsch. Die Einbrüche folgten dem landesweiten Trend, den vermutlich nicht zuletzt professionelle Banden aus dem Ausland verursachten. Der Entwicklung begegne die Polizei mit mehr Kontrollen und Fahndungen sowie Infoveranstaltungen. „Am 30. November ist zum Beispiel ein Bürgerforum in Mutterstadt rund um dieses Thema geplant“, kündigt er an. Immer wieder wird die Befürchtung geäußert, dass Flüchtlingsunterkünfte mit einer steigenden Kriminalität einhergehen. Laut Giertzsch gibt es weder einen solchen Zusammenhang noch einen nachvollziehbaren Grund für diese diffuse Angst. Von den 4690 Straftaten im gesamten PI-Bezirk seien lediglich 70 von Asylbewerbern begangen worden. Diese Zahl verringere sich noch, wenn typische Vergehen wie Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz und Vergehen untereinander abgezogen würden. „Wenn Sie 300 oder 400 Pfälzer monatelang in einem Haus unterbringen, bekommen die auch früher oder später mal Streit“, sagt er. Selbstverständlich beobachte die Polizei die Lage weiter. Komme es zu Auffälligkeiten, werde geprüft, ob ein spezifisches Problem vorliegt und dann mit der betreffenden Gemeinde nach Lösungsmöglichkeiten gesucht. Doch auch bestehe in Mutterstadt aktuell kein Handlungsbedarf. |mamü

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