Rhein-Pfalz Kreis Lebensgefährliche Idylle

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Ludwigshafen

. Den ersten Eisläufer, so schreibt der Schifferstadter Albrecht Weisz, habe er am Freitagabend auf dem Niederwiesenweiher zwischen Böhl-Iggelheim und Schifferstadt fotografiert. Doch was mit der untergehenden Sonne im Hintergrund idyllisch anmutet, kann laut Jörg Strubel von der Schifferstadter Feuerwehr schnell zur lebensbedrohlichen Situation werden. Zu einer Eisrettung ausrücken musste die Schifferstadter Wehr in diesem Jahr zwar noch nicht. Doch Strubel weiß, auch wenn die Eisdecke derzeit noch stabil aussieht und trägt, kann sie nur ein paar Meter daneben schon brüchig sein. „Und spätestens wenn Tauwetter einsetzt, besteht absolute Lebensgefahr auf dem Eis“, betont er. Auch Peter Haneder, Vorsitzender der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Neuhofen, hat am Wochenende erste Jugendliche auf der zugefrorenen Schlicht beobachtet und verweist deshalb auf die Eisregeln der DLRG (siehe „Zur Sache“). Diesen zufolge sollte ein stehendes Gewässer etwa erst betreten werden, wenn das Eis mindestens 15 Zentimeter dick ist – bei einem fließenden Gewässer sollten es sogar 20 Zentimeter sein. Einen Ernstfall habe es in seinen sieben Jahren beim DLRG Vorderpfalz glücklicherweise aber nicht gegeben, sagt Bezirksleiter Werner Steckmeier. Eisflächen zum Schlittschuhlaufen freizugeben ist Sache der jeweiligen Gemeinde. Böhl-Iggelheims Bürgermeister Peter Christ würde das für den 30 Meter tiefen Niederwiesenweiher aber nicht tun – egal wie dick das Eis ist. „Schilder warnen auch, dass man die Fläche auf eigene Gefahr betritt. Trotzdem sind bei solchen Temperaturen immer Leute auf dem Eis unterwegs“, hat er beobachtet. Auch wenn nur selten tatsächlich ein Mensch aus dem Eis gerettet werden muss, die Rettungskräfte wollen für den Ernstfall gerüstet sein. Wenn die Temperaturen so eisig bleiben, soll am Badeweiher Melm bei Oggersheim am Sonntag eine Rettungsübung der DLRG stattfinden, informiert Steckmeier. Zehn Zentimeter dick sei die Eisdecke dort zur Zeit. Eine derartige Probe haben Feuerwehr, Technisches Hilfswerk (THW) und DLRG bereits am vergangenen Wochenende auf dem zugefrorenen Nachtweideweiher in Bobenheim-Roxheim simuliert – im Überlebensanzug mit integriertem Luftkissen. Auch die Schifferstadter Wehrleute wollen den Ernstfall in den kommenden Tagen proben. Laut Strubel aber zunächst nur im Schifferstadter Kreisbad. Eine Rettungsübung vor Ort an einem Weiher soll bei einsetzendem Tauwetter nachgeholt werden. „Nur dann haben wir auch eine realitätsnahe Situation“, so Strubel. Doch nicht nur Menschen, auch Tiere wagen sich auf die zugefrorenen Eisflächen. Ein Schwan in einer vermeintlich prekären Lage wurde der Schifferstadter Feuerwehr am Sonntagvormittag am Niederwiesenweiher gemeldet. Vor Ort konnten die Wehrleute aber feststellen, dass das Tier putzmunter war und sich offenbar nur zum Ausruhen auf die Eisfläche zurückgezogen hatte. Auch mehrere aufgebrachte Spaziergänger am Schifferstadter Bahnweiher konnte die Feuerwehr beruhigen. Bei den dort eingefrorenen Tieren handelt es sich um zwei Vögel aus Plastik. Der Rhein bei Altrip ist zwar nicht zugefroren, trotzdem hat das kalte Wetter Auswirkungen auf den Fährbetrieb. Kurz vor 6.30 Uhr wurden Pendler gestern Morgen darüber informiert, dass die Fähre außer Betrieb genommen werden muss. Nebel in Kombination mit einem niedrigen Wasserstand nennt Manuela Lehmann von der Altriper Verwaltung als Grund. Bei diesen Sichtverhältnissen sei ein Betrieb schlicht unmöglich gewesen. Gegen 9.45 Uhr habe die Fähre wieder ablegen können.

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