Schifferstadt / Mutterstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Leben bis zuletzt: Begleitung für Schwerkranke und Angehörige

Wer kranke und alte Menschen zu Hause pflegt, kann schnell an seine Grenzen stoßen. Rat und Tat von erfahrenen Helfern sind da e
Wer kranke und alte Menschen zu Hause pflegt, kann schnell an seine Grenzen stoßen. Rat und Tat von erfahrenen Helfern sind da eine große Hilfe.

Der Tod ereilt schwerstkranke oder alte Menschen oft im Krankenhaus oder im Pflegeheim. Doch auch wer zu Hause im Kreis seiner Angehörigen bleibt, muss nicht auf Unterstützung verzichten. Hier ist der Ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst ein Ansprechpartner. „Wir haben uns aufgehoben und aufgefangen gefühlt“, sagt die Tochter eines jüngst Verstorbenen. Aufgefangen in einem dicht geknüpften Netz an Hilfe.

Das Wort „Hospiz“ mag zunächst wie ein Schock wirken. So endgültig. Auch Helga Heinrich musste erst einmal schlucken, als die Schwester der Ökumenischen Sozialstation Limburgerhof den Hospizdienst ins Spiel brachte. Schon lange pflegte die 78-jährige Mutterstadterin ihren Mann zu Hause, doch sein Zustand hatte sich zu sehr verschlechtert. Doch jetzt, vier Monate nachdem ihr Mann Gerhard im Alter von 82 Jahren verstorben ist, ist sie voll des Lobes über das Team aus Ambulantem Hospiz- und Palliativdienst (AHPB) Südlicher Rhein-Pfalz-Kreis, Sozialstation und den Palliativmedizinern der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) aus Neustadt. „Diese umfassende Unterstützung hat es ermöglicht, dass mein Vater in Würde gehen konnte“, sagt Tochter Ulrike Heinrich. Und dass den Angehörigen viele Lasten und Sorgen erleichtert werden konnten.

Viele ehrenamtliche Helfer

Der Ambulante Hospizdienst für den südlichen Rhein-Pfalz-Kreis, der seinen Sitz in Schifferstadt hat, hilft seit vielen Jahren dabei, dass Schwerkranke und Sterbende zu Hause umsorgt werden können. „Wir sind immer ansprechbar“, sagt Barbara Haas, eine der drei hauptamtlichen Hospizfachkräfte. Neben einer Koordinatorin als weitere Hauptamtliche gibt es in der Einrichtung rund 45 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Und doch ist der Hospizdienst vielen nicht bekannt, die seine Hilfe gut brauchen könnten, bedauert Barbara Haas. Denn neben der medizinischen sei auch die psychosoziale Hilfe unverzichtbar. Auch Familie Heinrich wusste vorher nichts von diesem Dienst – und ist nun heilfroh, ihn in Anspruch genommen zu haben.

„Als mein Mann so krank geworden ist, habe ich gleich gesagt, dass er zu Hause gepflegt wird“, erinnert sich Helga Heinrich. Der frühere Chemie-Ingenieur in der BASF war ein sehr aktiver Mann, Marathonläufer, Tennisspieler, Kegler, Schachspieler. Ein „alter Mutterstadter“, der auch ein sehr sozialer Mensch war, betont seine Tochter. Die 48-Jährige holt ein Foto, das ihn mit der Auszeichnung für regelmäßiges Blutspenden zeigt. Doch alters- und krankheitsbedingt verfiel er in Antriebs- und Bewegungslosigkeit, die bald schwere körperliche Folgen hatte. Gut ein Jahr lang stand sein Pflegebett im Wohnzimmer, es ging ihm immer schlechter. Aber er sollte auf keinen Fall im Krankenhaus sterben, wünschte sich die Familie. Da brachten Heike Fischer-Steyerer, Altenpflegerin bei der Ökumenischen Sozialstation Limburgerhof, und ihre Kollegin, die Gerhard Heinrich ebenfalls versorgte, den Ambulanten Hospizdienst ins Spiel, und die Sozialstation stellte den Kontakt her.

Zuspruch für Angehörige

„Wir haben dann schnell gemerkt, dass wir einen Palliativmediziner brauchen“, sagt Barbara Haas. Medizinische oder pflegerische Betreuung übernimmt der AHPB nicht. Der Arzt Michael Hatzenbühler vom SAPV kam mit ins Boot. „Das Team war uns eine unglaubliche Stütze und wirklich Gold wert“, sagt Ulrike Heinrich, die eigentlich in Berlin lebt. Viele Gespräche und Aufmunterung haben sie und ihre Mutter erlebt, viele Ängste gemildert bekommen – können wir etwas falsch machen, was tun, wenn der Vater nichts essen will, was ist, wenn er plötzlich Fieber bekommt? Immer habe es Ansprechpartner gegeben, „bei allen drei Einrichtungen haben wir eine professionelle Souveränität gespürt“. Viel Zuspruch und Motivation haben sie dadurch erfahren, sagen Helga und Ulrike Heinrich, „und uns immer ernst genommen gefühlt“.

Am Dienstag nach Ostern schließlich ist Gerhard Heinrich verstorben, „einfach friedlich eingeschlafen“, sagt seine Frau. Und auch dann sei das gesamte Begleitteam gleich da gewesen, „das war für uns sehr hilfreich“, bekräftigt Ulrike Heinrich. Für die Mitarbeiter des Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienstes endet ihre Aufgabe nicht mit dem Tod.

Auch Trauerbegleitung gehört dazu, wenn nötig und gewünscht. Ehrenamtliche Hospizbegleiter sind Gesprächspartner, es gibt ein Trauercafé und -wanderungen. „Wir haben die Angehörigen vorher gut begleiten können und vieles besprochen“, sagt Barbara Haas. Und Ulrike Heinrich bestätigt: „Das Fundament ist gelegt, auf dem man laufen kann im Trauerprozess.“

Zur Sache: Ambulanter Hospizdienst

Der Ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst (AHPB) Südlicher Rhein-Pfalz-Kreis kümmert sich um schwerstkranke Menschen und ihre Angehörigen. Hospizfachkräfte und Ehrenamtliche unterstützen und begleiten die Betroffenen in der häuslichen Umgebung oder auch im Alten- und Pflegeheim, arbeiten mit behandelnden Ärzten und Pflegediensten zusammen und beraten über Schmerz- oder andere palliative Therapien. Und sie begleiten die Angehörigen in ihrer Trauer nach dem Tod des Patienten. Der Dienst hat seinen Sitz in Schifferstadt, zu seinem Einzugsgebiet gehören Mutterstadt, Limburgerhof, Böhl-Iggelheim, Neuhofen (in Absprache mit dem AHPB Ludwigshafen) sowie die Verbandsgemeinden Dannstadt-Schauernheim und Römerberg-Dudenhofen (letztere in Absprache mit dem AHPB Speyer). Träger des Dienstes ist die Sozialstation Schifferstadt, unterstützt wird er von den Elisabethenvereinen aus Schifferstadt, Heiligenstein, Dudenhofen, Harthausen und Hanhofen sowie den Evangelischen Krankenpflegevereinen Schifferstadt und Römerberg.

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Rhein-Pfalz-Kreis vor.

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