Nachruf
Landwirt und Naturschützer aus Passion: Ludwig von Heyl
Ludwig Cornelius von Heyl, 1948 in Worms geboren, entstammte der seit 1886 adeligen Lederproduzenten-Familie von Heyl zu Herrnsheim. Nach dem Studium der Agrarwissenschaft und der Promotion übernahm er die Leitung des Landguts Nonnenhof. Mit Unterstützung seiner Ehefrau Carola baute er vier Dekaden hindurch alljährlich 2000 Tonnen Kartoffeln an und betreute auch das zum Landgut gehörende Wäldchen. Gastfrei öffnete Ludwig von Heyl sein Gut für Veranstaltungen, so manche fröhliche Runde bei ihm wird in Erinnerung bleiben. Ihm ist es zu verdanken, dass die einst „verbotenen“ Wege des Gutsgeländes heute zu Bobenheim-Roxheims Rad- und Wanderwegenetz gehören.
Die Profession der Bauern und Winzer war für von Heyl untrennbar mit dem Schutz der Natur verbunden. Als einer der ersten Landwirte in der Pfalz ließ er breite Ackerrandstreifen stehen – lange bevor es dafür finanzielle Prämien gab. Zahlreiche Organisationen betrauten ihn mit Leitungsfunktionen, beispielhaft seien der Landwirtschaftliche Arbeitgeberverband Rheinhessen-Pfalz, der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd, die Raiffeisen-Genossenschaft für Gemüseverwertung und der Waldbesitzerverband Rheinland-Pfalz genannt.
Vielfach geehrt
Darüber hinaus war von Heyl Mitglied des Vereins für Naturforschung und Landespflege Pollichia und 20 Jahre lang Vorsitzender des Naturschutzbeirats des Rhein-Pfalz-Kreises, wo er zur Schlichtung mancher Nutzungskonflikte beitrug. Von 1994 bis 2009 und von 2014 bis 2019 arbeitete er als Vertreter der CDU im Bobenheim-Roxheimer Gemeinderat mit. Auch von Heyls Gründungs- und ideenreiche Vorstandsmitgliedschaft im örtlichen Verein für Naturschutz und Heimatpflege unterstrich seine Heimatverbundenheit. Da er jedes seiner Ämter sehr gewissenhaft ausgefüllt hat, erhielt er eine Vielzahl von Auszeichnungen, darunter 2013 das Bundesverdienstkreuz.
Auch als Ludwig von Heyl 2015 das traditionsreiche Hofgut an das jüngste seiner vier Kinder, seinen Sohn Ludwig von Heyl jr., übergab, endete sein Einsatz für die Allgemeinheit keineswegs: Er wurde zum Vorsitzenden des Vereins Deutsches Kartoffelmuseum gewählt, dem er neue Impulse gab. Der für die Allgemeinheit überraschend Verstorbene hinterlässt seine Witwe und neben dem Sohn und Nachfolger drei ebenfalls erwachsene Töchter.