Rhein-Pfalz-Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Landratskandidat: Überwältigende Mehrheit der CDU für Volker Knörr

Volker Knörr hatte nach der Nominierung allen Grund zum Lachen.
Volker Knörr hatte nach der Nominierung allen Grund zum Lachen.

Von solch einem Ergebnis träumt man als Politiker: 99,2 Prozent der anwesenden und stimmberechtigten Mitglieder haben sich für Volker Knörr als Kandidat der CDU für die Landratswahl am 23. Februar 2025 entschieden. Der Aufruf der Kreis-Parteispitze hat seine Wirkung nicht verfehlt.

Kurz vor 19 Uhr ist die Stimmung bei den Christdemokraten im Maxdorfer Carl-Bosch-Haus gelöst. Das mag daran liegen, dass man sich eigentlich einig ist, dass Volker Knörr ihr Kandidat für das Amt des Landrats bei der Wahl am 23. Februar 2025 sein soll. Ein bisschen mag das aber auch an flüssigen Pfälzer Grundnahrungsmitteln liegen, auch wenn manch einer auf gar merkwürdige Mischungen zurückgreift. Aber die Geschmäcker sind ja verschieden.

Man hört oft Gelächter. Die Gespräche sind lebhaft. Für viele ist das Sitzungsjahr schon vorbei. Da machen die paar Minuten Verspätung, mit denen Patrick Poss, Kreisvorsitzender der Christdemokraten, die Sitzung eröffnet, nichts aus. Mit einer Rückkopplung des Mikrofons läutet er den offiziellen Teil des Abends ein. Und der wird quasi im Schnellgang abgearbeitet. Alle Formalien werden ruckzuck, aber gewissenhaft erfüllt. „Es muss alles passen“, betont Poss. Klar, keiner will, dass es am Ende an einer Lappalie scheitert.

Mehr zum Thema

Kommentar

RHEINPFALZ Plus Artikel
Ein Traumergebnis

Die Abstimmungen für Versammlungsleiter, Schriftführer und, und, und gehen alle einstimmig über die Bühne. Doch niemand traut sich, da etwas hineinzuinterpretieren, was den Ausgang des Abends anbelangt. Das wäre wohl zu gewagt. Oder?

„Wir mussten uns im Vorstand nicht lange Gedanken machen“, betont Poss. Das Ziel sei eine gute Staffelübergabe. Klar: Die CDU will auch weiterhin den Chef der Kreisverwaltung stellen. Poss erinnert sich, wie er 2009, damals noch in der Jungen Union, Wahlkampf für Clemens Körner gemacht hat. Jetzt gehe es darum, ein geschlossenes Signal der CDU-Familie zu senden. Überhaupt fällt das Wort „Geschlossenheit“ öfter an diesem Abend. Fast wird es etwas überstrapaziert. Man spürt, dass der Kreisspitze der Christdemokraten ein starkes Ergebnis für Knörr wichtig ist.

Der hat bei diesen Worten schon längst das Headset für seine Vorstellung auf. Die Karten mit den Stichworten hat er ebenfalls parat. Viele kennen den Waldseer selbstverständlich. Schließlich ist er schon Erster Kreisbeigeordneter. Aber womöglich weiß der eine oder andere aus dem Kreisnorden noch nicht, wem er da uneingeschränkt das Vertrauen schenken soll.

Knörr geht für seine Vorstellung nicht auf die Bühne. Er bleibt davor, auf einer Ebene mit den CDU-Mitgliedern. Den Lebenslauf präsentiert der Schulleiter quasi im Schnelldurchlauf. Es geht auch schließlich darum, welche politischen Inhalte er in den nächsten acht Jahren umsetzen will, und nicht darum, wo er Abitur gemacht hat.

Eine Viertelstunde will er danach den Mitgliedern erzählen, was er mit dem Kreis vor hat. Wenn er als Kandidat und dann auch als Landrat gewählt wird. Er will den Landkreis als Bildungslandkreis stärken, einen sicheren und gesunden Landkreis haben. Beim Thema Umzug der Kreisverwaltung nach Schifferstadt eröffnet er für sich den Wahlkampf, antwortet auf den Angriff seines möglichen Konkurrenten Ralf Marohn (FDP), der in der letzten Kreistagssitzung den Wahlkampf eingeläutet hatte. Der Liberale hatte die Pläne der Verwaltung kritisiert, in Schifferstadt Räume für die Kreisverwaltung zu mieten statt selbst zu bauen. Knörr steht hinter dem Mietkonzept.

Viermal gibt es von den Mitgliedern Zwischenapplaus. Nach Knörrs Rede klatschen die Mitglieder für etwa 20 Sekunden. Knörr setzt sich zufrieden neben seine Tochter, die ihn nach Maxdorf begleitet hat. Patrick Poss betont, dass Volker Knörr mindestens die Hälfte der abgegebenen Stimmen benötigt für eine Nominierung. Dieser Wert wird wenig später keine Rolle mehr spielen.

Offenbar hat der Kreisvorstand die richtige Entscheidung getroffen. Knörr erhält 99,2 Prozent der Stimmen. Von 119 Stimmberechtigten haben 117 für den Waldseer gestimmt, nur eine Gegenstimme und eine Enthaltung gab es. Die Aufrufe zur Geschlossenheit haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Es ist 20.18 Uhr, als Patrick Poss das Ergebnis verkündet.

Sehr breit ist das Grinsen, mit dem Knörr Glückwünsche entgegennimmt und für Fotos bereitsteht. „Ich bin sprachlos. Ich versuche, die eine Nein-Stimme auch noch zu überzeugen. Wir sind alle ein Team“, meint er und schwört die Kreis-CDU auf einen „kurzen, knackigen Wahlkampf“ ein.

x