Rhein-Pfalz Kreis Land und Leute:
Die Ansichten, was potenzielle Partner attraktiv erscheinen lässt, gehen ja weit auseinander – etwa wenn man Menschen und Amphibien betrachtet. Bei Menschen sollten Männer mit großen weißen Bäuchen Kröten haben. Krötenmänner dagegen sollten große weiße Bäuche haben. Tatsächlich halten die Krötenherren im Frühjahr ihre weißen Wampen hoch, sodass sie gut zu sehen sind. Krötenfrauen finden Bauch nämlich sexy und krabbeln auf die Kröteriche zu. Das ist ein Verhalten, das im Sommer an Pfälzer Baggerseen selten zu beobachten ist – bei Menschen. Sieht der Mann eine attraktive Frau, springt er auf sie drauf und hält sie fest – bei Kröten. Bei Menschen hingegen pflegen Männer, wie wir alle wissen, seit Jahrhunderten die hohe Kunst des galanten Umwerbens, der aufmerksamen Zuwendung und des Wünsche-von-den-Augen-Ablesens. Natürlich kann der anfangs so begehrte Partner auch zur Last werden. Davon können Krötinnen ein Lied singen: Sie müssen den auf sie gesprungenen Krötenkerl nämlich bis ins Hochzeitsbett ihres Tümpels tragen. Nach mehreren Millionen Jahren Evolution hat sich das bei Menschen umgedreht, hier tragen Männer die Frauen über die Türschwelle des künftigen Zuhauses. Kröten haben im Laufe ihres Lebens ähnlich viele Partner wie Gerhard Schröder oder Zsa Zsa Gabor. Die Trennungen laufen vergleichsweise einvernehmlich ab. Krötin und Kröterich verzichten beide auf das Sorgerecht für 1500 Kinder. Der Rankbogen am Kartoffelmuseum in Fußgönheim ist ja hin und wieder Gesprächsthema im Ort. Nicht weil er so besonders schön umrankt wäre – noch wächst da nichts. Nein, das gute Teil ist, wie mehrfach berichtet, etwas, nun sagen wir: ungenau geplant. Es steht zu nahe an der Wand. Die Fehlplanung haben unbekannte „Hexen“ in der Nacht auf den 1. Mai aufs Korn genommen und dabei gezeigt, dass der Bogen doch auch so ganz praktisch ist: als Wäscheleine. Den passenden Text dazu haben sie gleich mitgeliefert: „Do steht es nun, des olle Tor. Unn doch is alles wie zuvor. Es wachst kä Grün, am falsche Platz. Ja, war jetzt alles für die Katz? Doch nä, net ganz, des is kän Hohn. Zum Wäsch’ uffhänge taugt es schon!“ Aber nicht mehr lange. Der Bogen soll bei den anstehenden Tiefbauarbeiten entfernt und nach seiner Neukonstruktion wieder montiert werden, nach Angaben der Bauverwaltung der Verbandsgemeinde Maxdorf ab Juli. Auch der einstige „Grumbeerkreisel“ zwischen Maxdorf und Fußgönheim war schon öfter im Visier der Hexen. Diesmal wurde er zum wenig stillen Örtchen: mit einem Dixi-Klo geschmückt. Es ist die Sensation in Schifferstadt: Erstmals in der Stadtgeschichte reiht sich eine männliche Rettich-Hoheit in die Gesellschaft lieblicher Rettichköniginnen. Lukas Kopping wird der erste Rettichkönig. Kaum war das in der Pressekonferenz verkündet, begannen wilde Spekulationen über das königliche Gewand. Die weiblichen Herrscherinnen beeindruckten ja in den vergangenen Jahren mit aufwendigen Roben oder entzückenden Dirndls samt glitzerndem Diadem auf dem Kopf. Wie wird Lukas aus der Masse seiner Untertanen herausstechen. Mit rotem Umhang und weißem Hermelinfell-Kragen? Ein Zepter, geschnitzt aus einem stattlichen Rettich? Und auf dem Kopf ...? Na logisch, den Goldenen Hut – die ultimative Kopfbedeckung für den Herrscher der Rettichmetropole. |ghx