Rhein-Pfalz Kreis Land und Leute:
soll schöner werden. Die Gestaltung der Ortsmitte nimmt Formen an. Neues Pflaster, neue Bänke, neue Bäume. Und seit neuestem gibt es da auch ein neues Denkmal. Zwölf Landfrauenköpfe auf Stele – gesponsert von – ganz klar – den Landfrauen. Das muss aber nicht das einzige Monument auf dem Platz bleiben. Zwölf Tauben aus Ton könnte der Brieftaubenzuchtverein „Sturmvogel“ fertigen lassen. Zwölf Musiker aus Marmor die Mutterstadter Blaskapelle erstehen lassen. Zwölf Bauern aus Basalt sind vielleicht etwas übertrieben, angesichts des heutigen Höfesterbens. Aber ein großer Traktor aus Titan sollte drin sein. Der macht auch keinen Krach und keinen Dreck. Das mit der Zwölf lässt sich ohnehin nicht durchhalten. Wir denken da an den Kegelverein, der nur „alle Neune“ hat. Gut, die Pins aus Porenbeton könnten ja quer über den Platz verteilt liegen, das Kunstwerk mehr in die Fläche gehen. Aber dann will der Tennisclub einen Tennisplatz aus Turmalinquarzsteinchen, die Geflügelzüchter hundert goldene Gänse und die Agenda Mutterstadt käme mit einem Fahrradweg aus funkelndem Fluorit zum Andenken an ihr Bemühen. Es folgen Rasenkraftsportler, Feuerwehrleute, die Briefmarkensammler und die Donaudeutsche Landsmannschaft. Über 70 Vereine gibt es laut gemeindlicher Informationen im Internet. Mutterstadt soll schöner werden. Die Akustikanlage im Kreishaus ist schlecht, so schlecht, dass sie eigentlich verboten gehört. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Funkmikrofone senden auf mittlerweile verbotenen Frequenzen. Auweia! Wie muss man sich das denn vorstellen? Jaulen alle Hunde im Umkreis von 200 Metern ums Kreishaus? Oder wird der Europaplatz bei Sitzungen zum größten Funkstörloch in ganz Ludwigshafen? Oder senden die alten Dinger gar auf geheimen Frequenzen? BND? NSA? MI6? Werden James Bond und Co an der Rettung der Welt gehindert, weil der Kreistag seit Stunden über Kindergartenkram diskutiert? Oder noch schlimmer. Was, wenn die alten Dinger gar ins All senden. Das Erste, was die grünen Männchen dann von der Menschheit zu hören bekommen, sind Debatten über Müllgebühren. Die kommen uns doch nie besuchen … Jemandem den Marsch blasen oder die Flötentöne beibringen – es gibt einige Sprichwörter, die dem Musizieren entlehnt sind. Das hat Landrat Clemens Körner (CDU) wahrscheinlich nicht im Sinn gehabt, als er sich beim Musikschultag der Kreismusikschule am vergangenen Wochenende spontan ein Cello schnappte. Dieses Instrument ist derzeit sehr gefragt beim hoffnungsvollen musikalischen Nachwuchs, hat Christoph Utz, der Leiter der Kreismusikschule, festgestellt. Und weil so viele gerne Cello spielen wollen, passt es nur zu gut, dass der Förderverein der Musikschule drei dieser wohlklingenden Instrumente gespendet hat, die für den Unterricht verliehen werden können. Das freute auch Körner. Offenbar hat ihn das inspiriert, denn er probierte laut Kreis-Sprecher Stefan Kopf sogleich aus, einem der Celli Töne zu entlocken. Wie sie geklungen haben, können wir mangels eigener Anschauung nicht beurteilen. Ein „beeindruckend schöner Klang“, wie Utz es dem Cello-Ensemble der Musikschule bescheinigte, war es wahrscheinlich nicht, wollen wir jetzt mal unterstellen. |btw