Rhein-Pfalz Kreis Land und Leute:

Jaja, die Schwerkraft. Sie hält Mensch und Tier, Flora und Fauna auf der guten alten Mutter Erde fest. Sie hält unsere Planeten in ihrer Umlaufbahn auf Kurs. Sie sorgt für die Anziehung der Massen – natürlich physikalisch gemeint, nicht politisch oder sonst wie. Und sie bringt einen manchmal auf den Boden der Tatsachen zurück, und das auch durchaus mal ziemlich abrupt. Ein solches Beispiel hat unser Leser Gunnar Korupp vor wenigen Tagen im Bild eingefangen. Da geht so ein wackerer Arbeitsmann nur seinem Job nach und will auf dem Gelände einer Fußgönheimer Spedition einfach mit dem Gabelstapler eine Last von A nach B bringen – und dann das. Rumms, liegt der Stapler auf der Gabel. Die Gravitation war′s, ganz bestimmt. Oder irgendein anderes physikalisches Gesetz. Unser Leser hat auch gleich einen Tipp mitgeliefert, was hätte helfen können: „Hätte der Fahrer nur 461 Kilogramm mehr gewogen, wäre der Karren nicht gekippt!“ Oder so. (umi) Welche ist die sportlichste Gemeinde im Rhein-Pfalz-Kreis? Mutterstadt – zumindest wenn man nach den geförderten Sportlern und Vereinen geht, die die Sportstiftung der ehemaligen Kreissparkasse Rhein-Pfalz diese Woche mit einer Finanzspritze bedacht hat. Gleich zehn von 14 Schecks gingen an Mutterstadter Athleten – klar, dass angesichts dieser Bilanz Oberhaupt Hans-Dieter Schneider zum Dauergrinser mutierte. Der tags darauf folgende Muskelkater rund um die Mundpartie dürfte ihm jedenfalls sicher gewesen sein. Aber wer aus so einer sportlichen Gemeinde kommt, hält das locker aus. Ebenso gelassen nahm Schneider die Kampfansage von Schifferstadts Bürgermeisterin Ilona Volk hin – denn nur ein Sportler aus der Hochburg des Rettichs wurde in den Kader der Stipendiaten aufgenommen: „Nächstes Jahr greifen wir an“, Volk wird sicher schon eine Strategie ausgearbeitet haben, um die Sportler ihrer Stadt zu Höchstformen zu pushen. Und sollte die keine Wirkung zeigen, gibt es zur Strafe das „Rettich-Ernte-Lager“. Wer dem Anfeuerspruch „Einer geht noch, einer geht noch raus!“ auf dem Acker entkommen möchte, weiß also, was er zu tun hat: trainieren, trainieren, trainieren – und die Bürgermeisterin mit Stolz erfüllen. Zwar braucht die stets gut gelaunte Volk keinen konkreten Anlass zum Strahlen, aber die Rolle der Grinsekatze des sportlichsten Orts im Kreis würde sie sicher gerne übernehmen. (lai) Sie hat uns wieder im Griff: die närrische fünfte Jahreszeit. Das machte sich auch bei der Übergabe der Fördergelder der Sportstiftung bemerkbar. Unter den Stipendiaten waren gleich zwei Tanzmariechen. „Das passt zu der verrückten Zeit und unserem fast verrückten Kreis“, meinte Elke Rottmüller, Vorstandsmitglied der Sparkasse Vorderpfalz, bei der Vorstellung in der Filiale am Berliner Platz in Ludwigshafen. Landrat Clemens Körner (CDU), der die Briefe mit den Schecks an die Sportler überreichte, schaute angesichts dieser Bemerkung etwas traurig. Aber nicht etwa, weil er dieser Aussage nicht zustimmt, sondern vielmehr, weil er auf eine andere Feststellung gehofft hatte: „Ich dachte, Sie sagen jetzt verrückter Landrat“, machte er seiner Enttäuschung Luft. Seine Eigenschaft als verrückte Tollität scheint noch nicht zu jedem durchgedrungen zu sein. Da hilft nur eins: Entweder Körner schwingt im nächsten Jahr selbst das Tanzbein in jeder Garde seines närrischen Kreises, oder er wartet darauf, dass Dieter Bohlen es satt hat, seine Gehörgänge von talentfreien Sängern malträtieren zu lassen und stattdessen die Sendung in „Deutschland sucht den Super-Landrat“ umbenennt. Ein flottes Tanzmariechen-Outfit dürfte beim Casting behilflich sein. Und wenn Körner als Mitbringsel noch den guten Landratswein mit im Gepäck hat, dürfte ihm der Titel sicher sein.