Rhein-Pfalz Kreis
Lambsheim tritt Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ bei

Die Ortsgemeinde Lambsheim wird dem Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ beitreten. Das hat der Ortsgemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag bei vier Gegenstimmen und sechs Enthaltungen beschlossen. Davor wurde lange und heftig darüber diskutiert, ob eine Mitgliedschaft sinnvoll sei.
Bereits Anfang 2018 hatten die Lambsheimer Grünen einen entsprechenden Antrag mit einem Fragenkatalog an die Verwaltung der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim gegeben. Passiert war daraufhin lange Zeit nichts. In einer Sitzung des Haupt-, Kultur- und Sozialausschusses Anfang Februar stand das Thema dann erneut auf der Tagesordnung – wiederum ohne Ergebnis seitens der Verwaltung. Kurzerhand nahmen die Grünen die Sache selbst in die Hand und luden mit Waltraud Blarr, Beigeordnete der Stadt Neustadt, ein Vorstandsmitglied des Bündnisses ein.
Den Schutz und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt, dieses Anliegen hat sich das Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ auf die Fahnen geschrieben. 2012 haben sich dazu zunächst bundesweit 60 Gemeinden, Städte und Landkreise zusammengeschlossen. Doch nach der Präsentation fühlten sich viele Ratsmitglieder am Dienstagabend immer noch nicht ausreichend über die Vorteile des Bündnisses informiert. Profitieren könne man von der direkten Vernetzung der bundesweit aktuell rund 180 Mitglieder, sagte Blarr. Gemeinsame Umweltprojekte könnten angeregt werden, und der Verein unterstütze die Ortsgemeinde in der Öffentlichkeitsarbeit. Quartalsweise gebe es einen Newsletter. Das Ganze kostet die Ortsgemeinde Lambsheim 150 Euro pro Jahr.
Dass man sich für die Artenvielfalt einsetzen müsse, darüber war man sich im Rat schnell einig. Doch ob man deshalb einem Verein beitreten müsse, darüber gingen die Meinungen auseinander. „Ich habe nichts gesehen, was Kommunen nicht auch leisten können ohne den Verein“, sagte etwa Sebastian Dietz (CDU). Er verwies dabei auf Blarrs Ratschläge, Blühstreifen anzulegen oder naturnahe Wiesen nur noch einmal jährlich zu mähen. Beigeordneter Ralf Lenke (SPD) und Barbara Eisenbarth-Wahl (CDU) gaben zu bedenken, dass ein Beitritt möglicherweise eher auf Verbandsgemeindeebene anzusiedeln sei. Dietmar Tartter (FDP) sah es hingegen gleich noch eine Ebene höher bei der Kreisverwaltung. „Die haben eher die Kompetenz und die Mitarbeiter dafür“, lautete seine Meinung. „Der Beitritt ist auch ein politisches Signal“, sagte Grünen-Fraktionsvorsitzender Klaus-Peter Spohn-Logé. Der Verein liefere nicht einfach nur Infomaterial, sondern die Gemeinde könne damit auch Impulse setzen. Er könne nicht verstehen, weshalb das Thema nun so zerredet werde.
Auf Wohlwollen stieß der Beitritt bei den meisten Sozialdemokraten. „Wir müssen mit dem Umweltschutz vor der Haustür anfangen. Viele Bürger sehen das als reale Bedrohung an“, sagte Angela Haller. Sohn Julian verwies auf den relativ geringen Mitgliedsbeitrag. CDU-Fraktionsvorsitzender Werner Haubrok erbat sich noch mehr Zeit, um den Punkt erneut in der Fraktion diskutieren zu können, was jedoch abgelehnt wurde. Der anwesende Bürgermeister Michael Reith (SPD) befand den Ansatz des Bündnisses für gut und versprach, eine mögliche Mitgliedschaft in der nächsten Sitzung des Verbandsgemeinderats ebenfalls zu diskutieren.