Interview
Lambsheim-Heßheim: Sonja Welz über die Zukunft des Seniorenbeirats der Verbandsgemeinde
Eine „Vollversammlung“ mit nur 15 über 60-Jährigen hat vor knapp zwei Wochen den Seniorenbeirat der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim gewählt. Das siebenköpfige Gremium, das eigentlich aus bis zu zwölf Mitgliedern bestehen kann, hat unter dem Vorsitz von Sonja Welz (66) seine Arbeit aufgenommen. Wir haben mit der Beindersheimerin über Bedeutung und Zukunft des Beirats gesprochen.
Frau Welz, mit der Resonanz der Senioren auf den Wahlaufruf können Sie nicht zufrieden sein, oder?
Nein, ganz und gar nicht. Es muss uns beim nächsten Mal gelingen, mehr auf die Wahl aufmerksam zu machen, den Beirat auf zwölf Mitglieder aufzustocken und unter den Senioren mehr Interesse an dieser Sache zu wecken. Denn für das, was ich mir vorstelle, brauchen wir definitiv viel mehr Helfer.
Was stellen Sie sich denn für diese fünfjährige Wahlperiode vor?
Dass der Begriff „Rat für ältere Menschen“ ernst und wörtlich genommen wird. Dass wir Senioren in allen sie betreffenden Bereichen beraten und Möglichkeiten der Prävention aufzeigen. Das fängt beim Renteneintritt an und der Frage, wie die zeitliche Lücke gefüllt wird, wie man mit Alterskrankheiten umgehen und sich fit halten kann. Nach meiner Vorstellung bietet der Seniorenbeirat Informationen, Vorträge und Beratung über beispielsweise Sicherheit, Gesundheit, Ernährung oder Verlust des Partners an und hilft Senioren bei Problemen, die richtigen Ämter oder Beratungsstellen zu finden. Dafür brauchen wir Menschen, die sich für ein solches Thema zuständig erklären und Angebote organisieren. Vielleicht gelingt es uns auch gemeinsam, noch aktuell aktive ehrenamtliche Helfer zu finden oder sogar interessierte Ü60, die unserem Beirat gleich beitreten möchten. Den bisherigen Kennenlernnachmittag bei Kaffee und Kuchen würde ich gern für die Senioren noch aktiver gestalten. Jedoch ohne Absprache mit dem Beirat möchte ich hier nicht vorgreifen. Der nächste Schritt auf unserem neuen Weg soll der Austausch mit anderen Seniorenbeiräten der Umgebung sein, um zu sehen, wie die denn arbeiten. Vielleicht kann man sich gegenseitig unterstützen. Das haben wir bereits im Gremium besprochen und wollen es sehr schnell angehen.
Sie sind neu im Seniorenbeirat und gleich Vorsitzende geworden. Was treibt Sie persönlich dazu an?
Diese ehrenamtliche Arbeit ist mir ein großes Bedürfnis, das Thema Senioren liegt mir wirklich sehr am Herzen. Ich habe Erfahrungen im Sozialen und Pflegerischen gesammelt, die Ausbildung zur Seniorenbegleiterin gemacht und war Initiatorin der Beindersheimer Nachbarschaftshilfe. Außerdem kenne ich vielschichtige Probleme im Erfahrungsaustausch mit anderen Menschen, die zum Beispiel auftauchen, wenn man ernsthaft krank ist und keine Familie um sich hat, die helfen oder Wege der Hilfe aufweisen kann. Das ersetzt in keinem Fall nachbarschaftliche Hilfe, denn diese ist aktiv bei der Unterstützung. Wir dagegen sind nur in beratender Funktion tätig.