Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Lambsheim-Heßheim: Genossen lassen Dampf über CDU in Verbandsgemeinde ab

Lars Pletscher, als er noch Büroleiter der Verbandsgemeinde war. Der CDU-Mann wird Bürgermeister Reith (SPD) wohl Konkurrenz mac
Lars Pletscher, als er noch Büroleiter der Verbandsgemeinde war. Der CDU-Mann wird Bürgermeister Reith (SPD) wohl Konkurrenz machen.

Weitermachen wie bisher und sich vom Verhalten anderer Fraktionen nicht unterkriegen lassen. Das wollen die Sozialdemokraten in der Verbandsgemeinde (VG) Lambsheim-Heßheim in der kommenden Wahlperiode beherzigen. Trotzdem: In der Delegiertenversammlung am Mittwochabend wurde auch Dampf abgelassen, weil CDU, FWG und FDP im Verbandsgemeinderat ein Bündnis geschlossen haben.

Als „starkes Stück“ und „Verfälschung des Wählerwillens“ bezeichnete Holger Korn als Vorsitzender des SPD-Gemeindeverbands die neue Koalition, die nun eine knappe Mehrheit im Rat hat, obwohl die SPD aus der Wahl als stärkste Kraft hervorgegangen ist. „Aber wir nehmen die Herausforderung an“, sagte Korn, nachdem er auf die Wahlerfolge der Genossen zum Beispiel in Beindersheim, Heßheim und Kleinniedesheim hingewiesen hatte.

Wie Korn sind auch Fraktionssprecherin Angela Haller und Bürgermeister Michael Reith enttäuscht, dass der neue CDU-Fraktionschef Lars Pletscher ein vereinbartes Koalitionsgespräch kurzfristig und „überheblich“, so Reith, abgesagt habe. Der Verbandsbürgermeister sieht im Verhalten von CDU und Pletscher, seinem ehemaligen Büroleiter, eine Kampfansage mit Blick auf die Bürgermeisterwahl 2022. „Ich habe die Angst, dass im VG-Rat nun Initiativen aus Machtgehabe boykottiert werden“, sagte Reith.

Auf Lars Pletscher ist die SPD nicht gut zu sprechen

Einige der Genossen erinnerten an Pletschers Ausscheiden aus der Lambsheim-Heßheimer Verwaltung im Mai 2017. Er sei nicht gerade im Erfolg weggegangen, hieß es. Und ausgerechnet die FWG, die nicht müde werde, die fehlenden Jahresabschlüsse einzufordern, verbünde sich nun mit demjenigen, der das wesentlich mitzuverantworten habe.

Martin Haller kritisierte die Absicht der Koalition, die VG-Ausschüsse um einen auf zehn Sitze zu vergrößern. Zur Erklärung: Der zehnte Sitz würde an die Christdemokraten gehen, die auf diese Weise auch in den Ausschüssen für eine Koalitionsmehrheit sorgen würden. Mit Blick auf die Wahlergebnisse könne man unter Demokratieaspekten durchaus ein Fragezeichen hinter dieses Verhalten machen, so Haller. „Die CDU sollte sich lieber mal Gedanken machen, wie so ein Wahlergebnis für sie zustande kam“, sagte Haller mit Blick darauf, dass die Schwarzen drei Mandate eingebüßt haben.

Haller lobte Holger Korn für einen „blitzsauberen Wahlkampf“ und Michael Reith dafür, dass er in der Verbandsgemeinde allgegenwärtig und immer im Gespräch mit den Bürgern sei. Auch habe sich Reith, als Lars Pletscher noch Teil der Verwaltung war, bei Kritik der SPD „immer vor seinen Büroleiter gestellt und nie ein schlechtes Wort über ihn verloren“.

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