Rhein-Pfalz Kreis
Lambsheim: Grabaushub auf Friedhof wird deutlich teurer
Der Ortsgemeinderat Lambsheim hat die Kündigung der Bestatterfirma Oechsle abgewendet, indem er neue Gebühren für das Ausheben und Schließen von Gräbern in seine Friedhofssatzung aufgenommen hat. Sie waren laut Verwaltung seit 1986 nicht mehr erhöht worden.
Für den Grabaushub bedienen sich Kommunen in der Regel eines Dienstleisters und legen das Geld, das dieser dafür verlangt, in der Friedhofsgebührensatzung fest. Seit 1986 hatte Lambsheim einen „Vertrag über die Durchführung von Bestattungen“ mit dem Gerolsheimer Schreinerei- und Bestattungsbetrieb Dieter Oechsle. Diesen Vertrag hat die Firma nach Angaben der Verbandsgemeinde fristgerecht zum 31. Dezember 2019 gekündigt.
Der Grund liegt nach einem Blick auf die vor mehr als 30 Jahren festgelegten Preise auf der Hand: Zwischen 40 und 150 Euro – je nach Art des Grabs – haben Hinterbliebene bislang für den Aushub bezahlt. Zum Vergleich listet die Verwaltung die aktuellen Aushubgebühren zweier Kommunen aus der Region auf: In Maxdorf kostet ein Einfachgrab 350 Euro, die Tieferlegung 450 und ein Urnengrab 100 Euro. Die Vergleichzahlen für Bobenheim-Roxheim: 580, 711 und 116 Euro.
Der Bestatter fordert bessere Konditionen
In den Unterlagen zur jüngsten Gemeinderatssitzung in Lambsheim steht sinngemäß, dass die Firma Oechsle ihre Dienste auf dem Lambsheimer Friedhof gern weiter anbieten möchte, aber nur mit besseren Konditionen. Im Oktober hat das Gremium deshalb einstimmig beschlossen, die Bedingungen des Unternehmens zu akzeptieren. Die Firma Oechsle hat ihre Kündigung daraufhin zurückgenommen.
Der Beschluss sieht in der vom Rat geänderten Satzung nun so aus: Wer ab 1. Januar 2020 einen Verstorbenen auf dem Lambsheimer Friedhof in einem einfachen Wahl- oder Reihengrab bestattet, muss für die Erdarbeiten 538 Euro bezahlen. Für die Tieferlegung in so einem Grab fallen 668 Euro an, für ein Urnengrab 188 Euro. Das Ausheben und Schließen eines Grabs für ein verstorbenes Kind unter fünf Jahren kostet 288 Euro. Zu diesen Beträgen kommt noch die Mehrwertsteuer hinzu.
CDU möchte Urnenwand installieren
Was den Friedhof betrifft, hat die CDU-Fraktion im Gemeinderat in Lambsheim den Wunsch geäußert, dass dort Urnenbestattungen in Wänden statt in der Erde möglich werden. Die Christdemokraten sehen den Bedarf dafür gegeben. Als möglichen Standort für eine Urnenwand schlägt die Fraktion zwei Stellen in der Mitte des langgezogenen Geländes vor. Über den CDU-Antrag wird zunächst der zuständige Fachausschuss beraten.