Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Lambsheim: Ehrenamtliche geben Kleiderkammer ein neues Profil

Alexandra Krabay, Jonan Nasronnahi, Margit Stadler und Beate Bohlander (von links) gehören zum Ehrenamtsteam der Kleiderstube im
Alexandra Krabay, Jonan Nasronnahi, Margit Stadler und Beate Bohlander (von links) gehören zum Ehrenamtsteam der Kleiderstube im Maulbeerweg. Foto: BOLTE

„Zweimal schön“ soll die Kleiderstube der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim künftig heißen. Und das wird am Samstag gefeiert. Das neue Konzept sieht vor, dass die Besucher für die Kleidung etwas bezahlen und dass die Einrichtung nicht nur Bedürftigen offen steht.

Die Ursprünge der bisher „Kleiderkammer“ genannten Einrichtung gehen auf den großen Zulauf an Flüchtlingen im Jahr 2015 zurück. Der hat inzwischen spürbar nachgelassen, trotzdem halten die Ehrenamtlichen wie Margit Stadler den Bestand der Kleiderkammer nach wie vor für sinnvoll. Es gebe viele bedürftige Menschen.

Flüchtlinge kommen heute – anders als 2015 – nicht mehr nur mit dem, was sie am Körper tragen. Was noch fehlt an Erstausstattung, sei für diese Menschen aber nach wie vor kostenlos, betont Stadler. Dann gebe es jene Migranten, die schon länger da seien, inzwischen vielleicht sogar eine Arbeit gefunden hätten. Sie sollen ebenso einen kleinen Beitrag pro Kleidungsstück und andere Sachen zahlen wie andere Besucher.

Der aktuelle Leiter der Kleiderstube, Edgar Hiersekorn, meint, dass auf diese Weise die Wertschätzung für die erhaltene Kleidung erhöht wird. Das Team der Ehrenamtlichen hofft, auf diese Weise der Mentalität entgegenwirken zu können, dass Kleidung einfach nur mitgenommen wird, weil sie umsonst ist. Ein weiterer Aspekt sei, dass man im Sinne der Nachhaltigkeit dazu beitragen wolle, dass gut erhaltene Kleidung nicht weggeworfen, sondern weiter verwendet wird, sagt Hiersekorn.

Gebraucht werden momentan Handtücher

Es ist eher ein symbolischer Betrag, den die Ehrenamtlichen je nach Zustand der Kleidung, Schuhe oder Bettwäsche beim Sortieren festlegen. Gebrauchen könnte man noch gut erhaltene Handtücher, sagt Stadler. Das eingenommene Geld kommt dem Verein Netzwerk Hilfe mit Sitz in Maxdorf zugute, der es in die Flüchtlingsarbeit investiert. Neben der Kleiderstube befindet sich im Lambsheimer Maulbeerweg auch eine Fahrradwerkstatt, die Räder allerdings nur an Bewohner der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim abgibt. Außerdem werden dort Sprachkurse angeboten.

Die Kleiderstube hat sich extra dem Verein Netzwerk Hilfe angeschlossen. Zuvor agierte sie unter dem Dach der VG, doch als deren Teil wäre es dem Team nicht möglich gewesen, Geld zu nehmen, erklärt Hiersekorn. Die Zusammenarbeit mit dem Maxdorfer Verein sei sinnvoll, da viele Kleiderspender, aber auch Abnehmer aus Maxdorf in die Kleiderkammer kämen.

Am Samstag gibt’s Kaffee und Kuchen

Um die Neuausrichtung bekannt zu machen, möglichen neuen Nutzern die Hemmungen zu nehmen, wird zum Start am Samstag eine kleine Feier ausgerichtet, bei der es Kaffee und Kuchen geben soll. Die Idee, sich für Nichtbedürftige zu öffnen, kam, weil nach wie vor viele Kleiderspenden abgegeben werden. Beim Besuch der RHEINPFALZ kamen quasi im Minutentakt Menschen mit Säcken gebrauchter Kleidung. Die Ehrenamtlichen Alexandra Karabay (51), Beate Bohlander (52) und Jenan Nasronnahi (40) kamen mit Auspacken und Einsortieren kaum nach.

Bohlander und Karabay erzählen, dass sie eine Tätigkeit suchten, bei der sie sich sozial einbringen können, und zwar in einem zeitlich von ihnen festgelegten Rahmen. Die direkte Betreuung einer Flüchtlingsfamilie wäre ihr vermutlich zu zeitaufwendig geworden, sagt Karabay. Alle drei Frauen loben die gute Atmosphäre im Team.

Insgesamt zehn Helfer seien donnerstags bei der Annahme und dienstags bei der Ausgabe aktiv, berichtet Margit Stadler. Kleidung, die längere Zeit keinen Abnehmer gefunden hat oder die das Team als nicht brauchbar ansieht, wird in Säcke verpackt und in die diakonische Einrichtung Bethel geschickt. Das passiert im Moment auch mit Sommersachen. „Denn derzeit bieten wir nur Kleidung für die kältere Jahreszeit an“, so Margit Stadler.

Termin

Eröffnung der „Kleiderstube Zweimal schön“ am Samstag, 26. Oktober, 13 bis 16 Uhr, Maulbeerweg 1 in Lambsheim (Verlängerung Straße Auf der Au). Öffnungszeiten der Ausgabe: zweiter und vierter Dienstag im Monat, 16 bis 17 Uhr. Öffnungszeiten der Annahme: zweiter und vierter Donnerstag im Monat, 17 bis 18 Uhr. Kontakt per E-Mail an kleiderkammer@fh-lh.de. Info im Internet: www.fluechtlingshilfe-lambsheim-hessheim.de.

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