Ratekrimi Lösen Sie den Fall: Palzki und das Zahlenschloss

In Schrebergärten spielt sich oft Grauenhaftes ab, weiß Kommissar Palzki.
In Schrebergärten spielt sich oft Grauenhaftes ab, weiß Kommissar Palzki.

Ratekrimi: Polizeibeamte leben mitunter gefährlich, besonders bei Einsätzen in sogenannten No-go-Areas. Die größte kriminelle Energie aber haben Camper und Besitzer von Schrebergärten, behauptet Kommissar Palzki. In einer solchen Anlage ermittelt er dieses Mal, dabei gibt ein Zahlenschloss das entscheidende Indiz.

Es hätte so ein schöner Tag werden können. Seit einigen Jahren wurden wir Kriminalbeamte bei unseren Einsätzen mit immer neuen sogenannten No-go-Areas konfrontiert, die wir aus Sicherheitsgründen stets mit mehreren Streifenwagenbesatzungen zugleich aufsuchten: Fußballplätze, speziell am Montag- und Donnerstagfrüh Supermärkte, Wertstoffhöfe am Samstagvormittag sowie Schulen während der Elternsprechstunden.

Die gefährlichsten Einsätze erlebten die Kollegen, die sich um Streitereien in der Szene der Camper und Schrebergartenbesitzer kümmern mussten. Laut einer internen Polizeistatistik, die aus Daten- und Staatsschutzgründen bisher unveröffentlicht blieb, gehörte dieser Spezies Mensch ein hoher Anteil an Gaunern aller Art an. Diese These mag auf den ersten Blick wenig einleuchtend sein, doch sobald man hinter die Kulissen blickt, kommt oft Ungeheuerliches hervor. Wo hat man eine bessere Gelegenheit, einen unliebsamen Ehegatten oder den Erbonkel unauffällig zu beseitigen? Die übertrieben dicken Fundamente der Gartenhäuschen mit einbetonierten Leichen gehören in jeder größeren Anlage fast schon zum guten Ton. Mit Mensch gedüngte Rettich- und Radieschenpflanzen sind eher die Regel als die Ausnahme. Und letztendlich sind Bade- und Angelseen in der Nachbarschaft ein weiteres beliebtes Entsorgungsterrain für humanes Gewebe. Leider ist unsere Vorderpfalz mit Campingplätzen, Schrebergärten und Badeseen reichlich gesegnet.

Dreistes Vorgehen

Im westlichen Schifferstadt hatte sich seit Jahrzehnten im Gebiet Müdichstraße, Kestenbergerweg und Holzgasse wegen fehlenden Bebauungsplans eine Flächennutzung etabliert, die so niemals gewollt war. Der ursprünglich vorherrschende Ackerbau wurde schleichend immer weiter zurückgedrängt, während die Anzahl der Gartenhäuschen, Stallungen und Baracken bis hin zu kleinen Backsteingebäuden Jahr für Jahr zunahm.

Eine besonders dreiste Vorgehensweise entdeckte gestern eine Streife eher zufällig: Die Kollegen wunderten sich, weil ihnen aus einem Feldweg ein mit Sand beladener Kipper entgegenkam. Neugierig geworden, entdeckten die Beamten, versteckt hinter hohem Gebüsch und einem blickdichten Bretterzaun, eine passable Baugrube, die auf eine größere Gebäudeplanung schließen ließ. Da die Polizisten vor Ort keine Personen antrafen, entschlossen sie sich zwecks Beweissicherung, das umzäunte Gelände zu versperren. Hierzu verwendeten sie ein vierstelliges Zahlenschloss, das einer der Beamten zufällig dabeihatte. Zusätzlich hinterließen sie am einzigen Zugang eine Nachricht an den Eigentümer mit dem Hinweis, dass das Betreten des Geländes verboten war.

Bauherr weiß von nichts

Bei uns auf der Kriminalinspektion schrillten sämtliche Alarmglocken. Die Kollegen hatten nämlich berichtet, dass in der Baugrube Vorbereitungen für das Gießen der Bodenplatte getroffen wurde. Vermisstenfälle lagen zurzeit zwar keine vor, doch hier war prophylaktisches und vor allem schnelles Handeln angesagt.

Gleich heute Früh rückten wir in größerer Beamtenzahl an. Wir wunderten uns, da das Zahlenschloss und der schriftliche Hinweis verschwunden waren. Stattdessen erwischten wir den Bauherrn, der offensichtlich dabei war, irgendwelche Dinge aus einem Baucontainer zu seinem Pkw zu tragen. „Was wollen Sie hier?“, blökte er uns sofort an. Nachdem wir ihn mit seinem Schwarzbau konfrontierten, wurde er jedoch zugänglicher. „Das macht doch hier jeder“, verteidigte er sich. „Warum die viele Polizei?“ Ich stellte eine Gegenfrage: „Warum haben Sie das Zahlenschloss am Eingang entfernt?“ Er grinste mich frech an. „Das haben bestimmt ein paar Jugendliche geklaut, denn ich weiß davon nichts. Überhaupt ist ein Zahlenschloss keine sehr effektive Sicherung. Wenn man für jede der 1000 Möglichkeiten des vierstelligen Zahlencodes nur eine Sekunde benötigt, braucht man im schlimmsten Fall nur eine gute Viertelstunde, um es zu knacken.“

Was fällt Palzki auf?

„Das mag vielleicht sein“, konterte ich. „Nach dem Hinweis, den meine Kollegen am Tor hinterlassen haben, brauche ich wohl erst gar nicht zu fragen.“ „Ich weiß nichts von einem Hinweis“, kam es wie aus der Pistole geschossen. „Darf ich jetzt weiterarbeiten? In einer Stunde wird der Beton für die Bodenplatte geliefert.“ Ich schüttelte den Kopf. „Daraus wird nichts. Zuerst werden wir die Baustelle gründlich durchsuchen und danach das Bauvorhaben endgültig einstellen. Ob wir eine Leiche finden werden, weiß ich zwar noch nicht, aber angelogen haben Sie mich auf jeden Fall. Außerdem vermute ich, dass Sie in der Schule nicht sonderlich gut aufgepasst haben.“

Lösen Sie den Fall!

Was ist Kommissar Palzki aufgefallen? Schicken Sie die Lösung mit Ihrem Namen und Ihrer Anschrift per E-Mail an redrpk@rheinpfalz.de oder per Post an DIE RHEINPFALZ, Ludwigshafener Rundschau, Amtsstraße 5-11, 67059 Ludwigshafen. Einsendeschluss ist Donnerstag, 30. September. Die Gewinner werden unter den Einsendungen ausgelost. Zu gewinnen gibt es zwei Palzki-Krimis.

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