Römerberg / Speyer
Kurioses Gemüse: mit Hörnern und anderen Auswüchsen
Das Bild der Tomate mit interessanten Auswüchsen mag bei pubertierenden Jugendlichen vielleicht Assoziationen wecken. „Ich habe mir da gar nichts dabei gedacht, ich fand sie einfach lustig“, sagt die Hobbygärtnerin aus Speyer, die mit ihrem Mann einen Garten am Woogbach hat, in dem sie jede Menge Gemüse anbaut. Tomaten gedeihen bei ihnen ganz vorzüglich, obwohl es neben dem Bach feucht ist, weil sie ihre zwölf Pflanzen, die selbst gezogen sind, in spezielle Pflanzringe setzen, um Staunässe zu vermeiden, und mit einer mitwachsenden Haube abdecken. So hat die Braunfäule, die dieses Jahr einigen Gärtnern zugesetzt hat, keine Chance.
Reden müsse man mit den Pflanzen natürlich auch, ergänzt Brigitte Bierbrauer-Firneisz. Die reiche Ernte an Tomaten, Paprika und Zucchini wandert bei ihr in den Kochtopf und wird zu einer Art Letscho verarbeitet. Die Paprika mit den markanten Hörnern, die sie nun in ihrem Garten entdeckt hat, ist vielleicht doch zu schade für den Kochtopf. „Zum Kaputtlachen. Das toppt alles“, sagt sie. Ein bisschen erinnert die kuriose Frucht an einen Stier mit kräftigen Hörnern.
Garten ist das Reich der Ehefrau
Hörner hat die Tomate, die bei Gerhard und Erika Förster in der Gerhard-Hauptmann-Straße in Speyer am Strauch gewachsen ist, auch. „Das ist ganz klar ein Teufelchen“, ist sich Gerhard Förster sicher. Und weil es rot ist, liege die Verbindung mit dem FCK zumindest nahe. Der Garten ist das Reich seiner Frau Erika. „Sie ist die Gartenchefin und sie wurschtelt schon wieder im Garten rum. Im Moment sind Unmengen an Bohnen reif. Ich bin der Mann für die grobe Arbeit oder zum Erledigen von Aufträgen“, sagt Gerhard Förster. Angebaut wird alles, was die Försters gerne essen.
Was schmeckt, wird vermehrt und wächst nächstes Jahr wieder. Gedüngt wird mit Kompost und ein bisschen Blaukorn, vor allem aber mit Kaffeesatz, und die Schafwolle, die Erika Förster beim Pflanzen mit eingräbt, sei auch gut fürs Wachstum. Über den Erntesegen freuen sich auch die vier Kinder mit ihren Familien. Und wenn noch was übrig ist, freuen sich die Nachbarn.
Kerngesunde Pflanzen
Auch Gerfried Heilmann hat dieses Jahr eine interessante Überraschung in seinem Garten in Mechtersheim erlebt. Dort baut er verschiedene Sorten Tomaten, Gurken, Zucchini und Salat an. Im Frühjahr hat ihm seine Tochter Tomatensamen mitgebracht. Heilmann hat diesen Jahr gesät, die Pflanzen aufgepäppelt und besondere Vorkehrungen gegen den Braunfäulepilz getroffen. Dabei schwört er auf Brennnesselbrühe. Der fügt er noch einen Liter Magermilch dazu und besprüht mit der Mischung seine Tomatenpflänzchen. Entweder gießt er sie mit der Gießkanne auf die Blätter oder er bringt die Brühe, die er in diesem Fall filtriert, mit einer Sprühflasche auf die Pflanze. „Der richtige Zeitpunkt ist, wenn die erste Blüte rum ist und sich ganz kleine Früchte gebildet haben“, erklärt der begeisterte Hobbygärtner. Nach einer Woche wiederholt er die Prozedur. Außerdem verhindert er mit einer Folienabdeckung, dass die Pflanzen vom Regen nass werden. Gewässert wird nur von unten, nie über das Grün.
Der Aufwand lohnt sich, denn Heilmann hat kerngesunde Tomatenpflanzen. Eine hat dieses Jahr allerdings Früchte, wie er sie noch nie gesehen hat. Sie bestehen aus lauter kleinen zusammengewachsenen Kugeln. Bis zu 13 davon hat er an einer einzigen Frucht gezählt. Wie die Sorte heißt, weiß er nicht mehr, aber vom Geschmack her seien die Früchte „ganz normal“.
Gartenolympiade
Egal ob dicke Tomaten, lange Bohnen, riesige Bananenstauden oder Äpfel mit lustiger Form – bei der zehnten RHEINPFALZ-Gartenolympiade ist alles möglich. Wer mitmachen möchte, meldet sich per E-Mail an redspe@rheinpfalz.de und gibt seinen Namen, seinen Wohnort und eine Telefonnummer für Rückfragen an. Es kann auch gerne ein Foto des Erzeugnisses mitgeschickt werden. Auszeichnungen und Preise gibt es in den Kategorien „Superlativ“, „Exotisch“ und „Kurios“.