Fussgönheim Kunstwerke können auch mal mit Lippenstift gemalt werden
„Ich habe mich in diesen Raum verliebt. Der muss irgendwie belebt werden“, sagt Simone Johanna Rosenkranz und meint damit den Ausstellungsraum des Fußgönheimer Schlosses, in dem sie im August vergangenen Jahres eine private Ausstellung veranstaltet hatte. Aus diesem Gedanken heraus entstand bei ihr die Idee, einen Kunsttreff für Erwachsene ins Leben zu rufen.
Die 44-Jährige, die bereits seit ihrer Jugend künstlerisch tätig ist, ist Mitglied im Heimat- und Kulturkreis Fußgönheim und stieß mit dem Vorschlag beim Verein direkt auf Zustimmung.
Die Deidesheimerin arbeitet als Gärtnerin und hat auch eine pädagogische Ausbildung. Häufig hat sie selbst schon an gemeinsamen Kunstaktionen teilgenommen und diese als sehr positiv erlebt. „Es ist auch ein gegenseitiges Schenken“, beschreibt sie den Effekt, wenn mehrere Menschen zusammen Kunst erschaffen und sich dabei gegenseitig inspirieren. Und sie hofft, dass die Teilnehmer des Kunsttreffs das gemeinsame Malen ähnlich empfinden werden.
Der Titel „freiRAUM“ deutet bereits an, dass Simone Rosenkranz keine engen Grenzen steckt. Die Kunst soll frei entstehen können. Wichtig ist der Initiatorin allerdings das Thema, das über allen Aktionen steht: „Vorhandenes nutzen“. Gearbeitet wird ausschließlich mit Materialien, die sowieso da sind und vielleicht keine andere Verwendung mehr finden.
Die Sinnlichkeit von Schminkresten
So soll beim ersten Termin am 9. März mit Schminkresten ein gemeinsames Bild auf Tapete gemalt werden. Simone Rosenkranz hat selbst schon mit Kosmetikresten Kunstwerke geschaffen und schätzt das Sinnliche, das dieses Material mit sich bringt. „Man kann so haptisch damit arbeiten“, sagt die 44-Jährige. Geeignet sei alles, was malt – etwa Lippenstifte, Lidschatten, Nagellack. Wer etwas daheim habe, könne dies gerne zum Kunsttreff mitbringen. Ansonsten brauche man lediglich Kleidung, die schmutzig werden darf, Verpflegung und Freude am Schaffen.
Dass die Künstlerin gerne experimentiert, lässt sich auch daran erkennen, dass sie die erste Begegnung anfänglich ohne Worte plant. „Ich spreche im Vorfeld mit allen Teilnehmern“, sagt Simone Rosenkranz. Beim ersten Kunsttreff am 9. März stehe dann einfach ab 10 Uhr die Tür offen, es laufe Musik – Minimal-Techno – und der Kreativität könne freier Lauf gelassen werden. Der Austausch solle erst im Anschluss stattfinden, so ihre Vorstellung. „Ich glaube, es kann intensiver werden und unbefangener“, so die 44-Jährige.
Spende für Heimat- und Kulturkreis ist erwünscht
Bei den weiteren Terminen, die vorerst alle zwei Monate stattfinden, hofft sie, dass die Teilnehmer ihre eigenen Ideen mit einbringen. „Es soll eine Plattform sein“, erklärt die Deidesheimerin. Sie werde immer dabei sein, aber sie verstehe sich nicht als Leiterin. Solange das Thema „Vorhandenes nutzen“ umgesetzt werde, sei sie für alle Materialien und Techniken offen.
Einen festen Teilnehmerbeitrag gibt es nicht. Erwünscht ist eine Spende für den Heimat- und Kulturkreis, der den Raum kostenlos zur Verfügung stellt. Simone Rosenkranz möchte mit dem Angebot kein Geld verdienen. „Ich profitiere davon ja selbst“, sagt sie. Für sie sei es ein Herzenswunsch, den Kunsttreff aufzubauen. Und wenn er sich mit Leben füllt, kann sie sich durchaus vorstellen, ihn auch dauerhaft anzubieten.
Noch Fragen?
Der Kunsttreff „freiRAUM“ findet samstags, 9. März, 11. Mai, 13. Juli und 21. September, jeweils von 10 bis 12 Uhr im Schloss Fußgönheim, Hauptstraße 65, statt. Weitere Informationen und Anmeldung bei Simone Johanna Rosenkranz unter Telefon 0178 1341198 oder per E-Mail an enomis-jo@gmx.de. Teilnahme gegen Spende.