Mutterstadt Kunst macht „blau“: Was am Wochenende am Mutterstadter Wasserturm los ist

Prägt das Ortsbild: der Mutterstadter Wasserturm.
Prägt das Ortsbild: der Mutterstadter Wasserturm.

„Spannende Historie und kreative Kunst bis 53 Meter Höhe“ werden versprochen, wenn Mutterstadts Wahrzeichen am Wochenende bei der Veranstaltung „Der Wasserturm Mutterstadt“ im Zentrum steht und seine Tore öffnet. Drei Tage lang wird Programm geboten.

„Blau ist nicht nur ein Zustand, sondern auch eine Farbe“, sagt Michael Kunz und lacht. Er ist einer von elf Künstlern der Künstlergruppe kreArt, die von Freitag bis Sonntag für den kreativen Teil der Veranstaltung „Der Wasserturm Mutterstadt“ im wahrsten Sinne verantwortlich „zeichnet“. Außerdem hat er die Spezialaufgabe, der Wasserturmtür bis zur Vernissage am Abend des 15. September einen neuen Anstrich zu geben. „Irgendwas Geometrisches soll es werden“, verrät er und will damit ein Pendant zur 1989 von Friedrich Ernst von Garnier gestalteten Außenfassade des Turms schaffen. Haben Besucher am Freitag ab 19 Uhr die Tür durchschritten, erwartet sie im Inneren „die Farbe Blau“.

Auf zwei Stockwerken in einem „Regen“ herabhängender Schirme in Nuancen von blau und weiß präsentieren Nadine Becker, Ursula Börner, Sandra Braun, Edda Henßler, Katrin Kirchner, Michael Kunz, Maike Müller, Daniela Obert-Sinn, Gabriele Schmidt, Emil Stenger und Melanie Wieser ihre Kunst zu dem Thema.

Noch vor Corona hatte die Truppe die Idee, eine Geschichte von Autorin und Journalistin Katrin Kirchner zu illustrieren. „Ich fand die Idee großartig“, erzählt die Literatin und schickte damals einen Text in die Runde. Illustriert mit zu Cartoons umgewandelten Fotos von Maike Müller und einem eigens für die Rückseite entworfenen Mandala von Daniela Obert-Sinn entstand das Buch: „Lilli und die Farbe Blau“, das nun erstmals präsentiert wird. Darin geht es um das Mädchen Lilli, das in ihrer Umgebung die Farbe Blau vermisst und sich auf die Suche nach der ihr unbekannten Farbe macht. „Als sich in diesem Jahr die Idee von der Ausstellung im Wasserturm realisierte, war schnell eine Verbindung zu der Farbe Blau und meiner Geschichte hergestellt“, sagt Kirchner.

Ganz so einfach sei der Weg zur Ausstellung im Wasserturm nicht gewesen, blickt Fotografin Maike Müller zurück. Erst im zweiten Anlauf und nachdem sich Ex-Bürgermeister Hans-Dieter Schneider für die Mutterstadter Künstler eingesetzt hatte, habe man vom Wasserzweckverband grünes Licht für das Projekt erhalten. Schon für die letzte Ausstellung im Juni 2022 hatte die kreative Elf eine besondere Räumlichkeit gesucht und die ehemalige Bankfiliale in der Speyerer Straße auserkoren. Ob man diesen Ort noch toppen könnte, hatte die Fotokünstlerin damals mit dem damaligen Ortschef diskutiert. Und bereits zu dieser Zeit habe der Wunsch in ihr gekeimt, das von Joseph Hoffmann & Söhnen erbaute und 1932 in Betrieb genommene ortsbildprägende Gebäude mal in einem ganz anderen Licht strahlen zu lassen. Als „spektakulär“ bezeichnet sie den nun realisierten Ausstellungsort.

Parallel zur Ausstellung hat die Ortsgruppe Mutterstadt des historische Vereins der Pfalz Bemühungen angestellt, rund um den Tag des offenen Denkmals, der eigentlich am vergangenen Sonntag war, den Bürgern eine Möglichkeit zu bieten, dieses „einzigartige Bauwerk“ zu besichtigen, berichtet der Vorsitzende des Vereins, Michael Ceranksi. Daraufhin sei die Kooperation mit kreArt entstanden. Es würden Vorträge zur Historie und Funktionsweise des Wasserturms geboten, kündigt Ceranski an und, dass sich eine Anstrengung lohne: „Die Besucher können über die 180 Stufen auf die Balkone in 37 Meter Höhe steigen, um einen guten Rundumblick zu haben. Viele halten dann sicherlich Ausschau nach dem eigenen Haus oder der Wohnung“, stellt er buchstäblich in Aussicht. Außerdem stehen Führungen im Wasserwerk gegenüber dem Aquabella und eine Matinee mit dem Saxofon-Ensemble Saxtett auf dem Programm, das kulinarisch durch den Verein Hof.Kultur abgerundet wird.

Termine

Freitag, 15. September, Vernissage um 19 Uhr mit Pierre Buck an der Handpan, Samstag und Sonntag, 16. und 17. September, Ausstellung zwischen 11 und 18 Uhr, Führungen zwischen 13 Uhr und 17 Uhr immer zur vollen Stunde, jeweils um 15.30 Uhr Lesung von Katrin Kirchner aus ihrem Kinderbuch „Lilli und die Farbe Blau“. Außerdem gibt es am Samstag zwischen 10 und 16 Uhr Führungen im Wasserwerk (Waldstraße 55, gegenüber Aquabella). Am Sonntag steht eine Matinee (11 Uhr) mit dem Saxofon-Ensemble Saxtett aus Mutterstadt auf dem Programm.

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