Rhein-Pfalz Kreis Kunst am Ei
«Fussgönheim.» Die beeindruckende Vielfalt hat die Besucher beim Österlichen Kunsthandwerkermarkt immer wieder staunend innehalten lassen. 30 Künstler haben am Wochenende in der Fußgönheimer Schlossscheune nahezu alle Varianten frühlingshafter Dekorationsmöglichkeiten präsentiert. Im Mittelpunkt standen dabei natürlich wieder Hunderte Ostereier – vom bunten Ei aus Glas bis zum kunstvoll bemalten Straußenei. Am kommenden Wochenende geht es weiter.
Als Werner Müller zur Feder griff, um ein Ei zu beschriften, bildete sich sofort eine kleine Menschentraube. Denn der Kalligraph verzierte das Ei auf Wunsch der Kunden mit einer persönlichen Widmung in gotischer Schrift und mit kunstvollen Schnörkeln. Das Ganze ging ihm jedoch so leicht von der Hand, als würde er nur eine schnelle Notiz machen. „Es ist schön, dass es euch gibt“, stand am Ende hübsch umrahmt auf dem Osterei. Die Kunden waren zufrieden und die Zuschauer fasziniert. Wer für das Osterfest nach etwas Besonderem sucht, hat auf dem Ostermarkt in Fußgönheim in jedem Jahr die Qual der Wahl. Massenware gibt es dort grundsätzlich nicht, stattdessen finden Sammler und Liebhaber schöner Dinge unzählige Unikate. Bei der Auswahl der Aussteller achtet Organisatorin Marie Luise Bingemann, die selbst an beiden Wochenenden mit ihrem Delikatessen-Stand vertreten ist, seit jeher auf eine große Vielfalt und Qualität. „Die Mischung stimmt wieder“, lautete ihre Bilanz nach dem ersten Wochenende. „Auch von den Teilnehmern selbst habe ich viele positive Rückmeldungen bekommen“, sagte sie. Neben altbekannten Ausstellern sind auch wieder einige neue Gesichter zu finden. So war am vergangenen Wochenende etwa Hans Kärcher aus Maxdorf zum ersten Mal dabei. Er fertigt Etageren aus Porzellan – ein Angebot, das es bisher beim Österlichen Kunsthandwerkermarkt noch nicht gab. „Ich bin halt verliebt in altes Geschirr“, erklärte er mit Blick auf die schmucken Etageren aus alten Sammeltassen und -tellern, die er zum Teil auf Flohmärkten gefunden und so zu neuem Leben erweckt hat. Neben den Etageren, die geradewegs aus Großmutters Vitrine entsprungen sein könnten, hatte Kärcher jedoch auch moderne Kreationen dabei. Passend zu Ostern sogar mit Hasen oder Küken. Regelrecht lebendig wirkten die Hasen, die Brigitte Krämer aus Lobbach mitgebracht hatte. Ihre Marionetten fertigt sie nach eigenem Schnittmuster, aber getreu der Machart aus früheren Zeiten. Neben Hasen und Teddys an Fäden hatte sie auch deren Artgenossen als Stabpuppe in einer Trichtertüte dabei. Wenn die Figuren dann vorsichtig aus ihrem Versteck hervorlugten, blieb so mancher Besucher begeistert stehen. „Wenn sie bewegt werden, leben sie“, erklärte die Marionettenbauerin schmunzelnd und freute sich über die positive Resonanz. Für Begeisterung sorgte aber auch das große Angebot an Ostereiern in allen Variationen. Schier unendlich schienen die Möglichkeiten, das eigentlich recht schlichte Ei zum echten Kunstwerk zu machen. So zeigte etwa Elena Dibner aus Neu-Ulm, dass sich Hühner-, Gänse- und Straußeneier offenbar hervorragend als Leinwand für fantastische und detailreiche Gemälde eignen. Mit Stoffen überzogen und mit Bordüren verziert, waren sie am Stand von Wally Kopschitz aus Frankfurt zu finden. Sabine Schnarz aus Pforzheim hatte sie mit einem filigranen Lochmuster perforiert und ihnen mit Wachs ein Relief aufgetragen. Und bei Dagmar Bechtold sorgten Scherenschnitte auf dem Ei für den besonderen Effekt. Daneben gab es Eier aus Holz, Stein und Glas, Eier mit Stickerei oder Occia-Verzierung, mit Tusche gezeichnete Kunstwerke, Eier mit Bauernmalerei und solche, die mit Japanpapier gestaltet wurden. Auch ovale Anhänger für den Osterstrauch wurden angeboten – mal aus feinem weißen und transparenten Glas mit zarten Motiven, mal als fröhlich-bunt lackierte Sägearbeiten aus Holz. Und wer auch sich selbst zum Fest ein wenig schmücken möchte, wurde bei exklusivem Silberschmuck, gefilztem Blumenschmuck oder schicken Ledertaschen fündig. Eine weitere Gelegenheit, sich für das Osterfest mit besonderen Dekorationen einzudecken, gibt es am kommenden Wochenende. Ein erneuter Besuch lohnt sich auch für jene, die schon dort waren. Denn bis auf wenige Ausnahmen zeigen dann neue Kunsthandwerker ihr Können. Zur Sache Der Österliche Kunsthandwerkermarkt in der Schlossscheune, Hauptstraße 64a, öffnet am Samstag, 24. Februar, von 10 bis 18 Uhr, und am Sonntag, 25. Februar, von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 2 Euro. Parallel haben die Ausstellung „Pfälzer Emaille – eine erfolgreiche Industriegeschichte“ im Schloss und die Museen geöffnet .