Altrip RHEINPFALZ Plus Artikel Kulturforum mit neuem Elan und vielen Angeboten

Der Vorstand des Kulturforums Altrip (von links): Eckhard Bachert, Volker Schäfer, Holger Haldenwang und Heike Sugge.
Der Vorstand des Kulturforums Altrip (von links): Eckhard Bachert, Volker Schäfer, Holger Haldenwang und Heike Sugge.

Ob Tanz, Theater oder Konzerte – seit mehr als 20 Jahren bietet das Kulturforum Altrip vielfältige Veranstaltungen für alle Altersgruppen an. Dabei waren die vergangenen Jahre alles andere als einfach für den Verein.

Hervorgegangen ist das Kulturforum Altrip aus dem Kommunalpolitischen Forum. „Das war damals in der Gemeindepolitik mit dem Schwerpunkt Natur- und Umweltschutz aktiv. Dazu zählten der Einsatz gegen den Bau der Rheinbrücke bei Altrip, der Kampf gegen den Polder zwischen Waldsee, Altrip und Neuhofen und das Engagement für verkehrsberuhigte Zonen im Ortsgebiet“, sagt Volker Schäfer. Der 62-Jährige ist Beisitzer des am 23. Januar 2001 als gemeinnütziger Verein eingetragenen Kulturforums Altrip und von Anfang an dabei.

Ein wenig Kulturarbeit habe bereits beim Kommunalpolitischen Forum dazu gehört, erzählt Schäfer. So erfreuten sich die sonntäglichen Jazz-Frühschoppen bereits seit den 90er-Jahren großer Beliebtheit. Weil sich die Forumsleute damals verstärkt in dieser Richtung engagieren wollten, tüftelten Fritz Weilerer, Michael Petrakopulos und Volker Schäfer die Idee eines Vereins aus. „Wir wollten das Spektrum erweitern, und als gemeinnütziger Verein konnten wir auch mit Förderungen rechnen“, begründet Schäfer den Schritt. Der Gedanke überzeugte weitere Altriper und auch die Gemeinde. Gute Ideen für Kultur gab es viele, nicht zuletzt dank des rührigen Gründungsmitglieds Irmgard Neugebauer, die erfolgreich um Spendengelder warb.

Kulturelle Nischen

Seither ist das kulturelle Angebot breit gestreut. So gab und gibt es etwa Programme für Kinder und Jugendliche wie Marionetten- und Jugendtheater, Tanz- und Musikworkshops, Tanzperfomances, Künstlersymposien oder Konzerte. Mit ungewöhnlichen Veranstaltungen wie Gong-Klangkunst oder den irischen Filmtagen drang der Verein sogar in kulturelle Nischen vor. Mit unterschiedlichen Spielorten (Bürgerhaus, Waldpark, Regino-Zentrum, Kaminzimmer in der Gliggermühle, Römerhaus, Partnerschaftsplatz und eine Zeit lang auch die Kunstschmiede) will der Verein möglichst viele Menschen ansprechen und verschiedene Kulturformate anbieten, erläutert Beisitzerin Heike Sugge. Hauptspielort sei das Alta Ripa Bürgerhaus. „Dank der Gemeinde dürfen wir das jederzeit zu günstigen Konditionen belegen.“

Ausgerechnet im 20. Jahr seines Bestehens hatte der Verein gleich doppelt zu kämpfen. Zum einen setzten ihm die Corona-Restriktionen zu, zum anderen kündigte der langjährige Vorsitzende, Peter Stepien, seinen Rücktritt an. „Stepien war ein Verhandlungswunder“, berichtet Eckhard Bachert, damals stellvertretender Vorsitzender. „Er hat es fertig gebracht, bekannte Künstler für eine kleine Gage nach Altrip zu holen.“

Fulminantes Revival

Im Oktober 2021 folgte eine Krisenversammlung. Die Mitglieder standen vor der Entscheidung, den Verein aufzulösen oder weiterzumachen. „Das Feuer brannte noch. Wir waren entschlossen, es ist nicht ausgehen zu lassen“, sagt Bachert, der heutige Vorsitzende. Er hatte den Hof seines Fachwerkhauses – das Römerhaus ist das älteste Gebäude Altrips – zu einer zeitweiligen Spielstätte umfunktioniert. Das kam sehr gut an.

Weitere engagierte Personen wie Heike Sugge (56) und Holger Haldenwang (57) traten in den Verein ein und entfachten die Flammen neu. „Ich wollte eigentlich nur Mitglied werden“, verrät Haldenwang. Am Ende habe er einen Vorstandsposten innegehabt. „Wir waren gespannt, wie viel Zulauf wir zum ersten Jazz-Konzert nach der Corona-Zwangspause haben würden“, verrät Sugge. Es war eine fulminante Wiederaufnahme des Programms. Und eine unvergessliche, wie Haldenwang erzählt: „Wir bekommen traditionell zum Jazz-Frühschoppen von einem lieben Vereinsmitglied eine Kürbissuppe und müssen sie nur noch aufwärmen. Irgendwie ging das wohl zu schnell, und plötzlich war die ganze Küche orange gesprenkelt.“

Stärker vernetzen

Mit den Nachwirkungen der Pandemie hätten kleine Kulturinitiativen wie die in Altrip noch immer zu kämpfen, betont Heike Sugge. Ein neuer Ansatz des Vereins ist es deshalb, sich stärker in der Verbandsgemeinde Rheinauen zu vernetzen. „Wir wollen über den dörflichen Tellerrand hinausblicken“, sagt Volker Schäfer. „Wir möchten die Orte, an denen wir leben, in andere Themen einbinden und die Menschen miteinander ins Gespräch bringen.“

Gelungen ist das bereits im vergangenen Jahr zum Tag der offenen Gartentür: „Hier war es unsere Idee, den bekannten Termin durch kleine Kulturveranstaltungen noch stärker aufzuwerten“, erläutert Sugge. Sie überzeugte einige Teilnehmer davon, in ihren Gärten Ausstellungen, Musik und Lesungen zu organisieren. Zudem erstellte sie einen Flyer und übernahm mit ihren Vorstandskollegen die Öffentlichkeitsarbeit. Die Resonanz war riesig. Auch am 25. Juni dürfen die Besucher wieder gespannt sein, was ihnen an Kunst in Altriper, Neuhofener, Otterstadter und Waldseer Gärten blühen wird. Im November soll es anlässlich des Gedenkens an die Reichskristallnacht auf dem Jüdischen Friedhof von Otterstadt eine Führung und im Anschluss daran einen Auftritt des Herxheimer Chawwerusch-Theaters geben.

„Je größer das Interesse für Kultur in der Region ist, umso größer ist der Ansporn für uns, weitere spannende Veranstaltungen zu konzipieren“, betont Eckhard Bachert. Menschen, die für Kultur genauso brennen wie das Forum sollte es in der Region doch reichlich geben.

Kontakt

Kulturforum Altrip, Römerstraße 1, 67122 Altrip; Telefon: 06236 30351; E-Mail: info@kulturforum-altrip.de; Internet: www.kulturforum-altrip.de.

x