Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Kritik an möglichem Parkplatz-Kahlschlag

Konrad-Adenauer-Platz vor dem Rathaus: Der Brunnen und das Pflaster würden saniert, auch wenn die Ortsgemeinde entscheidet, den
Konrad-Adenauer-Platz vor dem Rathaus: Der Brunnen und das Pflaster würden saniert, auch wenn die Ortsgemeinde entscheidet, den Bereich als Parkplatz zu erhalten.

Bei der Sanierung des Konrad-Adenauer-Platzes in Dudenhofen könnten viele Parkplätze wegfallen. Es deutet sich an, wie die Kommunalpolitik entscheiden könnte.

Eine hohe Aufenthaltsqualität dürften die wenigsten Dudenhofener dem Konrad-Adenauer-Platz vor dem Rathaus bescheinigen. Nach einem Wasserrohrbruch vor zwei Jahren ist auch die einheitliche Pflasterung Geschichte. Es besteht daher Einigkeit, dass der Platz und die sich anschließende Gasse in Richtung Landauer Straße erneuert werden müssen. Das Planungsbüro Modus Consult hat im Auftrag der Ortsgemeinde Varianten entwickelt, wie der Bereich einmal aussehen könnte.

Für den Straßenabschnitt gibt es zwei Varianten, die Planer Stephan Morgenbrodt im Bauausschuss vorstellte: Eine sieht eine Verschwenkung der Straße zur Verkehrsberuhigung vor. Die wird erreicht, indem vor dem Bürgerhaus acht Parkplätze senkrecht zur Fahrtrichtung angeordnet werden. Außerdem gibt es fünf Stellplätze längs zur Fahrbahn. Bei der zweiten Variante fällt die Verschwenkung weg und es gibt nur Längsparkplätze. In beiden Fällen soll der verkehrsberuhigte Bereich durch eine Mittelrinne optisch betont werden.

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„Futuristische“ Variante

Für den Platz selbst gibt es sogar vier Ausbaumöglichkeiten: Variante eins sieht vor, den Platz komplett autofrei zu gestalten. Der Brunnen würde erhalten und die Fläche von Bäumen eingerahmt. Sitzelemente sollen die Aufenthaltsqualität erhöhen. Variante zwei würde ebenfalls auf einen autofreien Platz hinauslaufen, lediglich zwei Parkplätze am Rand blieben erhalten. Geschwungene Formen von Sitzelementen und Überdachungen gäben dem Platz laut Morgenbrodt eine „futuristische“ Anmutung. Ein paar Parkplätze mehr würden bei Variante drei erhalten, die eine Kombination aus Grünflächen und Sitzelementen und eine teilweise autofreie Platzfläche vorsieht. Der Brunnen würde bei den Varianten zwei und drei verschwinden.

Eine vierte Variante hatte Morgenbrodt auch im Gepäck: „Man lässt alles so, wie es ist.“ Sollten sich die Kommunalpolitiker für diese Möglichkeit entscheiden, würden das Pflaster erneuert und der Brunnen saniert, die Parkplätze aber erhalten. Wie auch immer man sich entscheide, empfehle er, zunächst den Platz und dann erst die Straße zu sanieren, damit die Baufahrzeuge die Straße nicht direkt wieder kaputtfahren.

Unter den Vorschlägen kristallisierte sich bei den Ausschussmitgliedern ein Favorit heraus: „Wenn ich Bürgerfreundlichkeit erhalten will, brauche ich die Parkplätze“, sagte Jürgen Creutzmann (FDP) mit Blick auf die Verwaltung und die Zulassungsstelle im Rathaus. Wolfgang Grill schloss sich für die CDU der Sichtweise an. Natürlich wäre ein autofreier Platz schöner. „Aber das Rathaus ist ein Dienstleistungszentrum auch für die umliegenden Dörfer“, sagte er. Und pragmatisch gesehen, kämen die meisten Leute eben mit dem Auto dorthin. Von sozialdemokratischer Seite gab es einerseits ebenfalls Signale, die Parkplätze erhalten zu wollen, andererseits appellierte SPD-Bürgermeister Jürgen Hook, das Thema Parkplätze nicht zu sehr in den Mittelpunkt zu stellen. „Der Ortskern soll auch optisch eine Begegnungsstätte sein. Das kommt mir zu kurz“, sagte er. Auch Felix Goldinger (Grüne) würde den Raum gerne mehr für Fußgänger öffnen und die Ortsmitte schöner gestalten. Für den Beigeordneten Reinhard Burck (Grüne) liegen die Positionen „gar nicht so weit auseinander“. Es sollten möglichst viele Parkplätze erhalten, aber der Bereich durch Grün aufgewertet werden.

Finanzierung offen

Was die Gestaltung des Straßenabschnitts angeht, so sprach sich Manfred Hook (FWG) gegen die Verschwenkung, Manfred Hick (CDU) hingegen dafür aus. Goldinger plädierte dafür, zur Verkehrsberuhigung den Einbau von Kölner Tellern oder die Aufpflasterung eines Teils der Straße in Erwägung zu ziehen. Planer Morgenbrodt gab zu bedenken, dass dies zwar den Verkehr bremse, aber auch Lärmbelastung bedeute.

Eine Abstimmung über eine Empfehlung an den Ortsgemeinderat gab es entgegen der Tagesordnung nicht. Der Grund: Weil die Ortsgemeinde wahrscheinlich wiederkehrende Beiträge an die Bürger zurücküberweisen muss, ist die Finanzierung der Erneuerung des Konrad-Adenauer-Platzes noch völlig offen. Der Antrag aus der CDU, den Tagesordnungspunkt ganz abzusetzen, fand aber nicht die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit – weshalb über die Sanierung zwar beraten, aber nichts entschieden wurde. Das soll erfolgen, nachdem ein Straßenausbauprogram vorgelegt wurde.

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