VG Rheinauen RHEINPFALZ Plus Artikel Kritik am Ja zum Erdöl

Vorgesehener Bohrplatz: An der L534 soll nach Erdöl gesucht werden. Die Nähe zur Wohnbebauung wird kritisiert. Im Hintergrund is
Vorgesehener Bohrplatz: An der L534 soll nach Erdöl gesucht werden. Die Nähe zur Wohnbebauung wird kritisiert. Im Hintergrund ist Otterstadt zu sehen.

Die geplante Erdöl-Bohrung zwischen Otterstadt und Waldsee sorgt weiter für Diskussionen: Der Bundestagsabgeordnete Armin Grau (Grüne) findet es unverständlich, dass die Bohrung „so nahe an der Wohnbebauung“ genehmigt wurde und verweist darauf, dass für Windkraftanlagen viel größere Abstandsgebote gelten.

Die Bohrung und anschließende Testförderung ist an der L534 vorgesehen, etwa 450 Meter von der Ortsbebauung entfernt. Das Landesamt für Geologie und Bergbau (LGB) hat das Projekt genehmigt und kürzlich Widersprüche der Ortsgemeinde Otterstadt, des BUND sowie eines Anliegers abgewiesen. Kommende Woche müssen die Ortsgemeinderäte aus Otterstadt und Waldsee sowie der Verbandsgemeinderat Rheinauen entscheiden, ob sie klagen.

Der Bundestagsabgeordnete aus Altrip äußert Unverständnis, dass die Bohrung genehmigt wurde, weil für Windräder viel größere Abstandsgebote zur Wohnbebauung gelten – in Rheinland-Pfalz aktuell 900 Meter. Laut Grau sind negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt durch Ölbohrungen keineswegs ausgeschlossen. Er bedauert, dass keine vollständige Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt wurde und sagt, dass die Bohrung in einem für die Wildkatze vorgesehenen Korridor zwischen Pfälzerwald und Rheinauen liege. Armin Grau fordert, in „wenigen Jahren komplett aus den fossilen Rohstoffen auszusteigen“ und schlägt als Alternativen Wind und Sonne sowie für die Chemieindustrie Recycling, Biomasse und CO 2 aus der Luft vor.

„Bergrecht wird reformiert“

Das rheinland-pfälzische Umweltministerium pocht ebenfalls auf die Energiewende und teilt mit, dass die Landesregierung mittel- und langfristig ausschließlich auf regenerative Energien setze. Der Schwerpunkt liege auf Windenergie und Photovoltaikanlagen, heißt es aus dem von den Grünen geführten Ministerium.

Bundestagsabgeordneter Grau erwähnt mit Blick auf die erlaubte Erdöl-Bohrung noch, dass das Bergrecht, wonach die Genehmigung erteilt werden musste und das Landesamt keine Abwägung vornehmen könne, veraltet sei. Eine Reform sei aktuell in Vorbereitung, und er als zuständiger Berichterstatter im Umweltausschuss des Bundestags könne daran mitwirken, sagt Grau.

x