Böhl-Iggelheim RHEINPFALZ Plus Artikel Kriminalstatistik: Am Bahnhof und am Niederwiesenweiher ist es ruhig

Einbrüche sind in Böhl-Iggelheim im vergangenen Jahr kein Thema gewesen. Lediglich drei Fälle registrierte die PI Schifferstadt.
Einbrüche sind in Böhl-Iggelheim im vergangenen Jahr kein Thema gewesen. Lediglich drei Fälle registrierte die PI Schifferstadt.

Für die Polizei gibt es in Böhl-Iggelheim „keinen besonderen Handlungsbedarf“. Im vergangenen Jahr ist zwar etwas mehr Straßenkriminalität verzeichnet worden, doch insgesamt ist bei Straftaten im Doppeldorf nicht allzu viel los. Auch das Gelände um den Niederwiesenweiher macht keine Probleme. Die Polizei freue sich über jede Anzeige, ist der Beigeordnete Karl-Heinz Hasenstab überzeugt.

4080 Straftaten wurden im vergangenen Jahr bei der Polizeiinspektion (PI) Schifferstadt angezeigt. Bei 396 dieser Anzeigen ging es um Delikte in Böhl-Iggelheim. Das berichtete Marco Hinze, stellvertretender Leiter der PI, den Mitgliedern des Kriminalpräventiven Rats Böhl-Iggelheim in einer Sitzung am Mittwoch. Es werden also 9,7 Prozent der Straftaten im Bereich der PI in der Doppelgemeinde begangen. Der Anteil der Böhler und Iggelheimer an der Bevölkerung im Bereich der PI liegt mit 11,6 Prozent höher. Nur in Mutterstadt und Schifferstadt liegt der Anteil der Delikte über dem Anteil der Bevölkerung.

Nach Angaben von Hinze ist sowohl im Gebiet der PI, wie auch in Böhl-Iggelheim, die Anzahl der angezeigten Straftaten in Relation zum Jahr 2022 geringer geworden. Sie liege um einiges unter den Zahlen aus der Jahren vor der Pandemie. 2002 waren in Böhl-Iggelheim 426 Delikte registriert worden.

Über dem Durchschnitt liegt Böhl-Iggelheim bei der sogenannten Straßenkriminalität, das sind unterschiedliche Delikte, die gemeinsam haben, dass sie in der Öffentlichkeit begangen werden. 21 Prozent der Straftaten im Bereich der PI gehören zur Straßenkriminalität, im Doppeldorf sind es 24,2 Prozent.

Etwas mehr Diebstähle

Das liege auch daran, dass es in Böhl-Iggelheim einen Bahnhof gibt, meinte der Beigeordnete Karl-Heinz Hasenstab (CDU). Dort werden allerdings nach Angaben der zuständigen Bundespolizei „keine besonderen Vorkommnisse“ verzeichnet. Von den 20 Straftaten im Gebiet des Bahnhofs entfielen die meisten auf Vorkommnisse in Zügen, die durch Böhl-Iggelheim fahren, während beispielsweise ein Bahnmitarbeiter feststellt, dass ein Fahrgast keine Fahrkarte hat.

Leicht erhöht von 56 im Jahr 2022 auf 62 im vergangenen Jahr hat sich in Böhl-Iggelheim die Anzahl der „Diebstähle ohne erschwerende Umstände“. Das sind beispielsweise Ladendiebstähle oder das Entwenden von Fahrrädern, die nicht gesichert sind. Bei der Polizei wurden 26 Fälle gemeldet, bei denen Fahrräder entwendet wurden. Solche Diebstähle würden oft nicht angezeigt, weil es ohnehin nichts nutze, wurde von Mitgliedern des Kriminalpräventiven Rats angemerkt.

Hinze und Hasenstab forderten dazu auf, auch kleine Delikte anzuzeigen. „Wenn wir die Seriennummer eines gestohlenen alten Fahrrads haben, kann das vielleicht dazu beitragen einen Dieb zu finden, der mehrere Räder entwendet hat“, erklärte Hinze.

„Kein besonderer Handlungsbedarf“

Insgesamt sehe die Polizei im Hinblick auf Art und Anzahl der Straftaten, die es in Böhl-Iggelheim gibt „keinen besonderen Handlungsbedarf“, sagt Hinze. Auch das Gelände rund um den Niederwiesenweiher sei für die Polizei kein besonderes Problem. Dort seien im vergangenen Jahr 32 Einsätze erforderlich gewesen – wegen ganz unterschiedlicher Ereignisse. Drei Körperverletzungen und zwei Diebstähle gehörten ebenso dazu, wie drei Verstöße gegen die Versicherung von Fahrzeugen, ein Verkehrsunfall und eine Ruhestörung.

Bei zwei Böhl-Iggelheimer Paaren hat es im vergangenen Jahr anscheinend öfter Zoff gegeben. Nach Angaben von Hinze wurden 16 Fälle von Gewalt in engen sozialen Beziehungen gemeldet, davon entfielen vier Fälle auf ein Paar und drei Fälle auf ein anderes Paar.

Einbrüche in Wohnungen führen zu einer starken Beeinträchtigung des Sicherheitsgefühls. In Böhl-Iggelheim sei im vergangenen Jahr nur dreimal eingebrochen worden. Das sei um einiges weniger als in den Jahren zuvor, sagte Hinze. Er und Hasenstab verwiesen auf die kostenlose Beratung der Polizei zur Verhinderung von Einbrüchen.

14 Asylbewerber, die in Böhl-Iggelheim wohnen, waren 2023 „Verdächtige einer Straftat“. Politisch motivierte Delikte seien in Böhl-Iggelheim kein Thema, erläuterte Hinze.

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