Mutterstadt
Kriminalitätslagebild: Auffällig ist die Neue Pforte
629 registrierte Straftaten hat es in Mutterstadt im Berichtszeitraum 2021 gegeben. Klingt nach relativ viel. Aber: Es sind Kai Giertzsch zufolge 80 Straftaten weniger als 2019. „Dies ist ein allgemeiner Trend, den wir im gesamten Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Schifferstadt beobachten konnten und der wohl auf die Einschränkungen in der Corona-Pandemie zurückgeführt werden kann“, sagte der Kriminalhauptkommissar. Leicht angestiegen seien lediglich die Fälle des einfachen Diebstahls, auch wegen einer Reihe von Ladendiebstählen im Gewerbegebiet Fohlenweide. Von den 629 Straftaten konnten 392 aufgeklärt werden, heißt es in Giertzsch’ Bericht.
Markante Straftatenserien gab es in Mutterstadt aber auch. Dazu zählen zehn Sachbeschädigungen, hier waren Graffiti-Sprüher am Werk. Außerdem zählt eine Reihe von 18 Taschendiebstählen dazu. Und es gibt eine Örtlichkeit in der Gemeinde, die im Zusammenhang mit Straftaten immer wieder auffällt: die Neue Pforte. In diesem Bereich wurden laut Giertzsch 2020 elf Straftaten registriert: drei einfache Körperverletzungen, zu denen beispielsweise ein Faustschlag zählen könnte, sieben Sachbeschädigungen und eine Beleidigung. Weiterhin auffällig war das Gewerbegebiet An der Fohlenweide mit gleich 52 Ladendiebstählen, 18 Taschendiebstählen und acht sonstigen Diebstählen.
Corona, Homeoffice, viele sind daheim
Einbruchdiebstähle sind seit 2015 in Mutterstadt ebenso wie im gesamten Bereich der Polizeiinspektion Schifferstadt kontinuierlich weniger geworden und haben mit fünf Fällen im Jahr 2020 einen bisherigen Tiefpunkt erreicht. „Das dürfte auch wieder der Corona-Pandemie geschuldet sein, da die Leute mehr zu Hause waren“, sagte der Kriminalhauptkommissar. Die Einbrecher hatten folglich weniger Möglichkeiten.
Im Bereich der politisch motivierten Kriminalität hat es im Berichtszeitraum keine besonderen Vorkommnisse gegeben, sagte Giertzsch. Es wurden keine rechten Veranstaltungen registriert, und bekannte Personen aus der rechten Szene seien in Mutterstadt nicht wohnhaft. Als Straftat wurde lediglich ein bedenklicher Internetauftritt mit Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen registriert.
Diskutiert wurde im Anschluss an den Bericht im Rat für Kriminalprävention die Wahrnehmung der Situation an der Neuen Pforte, die seitens Polizei allerdings nicht als besonders kritischer Bereich eingestuft wird. „Wir können nur tätig werden, wenn wir davon Kenntnis erhalten“, appellierte Giertzsch daran, doch bei Delikten die Polizei zu informieren.