Römerberg
Kriegerdenkmal: Der „5er“ ist zurück
Die vor wenigen Wochen spurlos verschwundene Ziffer 5 am Kriegerdenkmal in Berghausen haben Bürger in Eigeninitiative und in enger Abstimmung mit Römerbergs Ortsbürgermeister Matthias Hoffmann (Grüne) ersetzt. Bei dem Projekt kamen traditionelles Handwerk und Hightech zum Tragen.
Hans Sona hatte zufällig bemerkt, dass an dem Denkmal zur Erinnerung an die in den beiden Weltkriegen für Deutschland gefallenen Soldaten bei der Jahreszahl 1945 die Ziffer 5 fehlt. Sein technisch versierter Schwiegersohn Jörg Hefele, ein Römerberger wie er selbst, hatte die Idee, die Ziffer mit Hilfe seines 3D-Druckers zu ersetzen. Was sich als schwierig, aber mit Expertenunterstützung doch als machbar erwies.
Präzise von Hand gezeichnet
Nachdem Hoffmann im Gespräch mit Sona und Hefele deren Idee zur Schadensbehebung an dem Denkmal begrüßt hatte, kontaktierten sie den Speyerer Künstler Fritz Hochreither. „Er zeichnete die 5 präzise von Hand in dem Stil, in dem auch die anderen Schriftzeichen am Denkmal gehalten sind“, erklärte Hefele. Diese Zeichnung digitalisierte der Römerberger dann mit Unterstützung von Stephan Schulze, der in Waldsee eine Firma für Autolackierung und -beschriftung führt. „Ohne Stephan hätte ich die Ziffer nicht so schnell und so genau digitalisieren können.“
An der per 3D-Druck erstellten 5 feilte Hefele und trug dann mehrere Schichten verschiedener Lacke auf, um die Anmutung zu erzeugen, es handele sich um Metall. Am vergangenen Freitag brachte Hefele die Ziffer im Beisein der Beteiligten am Kriegerdenkmal an. Hoffmann dankte den Bürgern mit kleinen Präsenten für deren Engagement. Er habe inzwischen bei Gießereien angefragt, was ein „5er“ aus Metall in dem Stil kosten würde. Mit einem Betrag im vierstelligen Bereich müsste man rechnen, weil es dafür keine Formen mehr gebe und somit eine Einzelanfertigung nötig wäre, erklärte er. Weshalb der „5er“ aus dem 3D-Drucker wohl auf Dauer die Lücke schließen wird.