Hochdorf-Assenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Kreisel wird umgestaltet: Stauden statt Steine

Nach dem Pflanzen ist vor dem Stecken, nach dem Stecken ist vor dem Säen. Noch ist einiges zu tun auf dem Kreisel in der Böhler
Nach dem Pflanzen ist vor dem Stecken, nach dem Stecken ist vor dem Säen. Noch ist einiges zu tun auf dem Kreisel in der Böhler Straße. Die Holzpfähle stehen schon, sie sollen später Wildbienen Unterschlupf bieten.

Herbstzeit ist Pflanzzeit. Das zeigt sich auch am Hochdorfer Verkehrskreisel in der Böhler Straße, an dem aktuell eifrig gewerkelt wird. Die Schotterwüste soll einer naturnahen Staudenlandschaft weichen, die wertvoll für Insekten und andere Tiere ist. Und nach dem Projekt ist noch nicht Schluss.

Die Planung begann bereits im Frühjahr, nachdem Hochdorf-Assenheims Ortsbürgermeister Walter Schmitt (FWG) auf Diplom-Biologin Christiane Brell aus Dudenhofen zugekommen war. Er wollte den Kreisel in der Böhler Straße in Hochdorf umgestalten. Nun setzen die beiden die Idee gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern in die Tat um – und an die 300 Stauden und Zwerggehölze in die Erde: von Akelei und Apothekerrose über Schwarzen Geißklee bis hin zur Wegwarte. Es sind viele Pflanzen, wie sie früher in Bauerngärten anzutreffen waren.

Die Arbeit wird immer wieder durch aufmunternde Rufe vorbeikommender Passanten kurz unterbrochen. „Viel besser als vorher“, sagt eine ältere Dame. Derweil ein Autofahrer angesichts der auf dem Plateau stehenden Pfähle und Baumstämme scherzhaft fragt, ob hier eine neue Burg entstünde. „Das nicht gerade“, antwortet Brell und lacht. „Die Pfähle werden später angebohrt, um Nistmöglichkeiten für Wildbienen zu schaffen“, sagt die Vorsitzende des Natur- und Vogelschutzvereins Dudenhofen. „Dafür dienen auch die oben liegenden Baumstämme.“ Denn Totholz ist Leben, Käfer können hier ihre Löcher bohren, die später von Wildbienen besiedelt werden.

2000 Blumenzwiebeln und viel Saatgut

Mit zwei Steinhaufen in der Mitte entstehen weitere Unterschlupfmöglichkeiten. Nicht nur für Insekten, sondern möglicherweise auch für die Mauereidechse, die sich inzwischen im Dorf angesiedelt hat. Der Hochdorfer Kreisel ist nicht das erste Projekt von Christiane Brell in Sachen Verkehrsflächenbegrünung. Für die insektenfreundliche Gestaltung eines Fahrbahnteilers in ihrem Wohnort hat sie zusammen mit ihrem Verein beim bundesweiten Wettbewerb „Deutschland summt!“ 2018 einen zweiten Platz errungen.

Nach dem Pflanzen ist vor dem Stecken: In den nächsten Tagen sollen noch etwa 2000 Blumenzwiebeln, darunter Elfenkrokusse, Narzissen, Traubenhyazinthen und Weinbergstulpen, in den Boden kommen. „Passend zum Gesamtbild“, sagt Brell. Und nach dem Stecken ist vor dem Säen: Im Laufe der nächsten Wochen möchte die Dudenhofenerin noch Saatgut verschiedener Pflanzengesellschaften ausbringen. „Insektenfreundlich, ästhetisch schön, den Bürgern gefallend und zur Nachahmung anregend“, nennt Brell ihre Ziele.

„Ein erster Schritt zu einer naturnahen Begrünung“, freut sich Walter Schmitt angesichts des Projektfortschritts. Danach ist im Ort noch lange nicht Schluss: Nach dem Hochdorfer kommt der Assenheimer Kreisel dran.

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