Speyerer Umland Kreatives Handwerk und Leckereien

Schon vor dem 6. Dezember: Der Nikolaus überraschte die Kinder und Eltern auf dem Weihnachtsmarkt in Berghausen.
Schon vor dem 6. Dezember: Der Nikolaus überraschte die Kinder und Eltern auf dem Weihnachtsmarkt in Berghausen.

Weihnachtsmärkte im Speyerer Umland sind eine Fundgrube, sowohl materiell als auch fürs Herz. Gefragt: Nettigkeiten, die sich als zusätzliche Überraschung zum Fest eignen.

Hand- oder wahlweise hausgemacht, so lautet der Aufdruck auf Anhängern, die liebevoll an selbst gemachten Geschenken aus der eigenen Hobbywerkstatt oder Küche hängen. „Es ist immer wieder schön, und die Menschen sind glücklich“, freut sich Anne Kuschnik, die zum wiederholten Mal mit einer kreativen Auswahl von Schmuck und Kerzen in Harthausen vertreten ist. Sie teilt sich den Stand mit Antje Mönig-Hirsch, die sich auf die Herstellung von außergewöhnlichen Marmeladen wie Aperol oder Piña Colada, besonderen Salzen, Essig und Honig aus eigenem Anbau in Dudenhofen spezialisiert hat. „Das Miteinander in Harthausen ist einfach toll“, betont Kuschnik. Sie meint damit die Gemeinschaft auf dem kompletten Weihnachtsmarkt, der von Vereinen und Privatpersonen bestückt wird.

Kinder sind begeistert

Kinder haben einen Narren gefressen an den gehäkelten Unikaten von Sophia Beck. Die junge Frau leidet an Myalgischer Enzephalomyelitis, einer schweren neuroimmunologischen Erkrankung. „Als Schmerztherapie häkelt sie Stofftiere“, berichtet ihre Mutter Karen. Ohne Anleitung, alles Unikate – da fällt die Wahl schwer.

Auf dem Hanhofener Weihnachtsmarkt feiert eine fröhliche Viererkombi Premiere. „Die selbst gestrickten Socken meiner Schwiegermutter waren der Auslöser“, verrät Kathrin Eichberger. Die wärmende Fußkleidung von Manuela Eichberger empfand sie als verkaufswürdig. Um das Sortiment zu erweitern, gab es zusätzliche Kreativeinheiten. Kathrin Eichberger und ihre Freundin Katharina Kühl gestalteten Kerzen und stellten Likör und Spekulatiuscrème her. Kühls Mutter Martina, gelernte Floristin, steuerte kleine Explosion-Boxen mit LED-Lichtern bei.

„Wir haben gesagt, wir lassen es einfach auf uns zukommen“, sagt Eichberger über den Einstieg ins Marktgeschehen. Wichtig sei vor allem ein Gedanke gewesen: „Wir wollten, dass die Leute die Möglichkeit haben, eine kleine Nettigkeit mit nach Hause zu nehmen.“

Die Arbeitszeit dürfe nicht gerechnet werden – auch nicht die für das noch am Eröffnungstag hergestellte Gebäck in Dosen. Davon gibt es auch in Berghausen einiges. Fleißig gewesen sind die Eltern der Kindertagesstätte St. Pankratius. „Die Plätzchen sind sehr beliebt“, berichtet Lisa Haas. Als Kita-Mama steht sie mit Annabelle Uhrig und Sandra Rotermund am Stand neben der katholischen Pfarrkirche, wo alle Produkte präsentiert werden, die von Klein und Groß gefertigt wurden.

„In allen Gruppen wurde speziell für den Weihnachtsmarkt gebastelt“, erzählt Annabelle Uhrig. Wertschätzung dafür sei jedes Jahr zu spüren. „Vor allem die Sachen, die von den Kindern selbst gemacht wurden, finden großen Anklang“, sagt Haas. Plakativ drapiert worden ist diesmal das Kochbuch der Kita. „In der Einrichtung wird danach gekocht, und die Kinder essen die Gerichte sehr gerne“, versichert Haas.

Besondere Schutzengel

Die Krankheit Mukoviszidose wird bei Silvia Jester-Zürker und ihren Töchtern in den Mittelpunkt gerückt. Durch persönliche Betroffenheit in der Familie wurde die Römerbergerin auf den Schutzengel-Button des Vereins Muko aufmerksam. „Daraus haben sich viele neue Ideen entwickelt, die wir umgesetzt haben“, so Jester-Zürker.

Schutzengel aus Gießkeramik sind das beispielsweise oder weihnachtlich in Szene gesetzte Flaschenkorken, die Jester-Zürker einer „sinnvollen Verwendung“ zuführen wollte. Selbst die Schwiegermama einer ihrer Töchter habe sich eingebracht – mit Gebäck, das sie in Bielefeld auf den Postweg nach Berghausen brachte.

Herausfordernde Einhörner

Kurz vor der Eröffnung des Weihnachtsmarktes in Lingenfeld hatte Annegret Giera noch eine Eingebung. Die lautete: Dalmatiner. Sie ergänzt das Sortiment an engmaschig gehäkelten Schlüsselanhängern. Extrem dünn ist der Nähfaden, den sie dafür nutzt. „Das Zusammennähen ist das Schwierigste“, wirft Giera ein. Vor allem Einhörner strapazieren die Geduld, denn: „Die Mähne wird einzeln angenäht.“

Helga Bräu hat ebenfalls wieder losgelegt – mit Stricknadeln. Asterix und Obelix sind neu, eine Puppe mit süßem Kleidchen ebenso. „Den Marienkäfer mag ich besonders“, lässt die Lingenfelderin wissen und lächelt. Vor allem Kinder, weiß sie, „sind arg auf so Sachen“. Mit dem Stricken der Figuren angefangen habe sie, als die ersten eigenen Enkelkinder auf die Welt kamen. „Das älteste ist jetzt 22 Jahre alt“, merkt Bräu an. Viel Geduld und Fingerspitzengefühl stecken in den Kalligrafiekarten von Margot Gschwind. „Sie werden gerne und gut angenommen“, freut sie sich.

Nicht weniger empathisch sind die Besucher der vier Weihnachtsmärkte, wenn es darum geht, sich an Getränke- und Speiseständen zu verköstigen. Traditionelle und moderne Kombinationen in Tassen und auf Tellern werden überall von den Ehrenamtlichen zubereitet. Dazu gibt’s die passende Musik von Chören, Kindertagesstätten oder Instrumentalgruppen – eine optimale Mischung, um sich auf die folgenden Adventswochen einzustimmen.

Düfte und viel Lichterglanz : Blick durch das Eingangstor auf den Weihnachtsmarkt in Harthausen.
Düfte und viel Lichterglanz : Blick durch das Eingangstor auf den Weihnachtsmarkt in Harthausen.
x