Rhein-Pfalz Kreis Krabbe, Kuss und Kaktus

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Mutterstadt. Die kleinen Meerjungfrau möchte unbedingt die Welt über dem Meer zu erkunden, doch ihr Vater, der Meerkönig, verbietet es. Sie tut es aber trotzdem. Was sie erlebt, hat das Theater Liberi am Samstag im gut besuchten Mutterstadter Palatinum gezeigt. Die kleinen Besucher des Kindermusicals waren begeistert.

Als Musical hat das Theater Liberi unter der künstlerischen Gesamtleitung von Lars Arend das Märchen von Hans Christian Andersen auf die Bühne gebracht. Und es dauerte nur wenige Augenblicke, bis die jungen Zuschauer ganz in die faszinierende Unterwasserwelt eintauchten. Dazu brauchte es gar nicht viel. Auf zwei blauen Würfeln spiegelte das Licht sanfte Wellen, und die Schauspieler erzeugten mit leichten Schwimmbewegungen die perfekte Illusion. Leah Bukatsch in der Rolle der Meerjungfrau verzauberte das Publikum mit ihrer hellen, klaren Stimme und ihrem zerbrechlich wirkenden Wesen. Und schnell hatten die Kinder und so mancher Erwachsene noch einen zweiten Liebling – die quirlige Krabbe, gespielt von Sabine Hennig. Stets bemüht, ihrer besten Freundin zur Seite zu stehen, und doch voller Angst, dass etwas passieren könnte. Da war es nur konsequent, dass sie den Ausflug in die Menschenwelt nicht ohne Helm antrat. Für den charmanten Prinzen (Brix Schaumburg), den die Meerjungfrau vor dem Ertrinken rettete, ließ sich das Mädchen auf ein Geschäft mit der bösen Meerhexe (Anja Dorrer) ein. Die verlangte die schöne Stimme der Meerjungfrau als Gegenleistung für die Verwandlung in einen Menschen. Stumm musste sie versuchen, dem Prinzen innerhalb von drei Tagen einen Kuss zu entlocken, sonst würde sie zu Meeresschaum zerfallen. In den teils wiederkehrenden Liedern (von Christoph Kloppenburg und Hans Christian Becker) konnten die Zuschauer an den Gefühlen der Figuren teilhaben – an der verzweifelten Liebe der Meerjungfrau, an der Unsicherheit des Prinzen, der seine Retterin in ihr nicht wiedererkannte, und auch an dem boshaften Neid der Meerhexe. Manchmal waren die Texte auch einfach nur sehr lustig, etwa beim Streit zwischen der ängstlichen Krabbe und dem überheblichen Pinguin (ebenfalls dargestellt von Anja Dorrer). Oder als Diener Jacques (Dominik Müller, der auch den Meerkönig spielte) voller Inbrunst und mit französischem Akzent „Mein kleiner grüner Kaktus“ sang. Beinahe hätte am Ende die böse Hexe gesiegt. Doch durch den furchtlosen Einsatz ihres Freundes, der Krabbe, und ihres Vaters bekam die kleine Meerjungfrau schließlich den rettenden Kuss. Und die sichtlich erleichterten jungen Zuschauer belohnten das großartige Ensemble mit einem lang anhaltenden Applaus. (sud)

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