VG Römerberg-Dudenhofen. RHEINPFALZ Plus Artikel Kooperation bei Kriminalprävention: Wie sicher ist Verbandsgemeinde?

Beim Start der Kooperation: (von links) Polizeipräsident Andreas Sarter, Bürgermeisterin Silke Schmitt-Makdice und Innenminister
Beim Start der Kooperation: (von links) Polizeipräsident Andreas Sarter, Bürgermeisterin Silke Schmitt-Makdice und Innenminister Michael Ebling.

Ist Kriminalität in der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen ein großes Problem? Ein Kooperationsprojekt, an dem die Kommune teilnimmt, beschäftigt sich mit dem Thema.

579 Straftaten weist die Kriminalstatistik der Speyerer Polizei für das Jahr 2024 auf dem Gebiet der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen aus – ein Rückgang um 118 Taten gegenüber dem Vorjahr. Für Römerberg und Dudenhofen hat die Polizei unter anderem einen Rückgang bei schweren Diebstählen verzeichnet, allerdings auch einen Anstieg der einfachen Diebstähle. In Harthausen haben sowohl einfache als auch schwere Diebstähle leicht zugelegt, während andere Arten der Kriminalität zurückgingen. In Hanhofen gab es laut Statistik einen Rückgang bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten sowie bei der Rauschgiftkriminalität, allerdings auch einen Anstieg der Rohheitsdelikte.

Das ist der statistische Hintergrund, vor dem der rheinland-pfälzische Innenminister Michael Ebling (SPD), die Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen, Silke Schmitt-Makdice (SPD), und der Bürgermeister von Kaiserslautern, Manfred Schulz (CDU), eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet haben. Wie die Landesregierung mitteilt, will das Innenministerium die beiden Kommunen dabei unterstützen, ihre Sicherheitslage, das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung sowie bestehende Präventionsstrukturen wissenschaftlich zu untersuchen und gezielt weiterzuentwickeln.

Sicherheitsempfinden analysieren

Die Initiative ist Teil des Konzepts „Initiative Sicherheitsgefühl in Kommunen stärken“ (InSiKo), das von der Leitstelle Kriminalprävention im Innenministerium entwickelt wurde. Grundlage ist, dass kriminalpräventiven Maßnahmen stets eine Analyse der Sicherheitslage, des Sicherheitsempfindens und bestehender Präventionsangebote vorausgeht. Die Umsetzung übernimmt das Institut für sozialpädagogische Forschung Mainz gGmbH. Das Land stellt hierfür pro Kommune bis zu 20.000 Euro bereit und begleitet den Prozess fachlich.

„Sicherheit und Prävention sind wesentliche Grundlagen, damit sich alle Bürgerinnen und Bürger in unserer Verbandsgemeinde wohl und sicher fühlen“, sagt Schmitt-Makdice. „Diese Kooperation bietet uns die Chance, vor Ort genau hinzusehen, Herausforderungen gemeinsam anzugehen und für mehr Vertrauen und Transparenz im öffentlichen Raum zu sorgen.“ Die Verbandsgemeinde verfügt bislang über keine fest etablierten kriminalpräventiven Strukturen. Aktuell gebe es in der Verbandsgemeinde auch keine ausgewiesenen Kriminalitätsschwerpunkte wie etwa in größeren Städten, teilt die Verwaltung auf Anfrage mit. „Dennoch ist uns bewusst, dass auch in kleineren Gemeinden das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger unterschiedlich ausgeprägt sein kann.“

Keine zusätzlichen Kontrollen

Gerade deshalb versprechen sich die Verantwortlichen durch die wissenschaftliche Analyse Hinweise, wo es möglicherweise Handlungsbedarfe gibt und wie Präventionsarbeit zielgerichtet gestaltet werden kann. Es gehe bei der Kooperation ausdrücklich nicht um zusätzliche Polizeikontrollen, sondern um eine mehrere Monate dauernde wissenschaftliche Untersuchung, die Handlungsempfehlungen für die Kommune liefert, erklärt die Verwaltung.

Begrüßt wird die Kooperation von der FDP-Fraktion im Verbandsgemeinderat, die im Frühjahr einen Antrag eingebracht hat, um die Einrichtung eines kriminalpräventiven Rats in der Verbandsgemeinde zu prüfen. Hintergrund waren verschiedene Vorfälle, wie ein Übergriff auf ein Kind auf dem Schulweg, verschiedene Einbrüche und Fälle von Trickbetrug. „Ziel war es, ein Gremium zu schaffen, in dem Kommune, Polizei, Schulen, Vereine sowie Bürgerinnen und Bürger gemeinsam Strategien zur Gewalt- und Kriminalitätsprävention entwickeln“, sagt FDP-Vorsitzender Justus Rabe.

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