Neuhofen
Konstituierende Ratssitzung: Gemeinde hat wieder zwei Beigeordnete
Mit der Wahl am 9. Juni gab es Verschiebungen bei der Sitzverteilung. Doch an diesem Abend fand jeder ohne große Diskussion seinen Platz in der Runde. Während die SPD wieder mit sechs Sitzen im Gemeinderat vertreten ist, verlor die CDU einen Sitz. Die FDP gewann einen dazu und ist damit stärkste Fraktion im Rat. Die grüne Liste Neuhofen (gLN) ist nur noch mit einem Mitglied vertreten, die Grünen haben zwei Mandate. Und: Der alte Bürgermeister ist der neue. Ralf Marohn (FDP) setzte sich bei der Wahl mit 74,6 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen die Herausforderin Melanie Hieb (SPD) durch.
Soweit die Fakten. Die mussten nun auch ganz formell umgesetzt werden. Praktisch hieß das: verabschieden, verpflichten, ernennen, wählen und vereidigen, aber auch bedanken. Zuvor schwor Ralf Marohn seinen Gemeinderat noch einmal auf die kommende Legislaturperiode ein. Dabei betonte er auch, was das Mandat bedeutet: „Man zwackt Familienzeit ab, um Aufgaben zu erfüllen, die für unsere Demokratie wichtig sind. Das kann man gar nicht hoch genug anrechnen.“ Marohn freute sich auf die neue Legislaturperiode: „Kommunalpolitik ist eine unmittelbare Politik, bei der man immer auch direkte Rückmeldung von den Bürgern bekommt. Ich persönlich schätze das sehr.“
Die Ernennung von Ralf Marohn übernahm der bisherige Erste Beigeordnete Thomas Behrendt (gLN): „Das Wahlergebnis motiviert mich sehr“, sagte Marohn danach und äußerte noch einen Wunsch: „Ich hätte gerne eine Amtskette, vielleicht bekommen wir das hin.“ Eine lockere Bemerkung aus dem Rat folgte prompt: „Damit wir Sie in Ketten legen können!?“ Mit der Ernennung des Bürgermeisters rückte Axel Kluger (FDP) in den Rat nach. Er nahm das Amt an mit der Bemerkung: „Dann setze ich mich mal zu meiner Vorgesetzten!“ Seine FDP-Fraktionsvorsitzende und zugleich Ehefrau Gisela Kluger hatte bereits einen Platz für ihn freigehalten.
Ratsarbeit ist aber auch immer Arbeit auf Zeit. Und so verabschiedete der Bürgermeister zehn Ratsmitglieder, die nicht mehr im neuen Gremium vertreten sind. Er bedankte sich bei allen Räten, die mehr als 20 Jahre und mehr dabei sind und waren, mit einem Präsent. Allen voran bei Kurt Gehres, der 50 Jahre ehrenamtlich im Gremium für die SPD die Ortspolitik mitbestimmte. „Das ist schon außergewöhnlich“, sagte der Bürgermeister. Auch dass sich Gehres in vielen anderen Bereichen in Neuhofen ehrenamtlich engagiere. Schon 1989 hatte ihn die Gemeinde dafür mit der Ehrenmedaille ausgezeichnet.
Dann wurde es sportlich: Im Akkord drehte der Bürgermeister seine Runde und verpflichtete alle Ratsmitglieder per Handschlag. Dazu gab es eine Verpflichtungsniederschrift, die unterschrieben werden musste und in der unter anderem auch steht, nach welchen Gesetzen man bei Nichtbeachten zur Rechenschaft gezogen werden kann. Damit die Ratsmitglieder das auch ganz genau nachlesen konnte, gab’s obendrauf die aktuelle Version des Kommunalbreviers von Rheinland-Pfalz, die etliche Seiten dicke Gemeindeordnung – sozusagen als kleine Abendlektüre. 22 Mitglieder hat der neue Gemeinderat, und „das mit einer Altersspreizung von 56 Jahren“, wie Bürgermeister Marohn bemerkte.
Anschließend ging es an diesem Abend zur Wahlurne, die anwesenden 20 Ratsmitglieder wählten die Beigeordneten. Für den Posten der Ersten Beigeordneten wurde Iris Wende (FDP) als einzige vorgeschlagen und auch mit 18 Ja- und zwei Nein-Stimmen gewählt. Dem Vorschlag, André Schlosser (CDU) zum Zweiten Beigeordneten zu wählen, folgten 19 Ratsmitglieder, eines stimmte dagegen. Damit hat Neuhofen wieder zwei Beigeordnete. In der vorherigen Legislaturperiode war Thomas Behrendt (gLN) der einzige Stellvertreter des Bürgermeisters. Für seine Arbeit bedankte sich Marohn bei ihm mit einem Präsent.
