Rhein-Pfalz Kreis Kommentar: Gestalter mit Weitblick

Die Sicht auf Reinhold Niederhöfers Arbeit sollte weder durch
Mitleid noch durch Schadenfreude getrübt sein.
Wenn sich SPD-Mann Reinhold Niederhöfer im Mai 2017 zur Wiederwahl in der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land gestellt hätte, wäre ihm eine zweite Amtszeit als Bürgermeister sicher gewesen. Doch es ging um die Verbandsgemeinde Leiningerland einschließlich der fünf Dörfer im Westen, die quasi zur Fusion gezwungen waren und sich von Grünstadt-Land „geschluckt“ fühlten. Wie die Sache ausging, ist bekannt. Nun, da Niederhöfer das VG-Rathaus verlassen muss, sollte die Sicht auf seine Arbeit weder von Mitleid noch von Schadenfreude getrübt sein. Vielmehr ist Folgendes über den Kleinkarlbacher festzustellen: Er hat die Arbeit seines Vorgängers und Förderers Eugen Ackermann gut fortgesetzt und eine leistungsfähige, sympathische Grünstadter Verwaltungsmannschaft geformt, die nah am Bürgern dran ist und ehrlich mit der Presse umgeht. Er hat als Kopf des Vorbereitungsteams die VG Leiningerland gut an den Start gebracht. Davon könnten sich andere Fusionskommunen etwas abgucken. Er hat seinen Job uneitel, unverkrampft, direkt, nicht immer mit Samthandschuhen, aber mit viel Liebe zur Region gemacht. Niederhöfer war nicht nur Verwalter, sondern – was in Verbandsgemeinden gar nicht so oft vorkommt – auch Gestalter. Für die Zukunft des Leiningerlands hat er mit Weitblick Projekte und Prozesse angestoßen und die Kooperation mit anderen Regionen gesucht. Und er war mit seinen Ideen für die Dörfer zwischen Eisenberg, Grünstadt und Frankenthal trotz seiner bald 62 Lebensjahre noch nicht am Ende. Die freie Wirtschaft dürfte sicher Bedarf an Macherqualitäten wie diesen haben. Und den Machern in der Verbandsgemeinde Leiningerland ist zu wünschen, dass sie bei Problemen niemals hören müssen: „Unter Reinhold Niederhöfer wäre das nicht passiert.“
