Meinung
Koalitionsfriede ist wichtiger
Die Verfechter einer Bebauung des stillgelegten Lambsheimer Freibadgeländes wollen nicht warten, bis der Regionalplan Rhein-Neckar erneuert ist und bescheinigt, dass die Besiedlung des Grünzugs unbedenklich ist. Sie haben sich im Verbandsgemeinderat Lambsheim-Heßheim eine Mehrheit besorgt für ein möglicherweise recht aufwendiges Antragsverfahren bei der SGD als zuständiger Landesbehörde – die bei dem Thema bereits abgewunken hat. Wie ist das zu bewerten?
Zwar läuft so ein Zielabweichungsverfahren auch noch für Kleinniedesheim, aber das sieht eher nach einer unstrittigen Formalie aus. Im Fall Lambsheim könnte es länger dauern, zumal sich besonders die Christdemokraten kämpferisch geben und im Recht fühlen. Der seit drei Jahren überfällige Flächennutzungsplan könnte also erheblich weiter auf sich warten lassen. Auf ihn aber müssen Ortsgemeinden zurückgreifen, wenn sie einen Bebauungsplan aufstellen wollen. Oder wenn sie neue Windkraftstandorte oder Solarparks ermöglichen wollen, um etwas Geld zu verdienen.
Lambsheim hat nichts zu verlieren
Insofern verwundert es, dass im Verbandsgemeinderat der Frieden in der Koalition aus CDU, FWG und FDP wichtiger ist als der Wunsch, beim Flächennutzungsplan endlich zu Potte zu kommen. Die Vertreter aus Lambsheim dagegen haben nichts zu verlieren, denn warten müssen sie sowieso: entweder auf den Regionalplan oder auf einen wider Erwarten positiven Bescheid der Landesplaner.
