Bobenheim-Roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Koalition will Antrag für Silbersee-Zaun noch nicht zustimmen

Der Vandalismus am Silbersee geht weiter. Dieses Schild hat jemand beschmiert, der sauer auf den Seeeigentümer Willersinn ist.
Der Vandalismus am Silbersee geht weiter. Dieses Schild hat jemand beschmiert, der sauer auf den Seeeigentümer Willersinn ist.

Für die Zaunanlage auf dem Gelände der Firma Gebr. Willersinn am Silbersee in Bobenheim-Roxheim liegt der Verwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises inzwischen ein Genehmigungsantrag vor. Die gemeindliche Zustimmung aber wurde im Bauausschuss vorerst verweigert.

Zunächst wolle man die vollständigen Antragsunterlagen sehen, hieß es in der jüngsten Ausschusssitzung aus den Reihen der Koalition (CDU, Grüne, FWG). Und der Naturschutzbeirat solle Stellung nehmen. Vorher werde das Einvernehmen zum Bau der Einzäunung nicht erteilt. Dieser Forderung schlossen sich sieben Gremienmitglieder an, die vier Vertreter der SPD waren dagegen.

Um ein Votum hatte die Kreisverwaltung – wie üblich in solchen Angelegenheiten – gebeten. „Da dem Vorhaben keine übergeordneten Belange entgegenstehen und die Einzäunung zudem noch dem Schutz der Flora und Fauna dient, ist das gemeindliche Einvernehmen aus Sicht der Verwaltung zu erteilen“, hieß es im Beschlussvorschlag.

Inwieweit der Kreis die Forderung der Koalition erfüllen wird, ist unklar. Gut möglich, dass sie einfach nur zu den Akten gelegt wird. Denn die Entscheidungshoheit, ob der Willersinn-Antrag genehmigt wird, hat letztlich die Untere Wasserbehörde beim Kreis, und die Frist zur Stellungnahme der Gemeinde ist abgelaufen.

Vorhaben längst bekannt

Das Vorhaben der Firma Willersinn, welcher der Silbersee gehört, ist den Bürgervertretern außerdem längst bekannt, denn ihm wurde bereits im September mehrheitlich zugestimmt, als die Kreisverwaltung noch dachte, es genüge ein herkömmlicher Bauantrag. Erst später hieß es, es sei ein wasserrechtlicher Antrag notwendig.

Beide Anträge seien fast identisch, berichtet Willersinn-Geschäftsführer Hans-Peter Böhn. Es seien nur noch wasserrechtliche Untersuchungen hinzugefügt worden. Deshalb verstehe er nicht, wieso vergangene Woche im Bauausschuss kein Einvernehmen möglich war. Böhn kündigt an, dass am 1. Juni das Haupttor am Betriebsgelände geschlossen wird und alle anderen noch offenen Tore dann, wenn die Genehmigung da sei. Er berichtet von 15 Strafanzeigen, die er in jüngster Zeit wieder wegen unbefugten Eindringens ins Kieswerk gestellt habe. Zudem sei ein Hinweis- und Verbotsschild beschmiert worden.

Was die Zerstörung des Zauns am Seerosenteich am 20. März angeht, tappen Firma und Polizei immer noch im Dunkeln. Obwohl Willersinn eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt hat, seien bislang keine Hinweise auf den oder die Täter eingegangen. Wer etwas zur Lösung des Falls beitragen kann, soll sich an die Anwaltskanzlei der Firma unter Telefon 0151 12141343 wenden.

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