VG RHEINAUEN
Klimaschutzmanagerin Maria Räch stellt sich vor
„Mein Ziel war und ist es, das Bewusstsein in der Bevölkerung für Nachhaltigkeit, vor allem im Bereich Klimaschutz und Umwelt, zu stärken, um klimafreie und klimaneutrale Wege zu gehen“, erklärt die 33-Jährige, die in Mainz Geowissenschaften und physische Geografie studiert hat und sich im Bereich Umweltmanagement weitergebildet hat. Die essenziellen Träger dieser Entwicklung seien die Kommunen.
„Deswegen war für mich klar, dass ich im Bereich kommunales Klimaschutzmanagement arbeiten will“, erklärt sie. „Durch viele kleine Dinge, die viele Menschen – zum Teil auch schon jetzt – machen, kann man sehr viel verändern. Und das brauchen wir, wenn wir die Klimaschutzziele, die der Bund sich gesetzt hat, erreichen wollen.“
Maria Räch wurde Anfang 2021 von der Verbandsgemeinde Rheinauen eingestellt, um als Bestandteil eines zweijährigen Förderprogramms ein Klimaschutzkonzept erstellen. Neu ist die Aufgabe für sie nicht, schon in der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim hat sie als Klimaschutzmanagerin gearbeitet. „Ausschlaggebend für den Wechsel war für mich, dass ich hier die Entwicklung des Klimaschutzkonzepts von der Pike auf bis hin zur Umsetzung begleiten kann“, erklärt Räch. Und dabei werden alle eingebunden: die Mitarbeiter im Rathaus, die politischen Akteure in den Ortsgemeinden und letztlich auch die Bürger.
Maria Räch ist die Schnittstelle, bei ihr laufen alle Fäden zusammen, denn letztlich sollen ja alle an einem Strang ziehen. „Kommunikation und damit Transparenz ist für mich ein ganz wichtiger Aspekt, und auf diese Herausforderung freue ich mich“, sagt sie. Denn den Ortsgemeinden und Bürgern solle schließlich nichts aufgezwungen werden.
Fühler ausgestreckt
Die Freude an dem Projekt ist ansteckend, wenn Maria Räch über ihre Aufgabe spricht. Zeit, sich gemütlich einzuarbeiten, hat sie nicht, denn es ist schon ganz schön sportlich, was die nächsten zwei Jahre auf sie zukommt. „Ein Klimaschutzkonzept ist sehr viel mehr als Fotovoltaikanlagen auf Dächer zu bauen und die Fahrzeugflotte der Verbandsgemeinde auf Elektroautos umzustellen“, erklärt sie.
Kaum in Waldsee angekommen hat sie erst einmal die Fühler in alle Richtungen ausgestreckt, Kontakt zu Klimaschutzmanagern in anderen Kommunen aufgenommen und begonnen, Ideen und Wünsche der Ortsgemeinden zu sammeln. Dazu gibt es im März eine Kick-off-Veranstaltung.
Maria Räch ist auch Ansprechpartnerin für die Bürger der Verbandsgemeinde. „Wenn ich merke, dass bestimmte Fragestellungen öfter auftauchen, stelle ich Informationen darüber im Amtsblatt zusammen“, erklärt sie. Auch Infoveranstaltungen seien denkbar. Wenn sie selbst nicht weiterhelfen kann, kennt sie die Ansprechpartner, denn ihr Netzwerk ist groß und wächst ständig weiter. Einer ihrer Grundsätze ist: „Immer neugierig bleiben ist hilfreich.“ Neugierig ist sie auch in der Freizeit: Sie reist gerne und lernt gerne Neues kennen. Im Moment geht das natürlich nicht, doch zum Glück hat sie noch ein anderes Hobby: Kochen. „Wir kochen uns zu Hause gerade um die Welt“, sagt sie.
Der Zeitplan fürs Klimaschutzkonzept
Der Entwurf des Klimaschutzkonzepts für die Verbandsgemeinde Rheinauen soll Ende 2021 fertig sein. Erster Schritt ist die „Ist-Analyse“. Dabei soll die Energie- und Treibhausgasbilanz für die einzelnen Ortsgemeinden und die Verbandsgemeinde ermittelt werden. Das, so erklärt Räch, ist ganz schön komplex. Deswegen werde diese Arbeit an ein externes Unternehmen vergeben, mit dem Räch dann zusammenarbeitet. Dafür gibt es 65 Prozent Zuschüsse.
Das Unternehmen erstellt eine Potenzialanalyse. Die wiederum sagt aus, welche Energieeffizienz- und Einsparpotenziale es in allen Bereichen der Verbandsgemeinde gibt. Da könnte es dann zum Beispiel um Heizungsanlagen gemeindeeigener Gebäude gehen. Oder wie man Bürgern das Radfahren oder die Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs schmackhaft machen könnte. Aus der Analyse ergibt sich dann ein Maßnahmenkatalog mit konkreten Empfehlungen.
Ende 2021 muss die Verbandsgemeinde den Vorschlag des Klimaschutzkonzepts einreichen. Im Frühjahr 2022 soll das Konzept im Verbandsgemeinderat bestätigt werden. Bis Ende Juni nächsten Jahres soll eine der Maßnahmen ausgewählt werden, für die eine Sonderförderung beantragt werden kann. Ende 2022 läuft die Förderung für das Klimaschutzkonzept aus. Doch damit ist noch lange nicht Schluss, erklärt Maria Räch. Denn dann geht es an die Umsetzung des Maßnahmenkatalogs, denn letztlich soll ja nicht nur die geförderte Maßnahme, sondern es sollen alle umgesetzt werden.