Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Kleinniedesheim: Ortsbürgermeister Ewald Merkel wird 70

„Ich lege an andere nur Maßstäbe an, die ich auch selbst erfüllen kann“, sagt Ewald Merkel .
»Ich lege an andere nur Maßstäbe an, die ich auch selbst erfüllen kann«, sagt Ewald Merkel . ArchivFoto: BOLTE

70 Jahre wird Ewald Merkel am Montag alt. Die Freien Wähler (FWG) in Kleinniedesheim haben deshalb für ihren Ortschef ab 10 Uhr einen Empfang organisiert. Er gilt als solider Verwalter, der sorgfältig und fleißig arbeitet. Von den Bürgern fordert Merkel auch genau das: ein stärkeres Mitwirken in der Gemeinschaft – vor allem von den Jungen.

Ewald Merkel, der sich gerade von einer Knieoperation erholt, engagiert sich seit mehr als 45 Jahren in der Kommunalpolitik. Der gelernte Speditionskaufmann und Landwirtschaftsmeister trat 1973 in die Kleinniedesheimer FWG ein und ist seit 1984 Mitglied im Ortsgemeinderat. 15 Jahre lang war er Fraktionsvorsitzender. Seit 20 Jahren hat Merkel einen Sitz im Verbandsgemeinderat, und seit Juni ist er Beigeordneter der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim. Der Bürgermeister der mit rund 950 Einwohnern kleinsten Kommune im Rhein-Pfalz-Kreis ist darüber hinaus in zahlreichen Aufsichtsgremien und Ehrenämtern tätig. Er ist Gründer der Stiftung zur Erhaltung des Kulturgutes Schloss Kleinniedesheim. 2009 wurde ihm die Verdienstmedaille des Landes verliehen. Der damalige Innenminister von Rheinland-Pfalz, Karl Peter Bruch (SPD), berief ihn im gleichen Jahr in den oberen Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Rheinland-Pfalz.

„Wer seine Heimatregion schätzt, setzt sich auch für sie ein“, sagt Merkel. Im Gespräch mit der RHEINPFALZ verweist er auf eine Familientradition: „Unsere Familie war stets dem Vereins- und Genossenschaftswesen verbunden. Die Gestaltung der Region mit Augenmaß und solider Finanzierung liegt mir am Herzen.“

Sorgfalt, Fleiß und Ehrgeiz

Das ist ein Satz, den man Merkel abnimmt. Der Jubilar hat den Ruf eines soliden Verwalters. Seine Aufgaben erledigt er mit Sorgfalt, Fleiß und Ehrgeiz. Andere arbeiten ihm manchmal zu langsam, was ihn zuweilen unbequem macht. In der Verbandsgemeinde gilt der Kleinniedesheimer als Querdenker und Mann mit Ecken und Kanten. „Ich lege an andere nur Maßstäbe an, die ich auch selbst erfüllen kann“, sagt Merkel und verweist auf seine Ergebnisse bei drei Ortsbürgermeisterwahlen, die er immer als einziger Bewerber bestritten hat.

Kleinniedesheim habe in den letzten Jahrzehnten eine enorme Entwicklung genommen, meint Merkel. „Noch bis in die 70er-Jahre war unser Dorf von der Landwirtschaft geprägt.“ Dann seien Wohngebiete im Ober- und Unterdorf entwickelt worden, die dem Ort zahlreiche Neubürger und eine gute Infrastruktur – zum Beispiel mit Kita, Seniorenheim und Breitbandausbau,– beschert hätten. Das Schloss nebst Garten und Pavillon sei gut in Schuss und die Ortsgemeinde sei nicht nur schuldenfrei, sondern habe Spielraum für Investitionen.

„Bürger müssen sich einbringen“

Merkel findet, dass das Zusammenleben von Alteingesessenen und Neubürgern im Dorf gut funktioniert. Auch das ehrenamtliche Engagement der Kleinniedesheimer sei beachtlich. Für die nächsten Jahre hat der Bürgermeister unter anderem die Sanierung der L 457 und den Bau des Radwegs nach Großniedesheim und Heuchelheim – beides Aufgaben des Landes –, auf der Agenda.

Mit Blick in die Zukunft hofft er, dass jüngere Menschen in der Kommunalpolitik Fuß fassen. Freiheit und Demokratie müssten bereits an der Basis gestaltet werden. Die Bürger müssten sich wieder verstärkt in das Gemeinwesen einbringen, fordert Merkel. Er selbst will nicht ewig Politik machen, verrät er: „Irgendwann möchte ich auch meiner Familie und meinen Enkeln mehr Zeit widmen.“

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