Rhein-Pfalz Kreis
Kleinniedesheim/Bobenheim-Roxheim: Helmut Weick war nach zwei anstregenden Tagen platt
Ein neues Lebens- und Berufskapitel schlägt Helmut Weick aus Kleinniedesheim auf. Seit Anfang des Monats ist der 55-Jährige hauptamtlicher Diakon in der Pfarrei Heilige Edith Stein in Schifferstadt. Zuvor war er es nebenberuflich in Bobenheim-Roxheim. Der gelernte Landschaftsgärtner hat ein anstrengendes Wochenende hinter sich.
Zwei wichtige Termine standen für Helmut Weick am Wochenende an: die Wasserprozession in Roxheim, in deren Organisation er viel Zeit investierte, und seine offizielle Einführung in Schifferstadt. Zwei bis vier Stunden Organisationsarbeit brauche er im letzten Monat vor der Wasserprozession, erzählt Weick. In Schifferstadt sei er warmherzig empfangen worden. „Ich war aber nach dem Wochenende platt“, sagt Weick.
In der Schifferstadter Pfarrei, die die Gemeinden St. Jakobus, St. Laurentius und Herz Jesu umfasst, steht Helmut Weick nun Pfarrer Georg Müller zur Seite. Der Pfarrer hat die Leitung des Offizialats, des Kirchengerichts im Bistum Speyer übernommen, und braucht daher Unterstützung. Da kam eine im vergangenen Jahr vollzogene Neuerung im Bistum für Helmut Weick recht: Denn vorher konnten Diakone im Zivilberuf – also nebenberufliche – nur dann hauptamtliche Diakone werden, wenn sie zuvor einen Sozialberuf ausübten. Die Änderung dieser Regel hat den Weg für den Mann aus dem Norden des Landkreises frei gemacht: Er ist seit 1. August hauptamtlicher Diakon – der erste in Schifferstadt – und verstärkt das Pastoralteam. Hochzeiten, Taufen, Beerdigungen, Predigten und Gottesdienste gehören nun unter anderem zu seinen Aufgaben.
Für den verheirateten Vater eines 21-jährigen Sohnes ist das die Fortführung eines lebenslangen Engagements in der katholischen Kirche. Doch nicht nur dort ist er engagiert. Der einst aktive Fußballer – bei Wormatia Worms und der SG Bobenheim – war 40 Jahre lang Jugendtrainer, erzählt er. Und außerdem berichtet er seit 1983 für die RHEINPFALZ-Ausgabe Frankenthal als freier Mitarbeiter über Gemeinderäte und mehr. Im Dezember 2015 ist er mit der Bürgermedaille der Gemeinde Bobenheim-Roxheim ausgezeichnet worden für seinen ehrenamtlichen Einsatz in Vereinswelt, Kirche und Fußballsport. Stolz ist er auch auf den Ehrenamtspreis des Deutschen Fußballbundes, den er 2014 erhalten hat.
„Ich bin da hineingewachsen“, erzählt Helmut Weick, wenn er nach der Motivation für so viel Einsatz gefragt wird. Geboren und aufgewachsen ist der Sohn einer Winzerfamilie in Worms-Herrnsheim. Seine Familie betreute den Forst für eine Adelsfamilie, „ich bin ein Naturmensch, war immer gerne draußen im Wald mit dabei“. In seinem Heimatort habe es außerdem eine aktive Kirchengemeinde gegeben, mit einer sehr lebendigen Jugendarbeit, „das hat mich tief geprägt“. Weick lernte Landschaftsgärtner, arbeitete zunächst bei der Stadtverwaltung in Worms und wechselte 1984 zur Gemeindeverwaltung Bobenheim-Roxheim. „Da habe ich meine Frau Antje kennengelernt und bin geblieben.“ Die Familie lebt in Kleinniedesheim.
1991 übernahm Weick die Leitung der landwirtschaftlichen Domäne des Priesterseminars in Speyer. Und gleichzeitig wuchs der Wunsch, mehr aus seinem kirchlichen Engagement zu machen. Die journalistische Tätigkeit, das Wirken in der Kirchengemeinde, die Arbeit mit jungen Menschen im Fußball: „Da habe ich überall viel gelernt. Soziale Kompetenz, Verantwortung zu übernehmen, mit den unterschiedlichsten Leuten umzugehen. Und außerdem bin ich neugierig und immer offen für Neues.“
Berufsbegleitend studierte Weick ab 1994 in Würzburg Theologie, machte die Pastoralausbildung im Bistum Speyer. „Das war hart. Die Abbrecherquote war hoch“, erinnert sich Weick. Der Mühe Lohn: 2001 wurde er zum Diakon geweiht und kam auf eigenen Wunsch in die damalige italienische Gemeinde im Ludwigshafener Hemshof. Rund 18.000 Gläubige aus dem weiten Umkreis wurden von Pfarrer Luciano Donatelli betreut, dem er noch freundschaftlich verbunden sei, erzählt Weick. Gleichzeitig wirkte Weick aber auch an seinem Heimatort. So übernahm er die Seelsorge am Johanniter-Altenheim in Kleinniedesheim und rief außerdem im Jahr 2008 die pfälzische Wasserprozession auf dem Roxheimer Altrhein ins Leben.