Rhein-Pfalz Kreis Klares Wasser lockt
«WALDSEE.»Nördlich von Waldsee, direkt an die Schlicht angrenzend, liegt der Wolfgangsee, dem die RHEINPFALZ vormittags an einem warmen, aber bedeckten Tag einen Besuch abgestattet hat.
Die große Liegewiese am Wolfgangsee ist fast leer. Nur ein paar Senioren sind da, die Ruhe vor dem Sturm, es ist ein Wochentag. Eine Frau steht im Wasser und ruft herüber: „Kommen Sie rein, das Wasser ist schön warm.“ Es sieht verlockend aus. Glasklar und sauber ist es und tatsächlich angenehm warm. „Es ist wunderbar hier, das Wasser ist durch den Kies so sauber“, sagt die Frau aus Ludwigshafen, die schon seit mehr als 20 Jahren regelmäßig zum Baden nach Waldsee kommt. „Wo sonst kann ich hier umsonst baden und duschen, habe Toiletten und alles ist so schön sauber“, erklärt sie. Sauber bis auf die Zigarettenkippen die an einem der beiden kleinen Natur-Strände direkt am Wasser lägen. Und die Spuren, die die Wasservögel auf der Liegewiese hinterlassen haben, aber letzteres sei halt Natur. Sogar eine Umkleidekabine gebe es seit einigen Jahren, ein lustiges schneckenförmiges Konstrukt aus Beton – absolut witterungsbeständig. Nur das mit dem Parken sei schon ein bisschen blöd, findet die Besucherin. Am Wolfgangsee gibt es keine öffentlichen Parkplätze, und Falschparker bekommen immer wieder Knöllchen an die Windschutzscheibe gehängt. Die Waldseer sehen das positiv: Die fehlenden Parkplätze sind ein Grund, warum es am Wolfgangsee nie überfüllt ist. Man kommt zu Fuß oder mit dem Rad. Für die Drahtesel gibt es einen großen Abstellplatz. Die Kippen sind am nächsten Tag übrigens verschwunden. Der Bauhof der Ortsgemeinde Waldsee schließt das Gelände jeden morgen um 7 Uhr auf, säubert den Bereich um den See und leert die Mülltonnen. Abends um 21.30 Uhr wird wieder abgeschlossen. Dann kann das Gelände nur noch durch die Drehtür verlassen werden. Am Wochenende übernimmt diese Dienste ein Ehepaar. An Sonn- und Feiertagen wird erst um 9 Uhr aufgeschlossen. Die Ortsgemeinde Waldsee, die das Gelände am See von der Kiesfirma Rohr langfristig gepachtet hat, weist darauf hin, dass Baden auf eigene Gefahr erfolgt, eine Badeaufsicht ist nicht eingerichtet. Deswegen wird in Mitteilungen der Verwaltung immer nur von der Liegewiese und nicht vom Badestrand gesprochen. Die Liegewiese ist recht groß und wird regelmäßig vom Bauhof gemäht. Viele große Bäume spenden angenehmen Schatten. Wenn viel los ist, liegt man dort dann ein bisschen dichter beieinander. „Es wäre schön, wenn es hier ein paar Tische und Bänke gäbe für ein Picknick“, sagt Anneliese Kallert, die gerade aus Bayern bei ihrer Tochter in der Pfalz zu Besuch ist. Auch für Spaziergänger, die einfach mal kurz Pause am See machen möchten, wäre das nett. Das sei nicht vorgesehen, sagt der Waldseer Ortsbürgermeister Otto Reiland (CDU) auf RHEINPFALZ-Anfrage. Die Wolfgangsee-Besucher sind es nicht anders gewohnt, es wird auf der Wiese gepicknickt. Wer nichts dabei hat, bekommt einen Imbiss am Kioskwagen, der geöffnet hat, wenn viel los ist. Dann kommt auch der Eiswagen immer mal wieder vorbei. Wem Schwimmen als Sport nicht reicht, der kann eine Runde Tischtennis spielen, eine Platte aus Beton steht auf der Liegewiese, Schläger und Ball bringt man selbst mit. Auf dem Vorplatz beim Kiosk wurde ein Beachvolleyball-Platz angelegt. Nur mit Kinderspielgeräten sieht es mau aus. „Könnte man da nicht einen kleinen Spielplatz einrichten?“, schlägt Kallert vor. Hat es schon gegeben, sagt Reiland auf Anfrage, ist aber nicht angenommen worden. Dafür gibt es einen großen „Sandkasten“. Auf einem kleinen Teil der Liegewiese wurde in Ufernähe vor ein paar Jahren ein Sandstrand aufgeschüttet. Gegen Nachmittag wird es voller am Wolfgangsee, die Frühschwimmer sind längst verschwunden und Familien kommen an den See. Zum Baden oder einfach nur zum Beieinandersitzen. Denn: Hier trifft man immer Bekannte. „Besonders empfehlenswert ist das Bad für Familien, da hier nicht ganz so viel los ist und man in Ruhe mal eine Partie Tischtennis oder Beachvolleyball spielen kann“, urteilt Autor Daniel Flachsbarth in seinem Buch „SeenSüchtig“ über den Wolfgangsee. Serie In der Serie „See-Test“ schauen sich RHEINPFALZ-Autoren die Badeseen rund um Speyer an, beschreiben Vor- und Nachteile und vergeben bis zu fünf Punkte.