Römerberg
Kita-Plätze: Freude und Sorgen
Vor wenigen Wochen konnte auf der Baustelle neben der Berghausener Grundschule Richtfest gefeiert werden. Spatenstich war Anfang Februar. Die Kita soll einmal Platz für fünf Gruppen mit insgesamt bis zu 100 Kindern bieten. Mittlerweile steht der zweigeschossige Rohbau. „Das Gebäude ist verputzt und die Fenster sind drin. Der Innenausbau läuft“, berichtet Römerbergs Ortsbürgermeister Matthias Hoffmann (Grüne). Er ist froh, dass der Zeitplan bislang eingehalten wurde. Einzige kleine Verzögerung bisher: Der Heizungsbau musste noch einmal ausgeschrieben werden. Als Eröffnungstermin ist weiterhin Sommer 2026 im Visier. Noch ein breiteres Lächeln zaubert dem Bürgermeister der Umstand, dass der Kostenrahmen bis jetzt eingehalten werden kann, ins Gesicht. Derzeit liege man um 250.000 Euro unter den geschätzten Kosten, sagt er. Ziel war, am Ende die Marke von sechs Millionen Euro nicht zu überschreiten.
Weniger erfreut ist Hoffmann über die Entscheidung, die der Ortsgemeinderat vor den Sommerferien in einer Sitzung, in welcher der Bürgermeister selbst nicht anwesend sein konnte, traf: Die Ratsmehrheit hat sich nämlich dafür ausgesprochen, die Pläne für eine weitere Kita im Baugebiet W3 in Heiligenstein nicht weiterzuverfolgen. Der Rat äußerte nach jüngsten Aussagen aus dem Kreisjugendamt Zweifel an der Notwendigkeit und befürchtete ein „Millionengrab“. Der Bürgermeister hält die Entscheidung für falsch: „Ich hätte die Kita gebaut“, sagt Hoffmann, der von konstant hohen Kinderzahlen in Römerberg ausgeht. Die von den Befürwortern der Entscheidung angeführten freien Kita-Plätze seien hauptsächlich Teilzeitplätze. Gebraucht würden aber Ganztagsplätze. Es gelte außerdem, die Provisorien Kita am Tafelsbrunnen und Spatzennest zu ersetzen. Auch gebe es in Römerberg Plätze für unter Zweijährige fast ausschließlich in einer privaten Kita.
Ein Verzicht auf den Neubau bedeute dass andere Kitas stattdessen stärker umgebaut werden müssen. „Ich hätte lieber auf den Neubau gesetzt als auf Umbau“, sagt Hoffmann. Jene, die für die Aufgabe der Neubau-Pläne gestimmt hätten, hofften vielleicht auf Einnahmen für die Gemeinde, wenn das Grundstück für Wohnbebauung verkauft werde. „Aber das ist nicht so einfach“, glaubt der Bürgermeister, denn die Nutzung für den Gemeinbedarf sei im Bebauungsplan festgelegt.
Der Verzicht auf den Neubau in W3 könnte sich laut Hoffmann auch indirekt auf die in Berghausen entstehende Kita auswirken. Denn der protestantischen Kirche sei die Trägerschaft der Einrichtung in Heiligenstein versprochen worden. Da diese nicht kommt, sei denkbar, der Kirche die Kita in Berghausen als Ersatz anzubieten. Dabei wäre Hoffmann eine kommunale Kita lieber. „Die Kommunen müssen für eine Vielfalt in der Trägerschaft sorgen. Und nicht alle Eltern wollen ihre Kinder auf eine konfessionelle Kita schicken“, sagt er.