Bobenheim-Roxheim
Kirchturm muss dringend saniert werden
Der Kirchturm ist bereits eingerüstet, denn es war Gefahr im Verzug und Eile geboten. Pfarrer Ralf Hettmannsperger berichtet von Mauerteilen, Fugenmaterial und Nägeln, die von weit oben auf den Parkplatz an der Kirche in der Bobenheimer Straße gefallen waren. „Da scheint was faul zu sein, haben wir gedacht“, sagt er. Tatsächlich: Bei einer Begutachtung von außen mittels Personenkorb an einem Kran erkannten der Bobenheim-Roxheimer Dachdeckermeister und Vertreter der Landeskirche, dass nicht die Schieferabdeckung, sondern die morsch gewordenen Holzbalken das Problem sind.
Also wurde der Turm von innen angeschaut mit dem Ergebnis, dass Dachsparren und Balken nun ausgetauscht und die Giebelwände ausgebessert werden müssen. Und dazu müssen laut Hettmannsperger zuvor die Schieferplatten vom Dach genommen und später Steinmetzarbeiten zur Sicherung von Turmteilen durchgeführt werden. Vielleicht kann dabei auch dem Falken, den der Pfarrer schon am Turm gesehen und fotografiert hat, eine richtige Unterkunft gegeben werden. Die Baustelle sei rasch gesichert worden, sodass den Gottesdienstbesuchern nichts passieren könne. „Wir wollen so schnell wie möglich mit den Arbeiten loslegen“, sagt Hettmannsperger und nennt als vorläufige Kostenschätzung den Nettobetrag von 150.000 Euro.
Ende des 19. Jahrhunderts erbaut
Der Seelsorger ist angesichts der Rücklagen des Kirchenbezirks für solche Fälle und wegen der Expertise von Olaf Kron zuversichtlich, dass die Sanierung keine finanzielle Katastrophe wird. Dennoch sei die Kirchengemeinde auf Spenden angewiesen. Der Pfarrer hofft auf großzügige Unterstützer.
Die evangelische Kirche im Ortsteil Roxheim wurde 1897/98 als neugotische Anlage mit Spitzturm erbaut. In seiner Dorfchronik von 1973 berichtet Georg Biundo, damals habe es in Bobenheim 177 und in Roxheim 183 Protestanten gegeben. Die Baupläne stammen ihm zufolge von Architekt Franz Schöberl aus Speyer.