Birkenheide
Kindertagesstätte: Noch viele Fragen offen
Bürgermeisterin Juliane Popp erinnerte daran, dass der Bau einer zweiten Kindertagesstätte bereits seit 2015 ein Thema ist. Ob diese benötigt wird und wie viele Betreuungsplätze erforderlich sind, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. „Wir werden vom Kreisjugendamt verpflichtet, eine dreigruppige Einrichtung zu bauen“, betonte Popp. Doch seien die Zahlen, die das Kreisjugendamt dazu vorlege, „nicht wahnsinnig zuverlässig“.
Die Ortsbürgermeisterin erläuterte, dass das Kreisjugendamt seit Jahren immer wieder eine höhere Anzahl kleiner Birkenheider voraussage, als dann tatsächlich geboren werden. Das Kreisjugendamt gehe von statistischen Zahlen aus, „aber anscheinend ist Birkenheide nicht so gebärfreudig wie der Durchschnitt“, meinte Popp. Was daran liege, dass der Altersdurchschnitt der Birkenheider recht hoch sei. „Das rechnen wir schon immer so“, bekomme man zur Antwort, wenn man den Mitarbeitern sage, dass die errechneten Zahlen nicht der Realität entsprechen.
Keine drei Gruppen nötig
Nach Angaben von Popp haben derzeit alle Birkenheider Eltern, die das wollen, einen Betreuungsplatz für ihren Nachwuchs. Zwar werde in den kommenden Jahren der Platzbedarf etwas steigen, auch weil das neue Kindertagesstättengesetz neue Anforderungen stellt, aber sicher nicht so, dass drei Gruppen benötigt werden. „Es ist wirtschaftlich unsinnig, eine zu große Kindertagesstätte zu bauen“, meinte Popp.
Emmi Seitz (FWG) erinnerte daran, dass es einen Plan für eine zweigruppige Einrichtung gegeben habe, deren Bau 800.000 Euro gekostet hätte. „Der Kreis hat gesagt, wir dürfen nicht zweigruppig bauen“, sagte Michael Lehmann (CDU). Da Widerstand keinen Erfolg haben würde, sei sie auf die Idee gekommen, die dreigruppige Einrichtung mit den anderen beiden Orten der Verbandsgemeinde zu teilen, erläuterte Popp.
Aus Fußgönheim kämen positive Signale, aus Maxdorf eher negative, berichtete Popp von den Reaktionen der Ortsbürgermeisterkollegen Jochen Schubert (FWG) und Werner Baumann (CDU). Was Popp nicht sagte, ist, dass sich der Fußgönheimer Gemeinderat für die Erweiterung der evangelischen Kindertagesstätte im Ort ausgesprochen und einer entsprechenden Entwurfsplanung bereits zugestimmt hat.
Ihr Vorschlag sei zuerst gewesen, dass der Platz für eine der drei Gruppen an Fußgönheim abgetreten wird. Doch aufgrund von Vorgaben der Kommunalaufsicht sei das nicht möglich. Deshalb sei die Idee entstanden, dass die Verbandsgemeinde eine dreigruppige Kindertagesstätte in Birkenheide baut, eine Gruppe für Fußgönheim und zwei für Birkenheide. Die Baukosten sollen entsprechend auf die beiden Gemeinden umgelegt werden. Die Verbandsgemeinde übernimmt die Trägerschaft für die Einrichtung. Als weiteres Argument für diesen Vorschlag führte Popp an, dass sie und die beiden Beigeordneten nicht genug Zeit hätten, sich um eine zweite Kindertagesstätte zu kümmern.
Bedenken äußerte Wilfried Dorsch: „Wenn wir die Trägerschaft übertragen, dann geben wir alle Rechte ab“, gab der Sozialdemokrat zu bedenken. Die Verbandsgemeinde entscheide, welche Kinder aufgenommen werden. Das könne dazu führen, dass irgendwann nur noch Jungen und Mädchen aus Fußgönheim und Maxdorf in der Einrichtung betreut werden.
„Das muss noch besprochen werden, das ist noch nicht geregelt“, lautete Popps Antwort auf Fragen, wie die Kosten verteilt werden, ob die Gemeinde etwas dafür bekomme, dass sie das Grundstück zur Verfügung stelle und ähnliches. Für den Beigeordneten Gary Kuhn (CDU) war aber klar: „Es muss sich endlich etwas tun.“